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Die Löwen schnuppern Halbfinalluft

Die ZSC Lions demontieren den EV Zug und bauen ihre Führung in der Serie aus. Genève-Servette gibt beim Sieg über Bern ein deutliches Lebenszeichen von sich.

Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Allen Grund zum Jubeln: Die ZSC Lions entgleisen den EV Zug und nähern sich dank eines 5:0-Kantersieges dem Halbfinaleinzug.
Ennio Leanza, Keystone
Hitzige Playoff-Partie: In der vierten Begegnung der beiden Teams kochen die Emotionen hoch. Nachdem die Sirene zur ersten Drittelspause erklingt, liefern sich die Spieler eine Massenkeilerei.
Hitzige Playoff-Partie: In der vierten Begegnung der beiden Teams kochen die Emotionen hoch. Nachdem die Sirene zur ersten Drittelspause erklingt, liefern sich die Spieler eine Massenkeilerei.
Melanie Duchene, Keystone
Dank ans Publikum: Luganesi Keeper Merzlikins lässt sich von den weitgereisten Tessiner Fans feiern und bedankt sich für die lautstarke Unterstützung.
Dank ans Publikum: Luganesi Keeper Merzlikins lässt sich von den weitgereisten Tessiner Fans feiern und bedankt sich für die lautstarke Unterstützung.
Peter Klaunzer, Keystone
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Die ZSC Lions erkämpfen sich in der spektakulären Viertelfinal-Serie gegen den Qualifikations-Zweiten Zug drei Pucks für den Halbfinal-Einzug. Am Samstag demontierten die ungemein kompakten Lions im mit 11'200 Zuschauern ausverkauften Hallenstadion den EVZ mit 5:0. Der Kanadier Drew Shore traf doppelt. Die Zürcher führen nun mit 3:1 Siegen in der Serie und können bereits am Dienstag in Zug die nächste Runde erreichen. Es wäre der erste Halbfinal-Vorstoss der Stadtzürcher seit 2015. ZSC-Goalie Lukas Flüeler erreichte im 77. Playoff-Spiel seinen neunten Shutout in der Entscheidungsphase im Kampf um den Titelgewinn. Flüeler war letztmals 2015 in einem Playoff-Spiel ohne Gegentor geblieben. Flüeler benötigte am Samstag 23 Paraden für den Shutout.

In Spiel 3 wurden vier der fünf Treffer von Spielern erzielt, deren Energiereserven bei den ZSC Lions anhand von beschränkter Eiszeit noch gross ist. Shore, der das 2:0 und 5:0 erzielte, war genau wie der Finne Lauri Korpikoski, der Torschütze zum 3:0, im Laufe dieser Serie auch schon überzählig. Und Torschütze zum wegweisenden 1:0 war der erst 19-jährige Marco Miranda aus der vierten Linie.

Wegweisender Treffer

Miranda brachte die ZSC Lions mit seinem ersten Playoff-Tor und seinem zweiten insgesamt in der National League in der 35. Minute in Führung. Das erste Tor in der obersten Spielklasse hatte der frühere Junior vom ZSC-Partnerteam Dübendorf am 28. November in einem Qualifikationsspiel gegen den gleichen Gegner erzielt (3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen der Lions in Zug).

Massenkeilerei nach der Sirene

Bei den Gästen wirkte zwar Abwehrchef und Captain Raphael Diaz wieder mit. Dennoch blieb bei den Gästen eine Steigerung aus. Der EVZ wirkte mit Fortdauer der Partie saft- und kraftlos. Am Ende kassierte das Team von Harold Kreis die dritte Niederlage in Folge in dieser Serie. Mit dem Ende des Startdrittels waren die Emotionen hochgekocht. Verbale Scharmützel weiteten sich zu einem grösseren Gerangel und dem Austausch von einigen Handgreiflichkeiten zwischen zahlreichen Spielern beider Teams aus.

Wenn sogar die Cheftrainer auf dem Eis stehen ???????????? Das sind die #Playoffs2018! #MySportsCH#HomeofSports#NationalLeaguepic.twitter.com/WZKV2OjCyF— MySportsCH (@MySports_CH) 17. März 2018

Quelle: Twitter/@MySports_CH

Das letzte Playoff-Aufeinandertreffen hatten die ZSC Lions 2012 gegen Zug ebenfalls zu ihren Gunsten entschieden. Damals war es gar ein Sweep der ZSC Lions im Halbfinal gegen den EVZ gewesen.

