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Davoser Debakel gegen Bern – Zug entgleist

Übermächtiger Leader: Der SC Bern deklassiert den HCD in der Davoser Eishalle mit 6:1. Der EVZ setzt seine Negativserie fort und erntet dafür Pfiffe.

Debakel in Davos: Der SC Bern unterstreicht seine Dominanz mit einem Kantersieg im Spitzenkampf gegen den HCD. Die Bären demontieren das Team von Arno Del Curto in den Bergen mit 6:1.
Debakel in Davos: Der SC Bern unterstreicht seine Dominanz mit einem Kantersieg im Spitzenkampf gegen den HCD. Die Bären demontieren das Team von Arno Del Curto in den Bergen mit 6:1.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Berner Torfestival: Dank einem Doppelschlag innert einer halben Minute führte der SCB vor der ersten Drittelspause bereits mit 3:0.
Berner Torfestival: Dank einem Doppelschlag innert einer halben Minute führte der SCB vor der ersten Drittelspause bereits mit 3:0.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Derby-Sieg: Der HC Lugano gewinnt dank einem Exploit der vierten Sturmlinie zum zweiten Mal gegen Ambri.
Derby-Sieg: Der HC Lugano gewinnt dank einem Exploit der vierten Sturmlinie zum zweiten Mal gegen Ambri.
Pablo Gianinazzi, Keystone
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Der SC Bern entscheidet auch den zweiten Vergleich mit dem HC Davos in dieser Saison für sich. Der Meister fügt den Bündnern beim 1:6 im Klassiker die höchste Saisonniederlage zu. Letztmals hat der HCD vor zwölf Jahren beim 4:9 gegen Ambri-Piotta im eigenen Stadion mit fünf Toren Unterschied verloren.

Simon Bodenmann und Ramon Untersander hatten in der 18. Minute mit einem Doppelschlag innert 15 Sekunden vom 2:0 zum 3:0 für die frühe Entscheidung gesorgt. Bodenmann, dessen Transfer für nächste Saison zu den ZSC Lions am Donnerstag publik wurde, traf später auch noch zum 4:0 und zeichnete sich als einziger SCB-Doppeltorschütze aus.

Souveräner Leader

Bern zeigte drei Tage nach dem Dämpfer in der Champions Hockey League (2:3 im Achtelfinal-Hinspiel zuhause gegen München) in der Liga wieder sein gewohnt erfolgreiches Gesicht. Defensiv kompakt, mit Willen und Kampfbereitschaft und der nötigen Effizienz in der Offensive kam das Team von Kari Jalonen im Bündnerland bereits zum 13. Sieg in den letzten 14 Ligaspielen.

Einziger Makel an einem ansonsten äusserst gelungenen Abend war für die Berner der verpasste Shutout von Leonardo Genoni (32 Paraden). Einzig HCD-Topskorer Marc Wieser konnte den frühere HCD-Meistergoalie (2009, 2011, 2015) elf Minuten vor Schluss bezwingen. Im Tor der Bündner zeigte sich sowohl Joren van Pottelberghe wie auch dessen Ersatz Gilles Senn bei den Gegentoren nicht immer sattelfest.

Die Zuger Misere

Der EVZ steckt nun definitiv in der Krise. Im Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron setzt es mit 4:6 die sechste Niederlage hintereinander ab. Vorher hat der EVZ neun von zehn Partien gewonnen. Die Partie verlief packend. Am Ende drängte Zug auf den Ausgleich. 7100 Zuschauer in der ausverkauften Arena peitschten den EVZ nach vorne. Der HC Fribourg-Gottéron brachte aber den Sieg über die Zeit. Die Truppe von Harold Kreis erntete am Schluss der Partie Pfiffe vom Heimpublikum.

Die Freiburger setzten sich verdientermassen durch, weil ihnen während der hektischen ersten 40 Minuten markant weniger Fehler unterliefen. Fehler leisteten sich aber beide Teams. Raphael Diaz, Zugs Captain, trug mit zwei Puckverlusten vor Gegentoren erheblich dazu bei, dass Freiburg nach 24 Minuten 4:1 führte. Ein Fehler von Goalie Ludovic Waeber und ein Shorthander verhalfen Zug in der 28. Minute zurück ins Spiel. Innerhalb von 194 Sekunden glichen die Innerschweizer zum 4:4 aus. Nur drei Minuten später brachte Roman Cervenka Gottéron aber wieder in Führung.

Zurück auf der Siegesstrasse

Danach spielte Freiburg vorsichtiger, weshalb in den letzten 26 Minuten der Partie bis zum 6:4 in der Schlussminute (ins leere Tor) keine weiteren Treffer mehr fielen. Robin Cervenka erzielte seine Saisontore 3 bis 5. Andrey Bykow erzielte ein Tor und bereitete drei vor. Dieses Duo führte Gottéron zurück auf die Siegesstrasse. Vor diesem Auswärtssieg hatte Freiburg nur eines der letzten acht und nur zwei der letzten elf Spiele gewonnen. Allerdings verlor Gottéron bei fünf der letzten sechs Niederlagen entweder im Penaltyschiessen (3x) oder in der Verlängerung (2x).

