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Der plötzliche Abschied nach 77:10

Jan Mosimann schiesst die SCRJ Lakers in der Verlängerung zum 2:1 gegen Kloten und in die National League.

Die Entscheidung in der Verlängerung: Jan Mosimann (Mitte) schiesst die SCRJ Lakers zum 2:1-Sieg über Kloten und sein Team damit in die National League.
Die Entscheidung in der Verlängerung: Jan Mosimann (Mitte) schiesst die SCRJ Lakers zum 2:1-Sieg über Kloten und sein Team damit in die National League.
Keystone

Dominik Egli jubelte nach 68 Minuten und einer Sekunde. Er war der Meinung, sein Ablenker sei ins Tor von Melvin Nyffeler geglitten. Wäre er das tatsächlich, wäre Kloten weiterhin der dienstälteste Club in der National Leauge. Doch es fehlte vielleicht ein Zentimeter. Es ging weiter in diesem Abnützungskampf, der nach 60 Minuten nicht entschieden war. Und plötzlich waren es wieder die Lakers, die mehrEnergie zu haben schienen. Luca Boltshauser musste mehrmals retten.

Als die erste Klotener Linie, von den vielen Einsätzen entkräftet, einen weiteren Angriff starten wollte, nahm das Unglück für Kloten und das Glück für die Lakers seinen Lauf. Hollenstein bekam die Scheibe gar nie auf seine Schaufel, es lief bereits der Lakers-Angriff über Hügli. Die St. Galler waren in Überzahl, Hügli spielte quer zu Mosimann. Und der traf.

Vergebener Kampf des EHC

Damit war alles vorbei. Der lange Kampf der Lakers um eine Rückkehr in die höchste Liga endete im Happy End. Der lange Kampf der Klotener um den Klassenerhalt war vergebenes gewesen. Zwei Verlängerungen in der eigenen Halle hatten sie gewonnen, die dritte ging an den Herausforderer. Sie war die Kulmination in einem Abnützungskampf, in dem beide Teams an ihre Grenzen gehen mussten. Wieder einmal wurde die Halle im Schluefweg zu einem Festzelt für die Gäste. Schon in den letzten drei Finals (zweimal gegen Davos, einmal gegen die ZSC Lions) hatte Kloten den Feiernden zuschauen müssen.

Lars Frei trifft nach 11 Minuten und bringt die Lakers in Führung.
Lars Frei trifft nach 11 Minuten und bringt die Lakers in Führung.
Keystone
Rapperswils Frederic Iglesias verteidigt gegen Klotens Dominik Egli.
Rapperswils Frederic Iglesias verteidigt gegen Klotens Dominik Egli.
Keystone
Der Baumeister des Erfolgs: Lakers-Cheftrainer Jeff Tomlinson beim Händedruck mit den Gegnern aus Kloten.
Der Baumeister des Erfolgs: Lakers-Cheftrainer Jeff Tomlinson beim Händedruck mit den Gegnern aus Kloten.
Keystone
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Der EHC Kloten und die SCRJ Lakers haben ihren Anhängern in dieser verrückten Serie um den letzten Platz in der National League Höhen und Tiefen beschert, Glücksgefühle und Enttäuschungen, Hadern und Jubeln. Und unendliche Spannung. Es brauchte nicht nur das siebte Spiel, um den Sieger (oder den Verlierer) zu finden.

Santala als Barrista

Die Klotener hatten sich mit einem riesigen Effort in dieses Spiel zurückgekämpft, in dem sie in Rückstand gerieten. Und wenn die Lakers den ersten Treffer schiessen (dieses Mal durch Lars Frei nach 12 Minuten), dann ist ihnen höchst schwer beizukommen. Zuerst einmal musste Kloten schauen, dass das Konzept nicht völlig verloren ging. Deshalb auch wurde der sonst so besonnene Trainer André Rötheli sehr laut auf der Bank. Die Zeichen waren klar: Raus mit der Scheibe. Aber es gelang zu wenig.

In den Powerplays fehlte Tommi Santala als Organisator und Weitschütze. Der Finne arbeitete als Barrista im Presseraum, eine hartnäckige Prellung (Tomate) oberhalb des Knies hatte es ratsam erscheinen lassen, zu pausieren.

Die Zeit lief und lief – für die Lakers. Denis Hollenstein rackerte sich ab, er verlor den Stock, griff mit dem Gerät eines Mitspielers, das ihm von der Bank gereicht wurde, weiter an. Er wurde bearbeitet, seine Kräfte schwanden. Tim Ramholt gab auf der Bank Zeichen: Weiter, weiter. Und dann tat der Mann, der sonst immer darauf bedacht ist, den Puck zu halten oder ein gutes Zuspiel anzubringen, Unerwartetes: Tomi Sallinen, der zweite finnische Center, lief aus der Ecke Richtung Tor, liess Steve Mason das Nachsehen und brachte den Puck im zweiten Versuch unter Melvin Nyffeler durch. Ausgleich nach 49:24.

Verdientes 1:1

Die Klotener Fans standen nur noch, die Lakers-Anhänger waren ruhiger. Nur einmal noch, nach 59:55, als ein Puck beinahe unter Boltshausers Schoner durchgerutscht wäre, sprangen sie auf. Dieses 1:1 hatte sich Kloten verdient. Nicht durch das erste Drittel, aber dank der Steigerung im Mittelabschnitt. Irgendwann in der 30. Minute ging ein Ruck durch die Klotener Mannschaft. Es folgte eine richtige Druckphase, unterbrochen nur kurz durch eine Strafe gegen Arne Ramholt. Tim Bozon, Tomi Sallinen und dann vor allem Vincent Praplan (40.) hatten gute Chancen auf den Ausgleich.

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