Servette zögert Saisonende hinaus

Genève-Servette zögert das Saisonende zumindest um eine Partie hinaus. Die Genfer feiern im vierten Spiel gegen Bern beim 4:1 den ersten Sieg. Jeremy Wick und Robert Mayer standen dabei im Fokus. Nach den drei klaren Niederlagen hatte nicht mehr viel für Servette gesprochen. Doch das Team von Trainer Craig Woodcroft stemmte sich vehement gegen das Ausscheiden und gewann nach neun Niederlagen wieder einmal eine Playoff-Partie – und dies völlig verdient.

Jeremy Wick erzielte die beiden Treffer. Nach nur 61 Sekunden bezwang er Leonardo Genoni mit einem «Buebetrickli», in der 49. Minute erhöhte er mit einem Shorthander. Beim zweiten Treffer profitierten die Genfer von einem katastrophalen Fehlpass von Ramon Untersander auf Stéphane Da Costa, der Wick ideal bediente.

Erfolgreich von der Bank zurück

Der zweite Matchwinner nebst Wick hiess Robert Mayer. Nach zwei fehlerhaften Partien hatte Woodcroft den Keeper am Donnerstag auf die Bank gesetzt. Nun durfte er wieder ran; er bedankte sich mit einem starken Auftritt. Erst zwei Minuten vor dem Ende musste er sich von Mark Arcobello bezwingen lassen. Das Berner Aufbäumen kam aber zu spät; Da Costa 53 Sekunden und Tim Traber 10 Sekunden vor dem Ende machten mit ihren Schüssen ins leere Tor alles klar.

In Genf wird gefestet ???????? #MySportsCH#HomeofSports#NationalLeague#Playoffs2018pic.twitter.com/8np6gsFcp7— MySportsCH (@MySports_CH) 17. März 2018

Quelle: Twitter/@MySports_CH

Das vierte Duell erinnerte erstmals an die knappen Begegnungen der Qualifikation, in der alle sechs Duelle mit nur einem Treffer Differenz ausgegangen waren. Nicht nur der Goaliewechsel von Woodcroft zahlte sich aus. Michael Keränen zum Beispiel erzielte deutlich mehr Wirkung als Dominic Forget, der einzig bei den Bullys geglänzt hatte. Und Romain Loeffel ist als Verteidiger deutlich besser aufgehoben als wie zuletzt als Stürmer.

Offene Ausgangslage dank Davoser Heimsieg

Der Viertelfinal zwischen Biel und Davos entwickelt sich zu einem packenden Duell mit offener Ausgangslage. Das vierte Spiel entscheidet Davos mit 4:2 für sich und gleicht in der Serie zum 2:2 aus. Der Davoser Trainer Arno Del Curto überraschte wieder mit einem Personalentscheid und liess den 19-jährigen Verteidiger Dominic Buchli in der National League debütieren. Zudem spielten erneut die jungen Stürmer Ken Jäger und Dominic Weder und Yannick Frehner. Del Curto nahm vor dem Spiel in einem TV-Interview die Schuld schon einmal prophylaktisch auf sich, falls es «mit den jungen Spielern» schief gehen sollte.

Doch es ging nicht schief. Im Gegenteil: Buchli hätte in der 12. Minute (Lattenschuss) beinahe gleich auch seinen ersten Treffer erzielt. Die junge Davoser Garde wirkte zwar manchmal noch nicht so abgeklärt, am Ende durfte Del Curto für sich beanspruchen, (wieder einmal) alles richtig gemacht zu haben. Wie bereits im dritten Spiel bei der 3:5-Niederlage ging Davos 2:0 in Führung – durch zwei frühe Treffer in den ersten beiden Dritteln durch Dino Wieser (2.) und Samuel Walser (22.). Anders als am Donnerstag vermochte der HCD den Vorsprung zu verteidigen. Biel kam zwar im zweiten Drittel auf, zu mehr als den Anschlusstreffern durch Fabian Sutter zum 1:2 (27.) und Beat Forster zum 2:3 (35.) reichte es den Seeländern jedoch nicht.