Biel fängt sich gegen Langnau

Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie gelingt dem EHC Biel im Strichkampf gegen die SCL Tigers ein kapitaler Sieg. Das 2:1 der Seeländer verschafft Trainer Mike McNamara wieder etwas Luft. Der 68-jährige Kanadier hatte nach der jüngsten Niederlagenserie sämtliche Sturmlinien durcheinander gewirbelt. Die Massnahme zeigte die erhoffte Wirkung. Mit einem Zwischenspurt im Mitteldrittel gelang Biel der langersehnte Befreiungsschlag.

Die Bieler gingen im Powerplay durch einen sehenswerten Treffer von Jason Fuchs nach 24 Minuten in Führung. Topskorer Robbie Earl erhöhte 13 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels bei angezeigter Strafe gegen die SCL Tigers auf 2:0. Für den Amerikaner war es der 100. Treffer in der höchsten Schweizer Spielklasse.

Fels in der Brandung

Ein wichtiges Puzzle auf dem Weg zum Heimsieg war auch der zuletzt viel kritisierte Jonas Hiller. Der langjährige NHL-Goalie hielt sein Team im Schlussdrittel mit zahlreichen starken Paraden im Spiel. Einzig in der 46. Minute musste sich der Appenzeller (in Unterzahl) von Raphael Kuonen geschlagen geben. Zum Ausgleich reichte es den Emmentalern aber trotz einem Schussverhältnis von 15:4 im Schlussdrittel nicht mehr. Während Biel vor dem kapitalen Auswärtsspiel am Samstag in Ambri einen Sprung auf Rang 7 machte, sind die SCL Tigers als Neunter weiter unter dem Playoff-Strich klassiert.

Luganos zweiter Derby-Sieg

Im dritten Tessiner-Derby der Saison kommt Lugano gegen Ambri-Piotta mit einem 3:1 zum zweiten Sieg. Sébastien Reuille besorgt in der 53. Minute die Vorentscheidung für den Favoriten. Ausgerechnet die vierte Angriffsformation mit Giovanni Morini, Matteo Romanenghi und Reuille, die kaum Eiszeit erhielt, brach für Lugano im Schlussabschnitt mit dem 2:1 den Bann. Die übrigen Sturmlinien hatten vorher etliche hervorragende Torchancen vergeben. Das 3:1 fiel erst im Finish mit einem Schuss ins leere Tor durch Linus Klasen.

Bei Lugano hütete mit Daniel Manzato die nominelle Nummer 2 das Tor. Elvis Merzlikins hatte sich am Vormittag beim Abschlusstraining am Handgelenk verletzt und fällt mindestens eine Woche lang aus. Manzato, ein Goalie mit WM-Erfahrung, kam erst zum vierten Mal diese Saison zum Einsatz. In diesen vier Partien liess er nur sieben Gegentore zu und führte Lugano zu drei Siegen. Die ersten beiden Goals fielen im zweiten Abschnitt: Luca Fazzini brachte Lugano in Überzahl in Führung; Dominic Zwerger glich sieben Sekunden vor der zweiten Pause zum 1:1 aus. Ambri kassierte beim 0:1 erstmals seit dem 9. Oktober und nach mehr als sechs Spielen wieder ein Gegentor in Unterzahl.

Davos - Bern 1:6 (0:3, 0:2, 1:1) 4924 Zuschauer. - SR Stricker/Urban, Fluri/Kovacs. Tore: 14. Rüfenacht (Arcobello, Moser) 0:1. 18. (17:12) Bodenmann (Untersander) 0:2. 18. (17:27) Untersander (Haas, Kämpf) 0:3. 21. (20:39) Bodenmann (Raymond, Noreau) 0:4. 33. Arcobello (Rüfenacht, Untersander) 0:5. 49. Marc Wieser (Corvi, Du Bois) 1:5. 55. Moser 1:6. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Bern. PostFinance-Topskorer: Marc Wieser, Ebbett. Davos: Von Pottelberghe/Senn (ab 21.); Du Bois, Barandun; Aeschlimann, Nygren; Schneeberger, Paschoud; Jung, Grossniklaus; Eggenberger, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Burren, Noreau; Kamerzin, Krueger; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Bodenmann, Ebbett, Raymond; Kämpf, Haas, Scherwey; Hischier, Heim, Randegger; Meyer. Bemerkungen: Davos ohne Lindgren und Heldner, (beide verletzt), Sciaroni (überzählig), Bern ohne Beat Gerber, Berger und Andersson (alle verletzt), Pyörälä (überzähliger Ausländer). 40. Kämpf verletzt ausgeschieden.

