Eishockey

Der EHC feiert Premiere in der «Gütti»

Mit einem 4:1-Erfolg in Weinfelden hat der EHC Winterthur gleich zwei Negativserien auf einen Schlag beendet: Er gewann nach sechs Niederlagen endlich wieder einmal. Vor allem aber gelang ihm der erste Auswärtssieg gegen Thurgau seit dem Aufstieg in die Swiss League.

EHCW-Goalie Remo Oehninger war beim 4:1-Sieg gegen den HC Thurgau ein sicherer Wert.

EHCW-Goalie Remo Oehninger war beim 4:1-Sieg gegen den HC Thurgau ein sicherer Wert. Bild: Madeleine Schoder

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Für den EHCW wars ein historischer Tag: In der dritten Saison in der zweithöchsten Spielklasse besiegte er den HC Thurgau erstmals auswärts, nachdem dies vorher in acht Versuchen missraten war. Wichtig auch: Die Winterthurer benötigten zwar Glück. Aber sie haben den Sieg keinesfalls gestohlen. Denn sie waren am Ende einfach die bessere Mannschaft: im Abschluss, aber ebenso in der Defensive.

Den «Gamewinner» erzielte Verteidiger Patrick Blatter mit einem Weitschuss zum 2:1 in der 35. Minute. Für die Vorentscheidung sorgte Marco Lehmann, indem er Janick Schwendener zehn Minuten vor Schluss solo zum 3:1 bezwang. Jan Lee Hartmann schliesslich machte mit einem Schuss ins leere Tor in der 57. Minute alles klar, als Thurgau alles auf eine Karte setzte.

Hätte das Spiel auch anders ausgehen können, so wie bis dahin immer, wenn der EHCW in der Güttingersreuti antrat? Ja. Denn die Winterthurer hatten zwar in den ersten 40 Minuten mehr vom Spiel. Aber Thurgau war insbesondere zu Beginn des zweiten Drittels gefährlicher. Das Glück des EHCW war, dass Jeadon Descheneau bei einem Break in Unterzahl und kurz darauf Michael Loosli nur das Torgestänge trafen. Hätte Thurgau in dieser Phase das 2:1 erzielt, so wäre das «normal» für die Ostschweizer Derbys gewesen.

Das Heft in der Hand

Diesmal aber lief es anders. Die Winterthurer nahmen das Heft danach energisch wieder in die Hand und kamen durch Thierry Bader und Anthony Staiger ihrerseits zu guten Chancen. Staiger hatte alleine vor Schwendener den EHCW in der 3. Minute 1:0 in Führung gebracht. Im Mitteldrittel scheiterte er aber am Thurgauer Goalie. Das schadete seinem Team nicht, weil Blatter kurz darauf aus einer weit weniger günstigen Position zum 2:1 traf.

Es war das erste Mal, dass der EHCW in Weinfelden mit einem Vorsprung ins letzte Drittel gehen konnte. Das Team von Michel Zeiter hat ja durchaus seine Qualitäten, wenn es darum geht, eine Führung über die Zeit zu bringen. Nur hat es diese schon lange nicht mehr zeigen können. Thurgau hatte zwar im Schlussdrittel noch seine Möglichkeiten, doch diesmal, so schien es, waren einfach die Winterthurer mal an der Reihe mit einem Sieg. Entweder hielt Oehninger oder die Schüsse gingen knapp daneben oder sie wurden mit vereinten Kräften geblockt.

Vom Personal her konnte Zeiter wie angekündigt aus dem Vollen schöpfen. Denn Kloten stellte mit Thierry Bader, Adrian Wetli, Lehmann und Patrick Zahner gleich vier junge Stürmer zur Verfügung. Dafür waren Routinier Joshua Theodoridis und Dominik Devaja überzählig. Thurgau dagegen fehlten mit El Assaoui und Wollgast gleich zwei erfahrene Verteidiger. Für den EHCW war das also eine Chance, und danach kann man sagen: Er hat sie gepackt.

Die Winterthurer versuchten von Anfang an, viel Forechecking zu betreiben. Das zahlte sich mit Staigers 1:0 aus. Eigentlich hätte der EHCW nach 20 Minuten schon führen müssen. Thurgau verhinderte das, weil es sein erstes Powerplay durch Cam Braes zum 1:1 ausnützte. Beim EHCW dagegen verpasste vor allem Kevin Bozon die eine oder andere Gelegenheit zu einem Tor.

Die Nerven behalten

Für den EHCW sprach, dass er sich diesmal, anders als noch gegen Ajoie, vom 1:1 nicht aus dem Tritt bringen liess. Er gab den Ton an, bis er wieder in Führung lag. Erst dann konnte seinerseits Thurgau Druck machen – allerdings nicht, ohne den Winterturern immer wieder Kontergelegenheiten zugestehen zu müssen. Eine davon nützte Lehmann zum 3:1.

Der Sieg in der Weinfelder «Gütti» bedeutet für den EHCW auch: Er ist durchaus in der Lage, eines der Top-6-Teams der Swiss League zu bezwingen. Das ist ihm seit dem 6:5-Heimsieg gegen Thurgau in der 3. Runde nicht mehr gelungen. Es ist also auch ein Sieg, der für den Endkampf um den Einzug in die Playoffs Hoffnung gibt. (Der Landbote)

Erstellt: 28.12.2017, 23:24 Uhr

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