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Die Lions holen den ersten Heimsieg

Das vierte Zürcher Derby der Saison wurde doch noch spannend, aber die ZSC Lions schlugen den EHC Kloten 4:2 (3:0, 0:2, 1:0).

Am Anfang und am Ende des Derbys jubelten die ZSC Lions (Chris Baltisberger nach seinem 1:0).
Am Anfang und am Ende des Derbys jubelten die ZSC Lions (Chris Baltisberger nach seinem 1:0).
Keystone

Es war die letzte Möglichkeit für die ZSC Lions, in dieser Qualifikation ihren Zuschauern einen Sieg über Kloten zu präsentieren. Das erste Saisonderby hatten sie im Hallenstadion nach Penaltyschiessen verloren, das zweite 1:2. Die Entschlossenheit, welche die Lions im ersten Drittel zeigten, war dementsprechend. Der ZSC konnte von einem hervorragenden Startdrittel sprechen und führte nach 17 Minuten bereits 3:0.

«Wir begannen sehr gut», sagte denn auch Verteidiger Patrick Geering. «Aber dann liessen wir sie wieder auf 3:2 herankommen, so dass es am Ende doch noch eng wurde. Wir sollten in solchen Situationen eigentlich abgeklärter sein. Doch wir haben verdient gewonnen.» Sie hätten dieses erste Powerplay nach 53 Minuten bekommen und es dann genutzt - durch Geering eben. Sein 4:2 war die Entscheidung, und die Szene, die zu diesem Überzahlspiel führte, wohl auch.

Tommi Santala liess sich auf ein Wortgefecht mit Patrick Thoresen ein. Aus den Worten wurden Fäuste, und dann kam ein Stock hinzu. Thoresen ging zu Boden. Die Schiedsrichter sprachen eine Fünfminutenstrafe gegen Santala aus wegen Check gegen den Kopf. Eigentlich aber war es ein Crosscheck, und das könnte dann mitentscheidend für das Spiel von heute gegen Zug werden. Bleibt es bei der Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Santala, dann kann er heute spielen. Wird es allerdings eine Matchstrafe, dann fehlt der finnische Center.

Egal, was beschlossen wird, diese Strafe war schliesslich matchentscheidend. Nach Geerings Treffer (56.) zum 4:2 war der ZSC weitere zweieinhal Minuten in Überzahl. Kloten blieben nachher nur noch 124 Sekunden, um noch etwas zu bewegen. Das reichte natürlich nicht.

18:3 Schüsse lautete das Verhältnis im ersten Drittel, in dem Chris Baltisberger, (6.), Ryan Shannon (10.) und Thoresen (17.) trafen. 16:7 hiess es in der zweiten Periode. Das unterstreicht, wie überlegen die ZSC Lions agieren konnten. Dennoch stand es nach 40 Minuten nur noch 3:2. Die Lions nutzten ihre Möglichkeiten nicht. Sie brachten keinen Puck mehr an Luca Boltshauser vorbei, der nach dem 3:0 Martin Gerber erlöst hatte. Die Klotener kamen mit einer grossen Effizienz zurück. Zuerst traf Drew Shore präzis in Lukas Flüelers hohe Fanghandecke. 39 Sekunden vor der zweiten Pause setzte Denis Hollenstein den Puck zwischen Flüelers Beine hindurch zum 3:2 ins Netz.

4:4 ging an Kloten

Das geschah in einer ersten Phase mit 4:4 Feldspielern. Auch im letzten Abschnitt hatten die Klotener ihre besten Momente, wenn je nur vier Spieler auf dem Eis waren. Ein zweiter Pfostenschuss des Abends, zwei sehr gute Direktabnahmen Praplans im Powerplay waren zu sehen. Aber das Tor trafen sie nicht mehr.

«Wir haben gegen sie zweimal zuhause verloren, das war gut, endlich mal zu gewinnen», meinte Geering. «Ich denke, das war ein gutes Spiel für die Zuschauer. Jetzt steht es in der Saisonbilanz 2:2, es wäre schön, wenn wir noch zweimal gegen sie gewinnen würden.» In der gesamten Derbybilanz sieht es so aus: Der ZSC holte gestern seinen 80. Erfolg, Kloten blieb bei 110 Siegen stehen (dazu kommen 13. Remis).

«Mit rohen Eiern»

Das erste Drittel war eines der einseitigsten in der langen Derbygeschichte. Das sahen auch die beiden früheren Klotener Meisterspieler Mikael Johansson und «Challe» Berglund, die im Stadion waren. «Kloten hat einige sehr kleine Verteidiger», stellte Johansson trocken fest.

Aber es waren nicht die kleinen, welche die grössten Fehler begingen. Lukas Frick muss sich über die zwei ersten Gegentore seine Gedanken machen.

Und die gesamte Mannschaft, warum sie wieder mal ins Hintertreffen geriet. Es war viel zu lange kein physisches Spiel zu sehen, Kloten schaute zu, wie die ZSC Lions liefen. «Wir sind dermassen überfahren worden, dass wir uns nach dem ersten Drittel fast schämen mussten», befand Romano Lemm. Ein saurer Coach Pekka Tirkkonen sagte es noch drastischer: «Wir fuhren im ersten Drittel wie mit rohen Eiern in den Hosen herum – und keines der Eier ist zerbrochen.» Dazu hätte seine Mannschaft den Torhüter sträflich alleine gelassen.

Die Linien erneut umzustellen war keine Frage, denn es war ja keine Frage des Zusammenspiels, sondern der Physis. Die Lions hatten mit ein bisschen mehr Gegenwehr gerechnet.

Ihr Verdienst war es, dass sie mit ihrem Nachlassen doch noch zu einem spannenden Derby einen Beitrag leisteten. Der andere kam von Kloten, das sich wie schon gewohnt nie aufgab. «Da wurde es doch noch ein richtiges Derby», sagte Captain Denis Hollenstein. Aber nicht immer kann man ein 0:3 noch in einen 8:3-Sieg kehren. Mit einem 0:0 nach 20 Minuten wäre das einfacher gewesen.

Und schwieriger für die ZSC Lions. Der Leader verbesserte gesternseine Heimbilanz ins Positive. Acht Partien im Hallenstadion hat er nun gewonnen, sieben verloren. Heute tritt er in Biel an. Der 13. Sieg auswärts ist das Ziel.

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