Ein verdienter Sieg

Im Finish, als der EHCB noch einmal auf das 3:3 drückte, verlor Jason Fuchs an der blauen Linie den Puck, Anton Rödin erbte und sorgte eine halbe Minute vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor für die Entscheidung. Der Sieg war verdient, auch weil nebst Buchli Dino Wieser (24.), Broc Little (44.) und Marc Wieser (53.) mit Latten- und Pfostenschüssen Pech hatten.

Lugano in der Serie wieder klar vorne

Der HC Lugano reagierte auf die Heimniederlage gegen Fribourg-Gottéron mit einem 3:1-Auswärtssieg und liegt auch in der Serie 3:1 in Führung. Fribourg hat es in den Playoffs verlernt, zuhause zu gewinnen. Nachdem es im Jahr 2018 zuvor in der heimischen St-Léonard ungeschlagen war, verlor es nun zum zweiten Mal gegen Lugano. Der Grund ist einfach: Trotz Chancen in Hülle und Fülle schiesst Gottéron viel zu wenig Tore.

Wie es geht, zeigte Lugano. Mitten in eine Druckphase der Freiburger erzielte Jani Lajunen in der 29. Minute das 2:1, weil der ungenügende Fribourg-Goalie Barry Brust den Puck weder blockieren noch aus der Gefahrenzone bringen konnte. Im zweiten Powerplay erhöhte Luca Cunti 45 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels auf 3:1.

An statt ins Gehäuse

Im Gegensatz zum Auswärtsspiel am Donnerstag reichte dieser Zweitore-Vorsprung für Lugano, weil Fribourg auch im letzten Abschnitt vor dem starken Elvis Merzlikins viel zu ineffizient agierte. Auf der anderen Seite schlugen sich die Freiburger oft selber. Das 0:1 nach gut drei Minuten war ein Eigentor von Jonas Holös, der den Puck sehr ungelenk ins eigene Tor bugsierte, beim 1:2 sahen Brust und Andrea Glauser schlecht aus.

Aus den vielen Freiburger Chancen resultierte nur der zwischenzeitliche Ausgleich durch Matthias Rossi. Zum Teil war auch Pech dabei. Rossi (10.), Glauser (14.) und PostFinance-Topskorer Michal Birner (24.) trafen lediglich Pfosten oder Latte.

ZSC Lions - Zug 5:0 (0:0, 2:0, 3:0)

11'200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Dipietro/Wiegand, Borga/Stuber. Tore: 35. Miranda (Prassl) 1:0. 40. (39:38) Shore (Ausschluss Roe, Lammer) 2:0. 44. Korpikoski (Pettersson, Phil Baltisberger) 3:0. 48. Suter (Ausschluss Alatalo) 4:0. 50. Shore (Pettersson) 5:0. Strafen: je 9mal 2 Minuten. PostFinance-Topskorer: Pettersson; McIntyre. ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Guerra, Berni; Seger; Pettersson, Shore, Korpikoski; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Wick, Suter, Kenins; Künzle, Prassl, Miranda. Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Geisser, Leeger; Martschini, Roe, Stalberg; Klingberg, McIntyre, Suri; Lammer, Diem, Senteler; Zehnder, Kast, Schnyder. Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren und Marti (alle verletzt), Pelletier und Vey (überzählige Ausländer), Pestoni (überzählig), Zug ohne Holden (überzähliger Ausländer). - 48. Head-Schiedsrichter Wiegand Marc Wiegand schied verletzt aus (von da an nur noch Alessandro Dipietro als Head-Schiedsrichter). - 56. Stephan hält Penalty von Korpikoski.

Genève-Servette - Bern 4:1 (1:0, 0:0, 3:1)