Zug - Fribourg-Gottéron 4:6 (1:2, 3:3, 0:1)7100 Zuschauer (ausverkauft). - SR Koch/Piechaczek (SUI/GER), Küng/Obwegeser. Tore: 4. Cervenka (Bykow, Rossi) 0:1. 7. Martschini (Stalberg) 1:1. 15. Chavaillaz (Holos, Mottet) 1:2. 21. (20:14) Bykow (Rossi) 1:3. 25. Cervenka (Bykow) 1:4. 28. Schnyder (McIntyre/Ausschluss Fohrler!) 2:4. 30. Stalberg (Suri, Martschini/Ausschluss Bykow) 3:4. 32. Martschini (Diaz/Ausschluss Rivera) 4:4. 35. Cervenka (Bykow) 4:5. 60. (59:25) Rossi (Slater, Birner) 4:6 (ins leere Tor). Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. PostFinance-Topskorer: Roe; Birner. Zug: Stephan; Diaz, Geisser; Schlumpf, Thiry; Oejdemark, Morant; Fohrler; Martschini, Roe, Stalberg; Lammer, McIntyre, Suri; Haberstich, Holden, Senteler; Schnyder, Kast, Forrer. Fribourg-Gottéron: Waeber; Holos, Chavaillaz; Kienzle, Stalder; Rathgeb, Schilt; Glauser, Leeger; Rossi, Bykow, Cervenka; Meunier, Slater, Birner; Neuenschwander, Schmutz, Mottet; Fritsche, Rivera, Vauclair. Bemerkungen: Zug ohne Alatalo, Diem, Grossmann, Helbling und Klingberg, Fribourg-Gottéron ohne Brust, Marchon und Sprunger (alle verletzt). - Timeouts: Zug (59:09); Fribourg-Gottéron (30.).

Biel - SCL Tigers 2:1 (0:0, 2:0, 0:1) 5486 Zuschauer. - SR Oggier/Vinnerborg, Abegglen/Castelli. Tore: 24. Fuchs (Pedretti/Ausschluss Punnenovs) 1:0. 40. (39:47) Earl (Lofquist/Strafe angezeigt) 2:0. 47. Kuonen (Erkinjuntti, Koistinen/Ausschluss Sutter) 2:1. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers. PostFinance-Topskorer: Earl; Erkinjuntti. Biel: Hiller; Fey, Kreis; Lofquist, Forster; Maurer, Jecker; Dufner; Tschantré, Earl, Pouliot; Fabian Lüthi, Neuenschwander, Schmutz; Pedretti, Fuchs, Rajala; Joggi, Sutter, Wetzel; Nussbaumer. SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Koistinen; Blaser, Erni; Randegger, Huguenin; Elo, Gustafsson, Erkinjuntti; Nüssli, Albrecht, Dostoinow; Kuonen, Gagnon, Neukom; Gerber, Peter, Lardi; Weibel. Bemerkungen: Biel ohne Diem und Steiner (beide verletzt), Micflikier (überzähliger Ausländer), SCL Tigers ohne Nils Berger, Pascal Berger, Haas, Rüegsegger, Seydoux und Stettler (alle verletzt). Timeout Biel (58.). SCL Tigers von 58:19 bis 60:00 ohne Torhüter.

Lugano - Ambri-Piotta 3:1 (0:0, 1:1, 2:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebeisen/Wiegand, Borga/Wüst. Tore: 29. Fazzini (Sanguinetti, Klasen/Ausschluss Conz) 1:0. 40. (39:53) Zwerger (Plastino, D'Agostini) 1:1. 53. Reuille (Wellinger, Chiesa) 2:1. 60. (59:53) Klasen (Walker) 3:1 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lugano, 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Klasen; D'Agostini. Lugano: Manzato; Furrer, Sanguinetti; Vauclair, Ulmer; Ronchetti, Chiesa; Wellinger; Klasen, Lajunen, Fazzini; Hofmann, Lapierre, Walker; Sannitz, Cunti, Bertaggia; Reuille, Romanenghi, Morini; Zoring. Ambri-Piotta: Conz; Zgraggen, Plastino; Gautschi, Fora; Ngoy, Jelovac; Collenberg; Zwerger, Emmerton, D'Agostini; Müller, Taffe, Berthon; Lauper, Goi, Lhotak; Bianchi, Kostner, Trisconi; Mazzolini. Bemerkungen: Lugano ohne Merzlikins, Brunner, Bürgler und Kparghai, Ambri-Piotta ohne Stucki, Pinana und Hrabec (alle verletzt). - Pfostenschüsse: Kostner (26.); Lauper (58.). - Timeout Ambri-Piotta (31.).

SDA/nos

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