Eishockey

Der EHCW steht vor einer entscheidenden Woche

Gewinnt der EHC Winterthur gegen die GCK Lions und Sierre nicht, wird die Distanz zum Playoff-Strich höchstwahrscheinlich zu gross, um sie noch zu überwinden.

An ihm liegts nicht: EHCW-Stürmer Riley Brace ist in der Skorerliste der Swiss League die Nummer 4.

An ihm liegts nicht: EHCW-Stürmer Riley Brace ist in der Skorerliste der Swiss League die Nummer 4. Bild: Heinz Diener

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Es ist wieder einmal eine «Woche der Wahrheit», die dem EHCW vor der Nationalmannschaftspause bevorsteht. Er empfängt am Dienstag die GCK Lions und reist am Samstag zu Aufsteiger Sierre. Es sind zwei Spiele, die die Winterthurer unbedingt gewinnen müssen. Wenn nicht, ist es nicht nur unrealistisch, das Playoff noch zu erreichen, sondern auch, den Strich überhaupt nochmals in Sichtweite zu bekommen. Denn der Rückstand auf die GCK Lions, die mit dem bisher enttäuschenden Playoff-Finalisten La Chaux-de-Fonds die Ränge 7 und 8 belegen, beträgt jetzt schon zwölf Punkte. Sind es nach Runde 27 nicht deutlich weniger, ist schwer vorstellbar, dass der EHCW in den verbleibenden 17 Partien soviel aufholen kann.

Differenz in wenigen Spielen

Der Rückstand also ist erheblich. Zustandegekommen ist er im wesentlichen in kurzer Zeit. Die GCK Lions holten in den letzten sechs Runden zwölf Punkte, der EHCW nur drei (gegen Biasca). Die Küsnachter gewannen am Sonntag zwar nicht, aber bei der 4:5-Niederlage im Penaltyschiessen gegen La Chaux-de-Fonds holten sie wenigstens einen Zähler. Davor schlugen sie Langenthal 4:1 und Olten 5:4. Der EHCW verlor exakt umgekehrt gegen Langenthal 1:4 und gegen Olten 4:5. Eine Verlängerung oder ein Penaltyschiessen hat er diese Saison noch nie erreicht. Die Winterthurer Hoffnung ist also: Wer sich einen Rückstand schnell eingehandelt hat, kann ihn auch schnell wieder aufholen – wenn die Leistung einigermassen stimmt, was im November nur beim 1:7 in Pruntrut nicht der Fall war. Die Punkeausbeute des EHCW ist im November geringer ausgefallen, als sie hätte sein können. Eine wesentliche Rolle dabei spielte, dass das Team von Trainer Michel Zeiter immer in Rückstand geriet.

Auch deshalb hat es pro Spiel erst 0,84 Zähler geholt, die GCK Lions aber 1,21 – halten sie diesen Schnitt, wird es fürs Playoff reichen. Das Farmteam profitiert im Moment davon, dass es die ZSC Lions schon die ganze Saison kaum verletzte Spieler haben. Gegen La Chaux-de-Fonds spielten am Sonntag in Küsnacht mit Verteidiger Alexander Braun und den Stürmern Yannick Brüschweiler, Justin Siegrist und Axel Simic vier Spieler, die vor der Saison mit Verträgen bei den ZSC Lions ausgestattet wurden. Mit Antonio Rizzello und Léonardo Fuhrer wurden zudem zwei weitere Routiniers mit Führungsqualitäten verpflichtet. Bisher funktioniert diese Mischung sehr gut. Kaum einmal ist das von Michael Liniger geführte Team in einem Match chancenlos. Man kann also sagen: In den letzten Jahren haben die GCK Lions nie über längere Zeit eine so starke Mannschaft gestellt wie gerade jetzt.

Es fehlt weniger, als man denkt

Trotzdem fehlt den Winterthurern womöglich weniger, als man denkt, um ein ähnliches Rendement zu erreichen. Das lassen die Direktbegegnungen vermuten: Im ersten Vergleich spielte der EHCW in Küsnacht schlecht und verlor prompt 4:7. Im zweiten waren die GCK Lions nicht gut, und dann gewannen eben die Winterthurer mit 3:1.

Zwar weisen die GCK Lions mit 79:84 das deutlich bessere Torverhältnis auf als die Winterthurer (65:111). Zu den Gegentoren muss man jedoch festhalten: Der EHCW hat sechs Kanterniederlagen mit sieben, acht oder neun Gegentoren eingefahren. Das sieht natürlich ganz schlecht aus. Er hätte aber keinen einzigen Punkt mehr auf dem Konto, wenn er in jedem dieser Spiele fünf Tore weniger erhalten hätte. Aber er wäre punkto Gegentore irgendwo im Bereich der GCK Lions.

Vor dem Tor kaltblütiger werden

Herausgeholt haben die GCK Lions ihren Vorsprung auf die Winterthurer also, weil sie mehr Tore erzielten und das im richtigen Moment. Deshalb muss der EHCW ab sofort vor allem im Abschluss kaltblütiger werden. Das heisst: Die Tore dann machen, wenn sich die Chancen dazu bieten und eben aus denjenigen Spielen etwas mitnehmen, in denen die Leistung stimmt. Dann könnte er im Strichkampf nochmals eine Rolle spielen.

Erstellt: 02.12.2019, 20:12 Uhr

Swiss League

EHC Winterthur - GCK Lions. Zielbau-Arena, Dienstag, 20 Uhr.

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