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Der EHCW bricht den Bann

Nach zwölf Niederlagen in Serie hat der EHCW wieder einmal das bessere Ende für sich behalten: Dank drei Powerplay-Treffern schlugen die Winterthurer die GCK Lions in Küsnacht 3:0.

Philip Beeler (rechts) war Doppeltorschütze für den EHCW. Hier erzielt er das 2:0.
Philip Beeler (rechts) war Doppeltorschütze für den EHCW. Hier erzielt er das 2:0.
Sabine Rock

Es war ein eher trister Sonntag im Spätherbst, und doch: Bei der Anfahrt zur Kunsteisbahn in Küsnacht drückte die Sonne ein wenig durch, gerade so, als wollte sie den Winterthurer Eishockeyanern ein Zeichen senden. Wenn es so war, ist es angekommen. Denn nach Wochen der Niederlagen – der letzte Sieg war ein 2:0 gegen Thurgau am 8. Oktober gewesen – setzte sich der EHCW in Küsnacht gegen die GCK Lions 3:0 durch.Den Ausschlag gab, dass die Winterthurer von sieben gegnerischen Strafen drei ausnutzten, während die GCK Lions erfolglos blieben, als die Winterthurer die Strafbank drückten, was immerhin achtmal der Fall war. Philip Beeler brachte den EHCW in der 23. Minute in Führung, der ehemalige GCK-Lions-Spieler war es auch, der in der 44. Minute auf 2:0 erhöhte und die Junglöwen damit unter erheblichen Druck setzte. Bei diesem Treffer, seinem fünften in dieser Saison, setzte Beeler nach einem Schuss Jorden Gählers so entschlossen und aggressiv nach, dass die Schiedsrichter erst das Video konsultierten um sicher zu sein, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war. Das 3:0 gelang Topskorer Gian-Andrea Thöny in der 58. Minute.

Solidarisch aufgetreten

Beim 1:0 Beelers waren Fabian Ganz und Adi Wichser die Assistenten, die entscheidende Spielverlagerung aber kam von Alex Hutchings. Der Kanadier mag in den Zweikämpfen manchmal Defizite haben, aber er zeigt doch immer wieder, dass er über Qualitäten verfügt, die dem EHCW weiterhelfen. Neben Hutchings und Wichser stürmte gestern erstmals Beeler. Das scheint gut zusammenzupassen und war eine Massnahme von Trainer Michel Zeiter, die gestern aufging.

Eine andere war, für Powerplay und Boxplay jeweils verschiedenes Personal einzusetzen. Auch dieser Plan funktionierte. Es war am Ende jedenfalls schwer zu sagen, ob es eher das die Phasen in Unter- oder Überzahl waren, die dem EHCW den entscheidenden Vorteil eintrugen. «Jeder Spieler hat seine Rolle gut erfüllt», lobte Zeiter. «Auch die gegenseitige Unterstützung war da, alle haben fürs Team gekämpft.»

Alle jedenfalls, die da waren. Denn Thomas Studer und Luka Hoffmann durften nicht mittun, obwohl Zeiter nur 18 Feldspieler ins Matchblatt eintragen konnte. Auf die Frage nach den Gründen blieb der Trainer kurz angebunden: «Überzählig», lautete sein knapper Kommentar dazu. Wie schon am Freitag gegen Langenthal standen nur sechs Verteidiger zur Verfügung. Alain Bircher, der für einen Einsatz vorgesehen gewesen wäre, hatte am Vortag mit Kloten gegen Langnau einen Restausschluss kassiert und war gesperrt. Anders als gegen Langenthal standen die Winterthurer den Match diesmal aber ohne nennenswerte Schwächen durch, physisch und mental.

Oehningers dritter Shutout

Eine Führung über die Zeit zu bringen ist ja auch etwas anderes als einem Rückstand hinterher zu rennen. Dass die Winterthurer in der ersten Disziplin ziemlich gut sein können, haben sie im ersten Teil der Saison öfter bewiesen. In den letzten Wochen sind sie aber kaum noch in diese Lage gekommen. Wenn sie mal das 1:0 schossen, wie etwa in Martigny oder gegen Visp, hatte der Gegner den Match bald einmal gekehrt. Dass das diesmal nicht passierte, war einer einwandfreien Defensivleistung der ganzen Mannschaft geschuldet, die Remo Oehninger zum bereits dritten Shutout der Saison verhalf. Der Winterthurer Goalie wehrte 40 Schüsse ab. Er musste auch die eine oder andere Schlüsselparade zeigen. Zum Beispiel in der 37. Minute als er den alleine auf ihn zu stürmenden Damon Puntus stoppte. Aber es gab keine gröberen Schnitzer seine Vorderleute, die Oehninger ausbügeln musste.

Trainer Zeiter freute sich über eine «stabile Leistung des ganzen Teams über die ganze Spielzeit», was lange nicht mehr der Fall gewesen war. Sechs Wochen lang waren die Winterthurer immer wieder durch eigene Aussetzer auf den Pfad der Niederlage gedrängt worden. Gestern musste man allerdings auch sagen, dass die GCK Lions kein Team waren, das solche Fehler erzwang, wie es Langenthal zwei Tage vorher getan hatte. In Küsnacht schossen die Junglöwen in dieser Saison schon zum vierten Mal kein Tor.

Zweimal La Chaux-de-Fonds

Das muss die Winterthurer nicht kümmern. «Ich freue mich für die Spieler», sagte Trainer Zeiter. «Sie haben unter der Niederlagenserie gelitten, aber immer an die Wende geglaubt.» Der lang ersehnte Sieg wirkt hoffentlich befreiend. Der Rückstand auf Rang 8, den neu Ajoie belegt, beträgt nur noch vier Punkte. Euphorisch aber wird deswegen keiner werden: Denn morgen Dienstag kommt mit La Chaux-de-Fonds der Leader nach Winterthur. Und am Sonntag gleich nochmals.

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