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Die erste Liebe gegen die zweite

Der SC Küsnacht und Chlote: Eine Rückkehr zu altem Eis – ich bin hin- und hergerissen.

Die Fans des EHC Kloten bejubeln auf der KEK in Küsnacht ein Tor. (Bild Fredy Wettstein)
Die Fans des EHC Kloten bejubeln auf der KEK in Küsnacht ein Tor. (Bild Fredy Wettstein)

Es war sehr kalt, damals, 1963. Nie mehr war ein Winter derart frostig, der Zürichsee war eine riesige Eisfläche, es war die wohl letzte Seegfrörni für immer. Und die Eishockeyaner des SC Küsnacht hätten ihre Spiele in jenem Jahr auf dem Schübelweiher oben im Dorf austragen können, auf Natureis, umgeben von Schilf und Sträuchern, eine Baracke diente als Garderobe. Aber es war jener Winter, in dem die Küsnachter ihre offene Kunsteisbahn bekamen, die KEK in Itschnach. Sie waren stolz, es gab damals noch nicht sehr viele Kunsteisbahnen.

An einem Sonntagabend Anfang März bebte die KEK ein erstes Mal: Winterthur war zu Gast, einige von den Spielern sollen direkt von der Fasnacht gekommen sein und noch Konfetti in den Haaren gehabt haben, Helme trug man noch keine. Küsnacht siegte 11:0 und stieg in die Nationalliga B auf. Elf Jahre blieb der SCK dort, bis er freiwillig abstieg, weil das Geld fehlte, auch wenn der Verein nie Prämien bezahlte.

Der SC Bern, Davos, Lugano oder Gottéron kamen auf die KEK, unvergessliche Momente, einmal, gegen Ambri, einige der 2500 Zuschauer stiegen auf das Dach der nahen Curlinghalle, schneite es so intensiv, dass der Puck trotz ständiger Eisreinigung immer wieder stecken blieb. Der Küsnachter Torhüter baute eine Mauer aus Schnee vor seinem Gehäuse, der SCK siegte 1:0.

Es war kalt, viele Jahre später, jetzt im Stadion von Kloten, das da noch Schluefweg hiess und nicht Arena plus irgendetwas wie heute. Unter dem Dach war es offen, ständiger Durchzug, zur Toilette musste man in den nahen Wald. Chlote war inzwischen mein Club, auch wegen ihnen, Felix Hollenstein, für alle der Fige, die Nummer 24 mit den wehenden Haaren, und später wegen Kimmo Rintanen, dem Zauberer mit Stock und Scheibe, «taikuri» auf Finnisch, poetisch klingt das, und so spielte er auch.

Es war kalt, vergangene Woche am Mittwoch, als aus dem Frühling ein Winter(tag) wurde. Die KEK in Küsnacht ist seit 1993 überdacht, eine schlichte Halle, der Lautsprecher scheppert, man versteht kaum eine Durchsage, 1260 sind gekommen, so viele wie seit langem nicht mehr. Die GCK Lions, das «K» im Namen steht für Küsnacht, spielen im Playoff gegen den EHC Kloten, und es sind sehr viele Chlotener in der Halle, es ist laut.

Und ich? Hin- und hergerissen, die erste Liebe gegen die zweite – aber wie im Leben abseits des Eises ist die Erinnerung an die erste doch intensiver, also «Hopp SCK» oder eben GCK, aber gleichwohl irgendwie nur halbherzig. Chlote siegt 6:1.

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