6303 Zuschauer. - SR Koch/Wehrli, Altmann/Kaderli. Tore: 2. Wick (Vukovic) 1:0. 49. Wick (Da Costa/Ausschluss Traber!) 2:0. 58. Arcobello (Ebbett) 2:1 (ohne Torhüter). 60. (59:07) Da Costa (Richard, Wick) 3:1 (ins leere Tor). 60. (59:50) Traber (Rubin) 4:1. Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen Bern. PostFinance-Topskorer: Da Costa; Bodenmann. Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Vukovic, Fransson; Loeffel, Bezina; Antonietti, Petschenig; Wick, Da Costa, Keränen; Riat, Romy, Rod; Douay, Richard, Simek; Traber, Rubin, Hasani. Bern: Genoni; Untersander, Gerber; Kamerzin, Noreau; Andersson, Krueger; Burren; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Raymond, Haas, Scherwey; Bodenmann, Ebbett, Kämpf; Berger, Hischier, Randegger; Meyer. Bemerkungen: Genève-Servette ohne Almond, Descloux, Mercier, Schweri, Spaling (alle verletzt), Forget, Küng, Heinimann, Holdener und Grossniklaus (alle überzählig), Bern ohne Blum, Dubois (beide verletzt), Aaltonen, Pyörälä, Wolf und Heim (alle überzählig). Timeout Bern (57:52). Bern von 57:49 bis 57:52, von 58:02 bis 59:07 und von 59:31 bis 59:50 ohne Torhüter.

Davos - Biel 4:2 (1:0, 2:2, 1:0)

6800 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebeisen/Mollard, Castelli/Gnemmi. Tore: 2. Dino Wieser (Du Bois) 1:0. 22. Walser (Sciaroni, Dino Wieser) 2:0. 27. Sutter (Schmutz, Jecker) 2:1. 29. Nygren (Ausschluss Pedretti) 3:1. 35. Forster (Sutter) 3:2. 60. (59:30) Rödin 4:2 (ins leere Tor). Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 7mal 2 Minuten gegen Biel. PostFinance-Topskorer: Rödin; Rajala. Davos: Senn; Nygren, Barandun; Du Bois, Buchli; Heldner, Jung; Paschoud; Rödin, Corvi, Kousal; Marc Wieser, Jäger, Little; Sciaroni, Walser, Dino Wieser; Simion, Weder, Frehner; Eggenberger. Biel: Hiller; Jecker, Forster; Maurer, Steiner; Kreis, Fey; Dufner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Neuenschwander, Diem, Fabian Lüthi; Micflikier, Fuchs, Earl; Schmutz, Sutter, Wetzel; Tschantré. Bemerkungen: Davos ohne Ambühl, Kessler, Lindgren, Schneeberger (alle verletzt), Aeschlimann, Descheneau, Egli, Forrer, Jörg und Kindschi (alle überzählig), Biel ohne Valentin Lüthi (verletzt), Lofquist, Hächler, Nussbaumer und Joggi (alle überzählig). NL-Debüt von Dominic Buchli (19). Simion (5.), Dufner (10.) und Frehner (45.) verletzt ausgeschieden. Lattenschüsse Buchli (12.), Dino Wieser (24.) und Little (44.). Pfostenschuss Marc Wieser (53.). Timeout Biel (57:59), Biel von 57:59 bis 59:30 ohne Torhüter.

Fribourg-Gottéron - Lugano 1:3 (1:1, 0:2, 0:0)

6500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Massy, Kovacs/Obwegeser. Tore: 4. (3:12) Lapierre (Morini) 0:1 (Eigentor Holös). 5. (4:07) Rossi (Bykow) 1:1. 29. Lajunen 1:2. 40. (39:15) Cunti (Sanguinetti, Furrer/Ausschluss Sprunger) 1:3. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Fribourg, 5mal 2 Minuten gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Birner; Lapierre. Fribourg-Gottéron: Brust; Glauser, Stalder; Kienzle, Chavaillaz; Maret, Schilt; Holös; Sprunger, Cervenka, Birner; Rossi, Bykow, Mottet; Fritsche, Schmutz, Marchon; Neuenschwander, Meunier, Tristan Vauclair; Chiquet. Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Ronchetti; Ulmer, Furrer; Wellinger, Riva; Lapierre, Lajunen, Klasen; Walker, Cunti, Hofmann; Bertaggia, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Romanenghi. Bemerkungen: Fribourg ohne Slater, Abplanalp, Rathgeb (alle verletzt) und Rivera (krank), Lugano ohne Brunner, Bürgler, Chiesa, Julien Vauclair (alle verletzt), Etem und Johnston (überzählige Ausländer). Pfosten-/Lattenschüsse: Rossi (10.), Glauser (14.), Birner (24.). Timeout Fribourg (41.). Fribourg von 57:58 bis 59:56 ohne Goalie.

SDA/nos

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