Eishockey

Das war völlig ungenügend

Das war Niederlage Nummer 6 in Folge für den EHC Kloten. Selbst der HCAmbri-Piotta war in der Lage, die Klotener zu schlagen. Nach dem 2:4 kommt es heute zum Strichkampf gegen Genf.

Ambris Janne Pesonen (links) erzielte das 1:0.

Ambris Janne Pesonen (links) erzielte das 1:0. Bild: Keystone

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Am Dienstag verlor Kloten gegen den Tabellenletzten Fribourg 0:4. Gestern verlor Kloten gegen den Tabellenletzten Ambri 2:4. Und wenn es so weitergeht, heisst der Tabellenletzte sehr bald Kloten. Gegen den hätte der EHC dann wenigstens die Gewissheit, nicht zu verlieren.

Die Aussichten sind schlecht für Kloten. Und diesem Urteil, so muss man festhalten, schliessen sich die Spieler offenbar widerstandslos an. Sie weigern sich standhaft, die neue Situation zu akzeptieren. Die Tatsache, dass eben Tommi Santala nicht mehr hier ist. Zur Erinnerung: Mit dem Center der ersten Linie hat man vier Partien in Folge verloren, es liegt also nicht nur an seiner Absenz, dass nichts mehr funktioniert. Es liegt auch an denen, die jetzt noch im Team sind.

Harmlos und mutlos

Kloten trat gestern, wie schon am Dienstag gegen Fribourg, harmlos, drucklos und mutlos auf. Dabei war Ambri im Vergleich zu Gottéron ein laues Lüftlein, eine Mannschaft, die auch gestern zu bezwingen gewesen wäre. So aber gab es die zweite Niederlage in der Valascia in den letzten zwölf Partien. Selbst der Lieblingsgegner am Lieblingsort war besser.

Keiner der Klotener hielt sich ans Konzept, an das, was die Stärke dieser Mannschaft ausgemacht hatte. Jeder versuchte irgendwie irgendetwas zu bewegen. Es wäre ja der eine oder andere Abpraller im Raum vor dem Tor von Sandro Zurkirchen zu holen gewesen, aber Kloten begab sich gar nicht dorthin.

Höhepunkte der Ideen- und Hilflosigkeit waren jeweils in den Phasen anzuschauen, die Mannschaften normalerweise nützen, um Tore zu schiessen: mit zwei Feldspielern mehr. Ambri schoss seine zwei ersten Treffer so. Kloten hatte nicht weniger als drei (!) Möglichkeiten, mit zwei Mann mehr etwas zu bewirken. Einmal 50 Sekunden lang, einmal 52 Sekunden lang, einmal 93 Sekunden lang. Das Resultat war einfach nur kläglich. Nicht ein einziges Mal wurde es gefährlich in der Ambri-Zone.

Gemütlichkeit, vorgelebt vom französischen Verteidiger Hequefeuille, schien das Motto für die Überzahlspiele zu sein. Dem Mitspieler die Scheibe zuschieben war ebenfalls eine sehr beliebte Disziplin.

Eine Mannschaft, die daran glaubt, dass sie ein Spiel gewinnen kann, sieht anders aus als Kloten am Dienstag und gestern. Auch in Ambri schien die Equipe förmlich darauf zu warten, dass sie endlich das erste Gegentor kassieren durfte. Die Gegenwehr vor dem eigenen Tor, in der eigenen Zone, ist völlig ungenügend. Der ganze Auftritt von gestern verdient keine andere Wertung als «ungenügend».

Dabei brachte René Back nach dem 0:2 mit seinem Tor, direkt von der Strafbank kommend, irgendwie etwas Luft in diese Mannschaft. Danach hätte nur schon eine durchschnittliche Powerplay-Ausbeute genügt, um in der Valascia zu punkten. Bezeichnend war dann, dass die letzte Powerplay-Gelegenheit mit einem Konter zum dritten Ambri-Tor endete. Dass Denis Hollenstein in der letzten Minute doch noch den zweiten Klotener Treffer erzielte, änderte nichts am Gesamteindruck. Kloten, bei dem Patrick von Gunten ausschied, versuchte irgendwas, aber sicher nicht das, was ein Trainer anordnen würde.

Und James Sheppard hinkt noch immer einen Schritt hinterher. Das Team muss eher ihmhelfen als umgekehrt. Entweder steht die Mannschaft heute auf und kämpft sich aus dem Schlamassel, oder sie verliert im Selbstmitleid auch gegen Genf und rutscht weiter Richtung Tabellenende.

Santala in Bratislava

Während der EHC eine nächste Niederlage abholte, reiste Tommi Santala gestern nach Bratislava. Der Finne, der Kloten am Montag verlassen hat, unterschrieb allerdings nicht bei Slovan, sondern bei Metallurg Magnitogorsk, dem Gagarin-Cup-Sieger von 2014 und 2016. Heute spielt Metallurg in Bratislava. Santalas Vertrag in der KHL läuft nur bis Saisonende. Er soll bei «Magnitka» den Polen Wojtek Wolski ersetzen, der sich eine schwere Verletzung zugezogen hat. Bekanntester Spieler in Magnitogorsk ist mit Stürmer Sergej Mosjakin der Topskorer der Liga.

Erstellt: 23.12.2016, 13:41 Uhr

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