Eishockey

EHCW liefert eine sehr laue Vorstellung ab

Der EHC Winterthur konnte Leader Rapperswil-Jona in keiner Weise Paroli bieten und verlor sang- und klanglos 0:5.

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Der Sicherheitsdienst der SGKB Arena in Rapperswil-Jona spielte nach Beendigung der Partie eine Evakuierungsübung durch und bat das Publikum vorgängig, das Stadion ruhig und ohne Hektik zu verlassen. Nun, das war nicht schwer. Nach dem klaren 5:0-Sieg des Heimteams gabs kaum Anlass für überbordende Emotionen, weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Die Lakers fuhren die drei Punkte ruhig und ohne Hektik ein. Die Winterthurer, überliessen dem Heimteam den Ertrag in selber Weise.Es war unter dem Strich ein sehr, sehr lauer Auftritt des EHCW. Ja ein schwacher. Das galt vor allem für das Startdrittel. Da liefen die Winterthurer ihren Gegenspielern komplett hinterher. Es fehlte der Biss, die Konsequenz und manchmal auch die Konzentration. In den ersten Minuten gings zwar hin und her, danach aber nur noch hin, hin zu EHCW-Goalie Remo Oehninger.

Rapperswil-Jona machte zwischen der 8. und 17. Minute alles klar. Erst vergassen die Winterthurer den vorgestossenen Lakers-Verteidiger Cyrill Geyer komplett, dann erhöhte Leandro Profico und schliesslich traf Dion Knelsen gar per Shorthander. Vom EHCW war nichts zu sehen.

3:0 sei im Eishockey, heisst es, ein «gefährlicher» Vorsprung. Nicht aber gestern Abend. Zwar konnte sich der EHCW den Angriffen der Lakers im zweiten Drittel etwas besser erwehren als vorher. Aber man hatte den Verdacht, das liege eher am Heimteam, das die Zügel etwas schleifen liess, als an den Winterthurern. Dieser Eindruck wurde im letzten Drittel bestätigt: Mit zwei Powerplaytoren stellten Profico und Michael Hügli das Skore auf 5:0. Dass das keineswegs zu hoch war, unterstrichen die St. Galler mit drei Schüssen ans Gestänge.

Lamoureux’ Strafen

Beim EHCW kam niemand richtig auf Touren. Vor allem nicht die ersten Linie um Center Mario Lamoureux, welche die ersten beiden Gegentore zuliess. Zum Amerikaner ist anzumerken, dass er in der Statistik bisher weit häufiger in der Kolonne mit den Strafen erscheint als bei den Toren und Assists. Drei Strafen kassierte er gestern, je zwei waren es in den ersten beiden Partien. Lamoureux zeigte aber Einsatz, war einer der wenigen, die die Niederlage als Schicksal nicht akzeptieren wollten.

Der EHCW war einfach nicht schnell genug, nicht im Kopf, nicht in den Beinen, nicht im Handeln. Es fehlte die Energie, die die Mannschaft sonst auszeichnet, die Härte, der Glaube. Besonders auffällig war das gegen eine Mannschaft, die spielerisch die wohl stärkste der Liga ist, vor allem auch über alle vier Linien. Die Lakers haben gelernt, Aufgaben wie die gestrige souverän zu lösen. Sie liessen erst etwas nach, als der Match gelaufen war. Bei früheren Gelegenheiten ist das anders gewesen. Da konnte man sich mal ein schwaches Drittel leisten. Diese Zeiten sind vorbei. Wenn ein Aussenseiter wie der EHCW seine Leistung nicht über 60 Minuten bringen kann, ist er chancenlos. Bloss eine Formalität war, dass sich Lakers-Goalie Melvin Nyffeler den sechsten Shutout in der Meisterschaft sicherte, dazu kommen zwei im Cup. Das Spiel gestern war eine seiner leichteren Übungen.

Steigerung gefragt

Zu den Winterthurern muss man anmerken: Ein Team wie sie kann nicht Spiel für Spiel am Anschlag laufen. Nicht emotional, nicht vom Kraftaufwand her. Dass mal ein schwächerer Tag kommt, ist zu akzeptieren. Vielleicht ist es ein Glücksfall, dass dieser gegen Rapperswil-Jona eigezogen wurde, den unangefochtenen Leader der Swiss League. Hier hätte womöglich auch eine gute Leistung nicht zu Punkten gereicht.

In dieser Beziehung sieht es in den beiden Runden vor der zehntägigen Pause wieder anders aus. Am Freitag kommt La Chaux-de-Fonds nach Winterthur, am Samstag gehts nach Biasca. Da muss aber eine Steigerung her, und Punkte. Denn der EHCW ist auf Rang 10 abgerutscht, fünf Punkte hinter der achtklassierten EVZ Academy.

Das Problem mit Marzan

Zu reden gab gestern auch dies: An sich sicherte sich der EHCW für Notfälle die Dienste des Wetziker Verteidigers Nicolas Marzan (25). Das ist klug, denn die Zahl der Verteidiger ist knapp, sowohl in Winterthur wie auch beim Partner Kloten. Marzan sollte mit einer B-Lizenz ausgestattet werden und es wurde eine Medienmitteilung verschickt. Beim Verband aber gabs ein Problem: Vorläufig ungeklärt ist nämlich die Frage, ob Spieler über zwei Ligen hinweg mit B-Lizenzen versorgt werden dürfen. Wetzikon spielt in der 1. Liga, darüber gibts mittlerweile noch die Mysports Leage. Freilich haben andere derartige Zusammenarbeiten ebenfalls am Laufen, beispielsweise Rapperswil-Jona mit dem EC Wil. (Der Landbote)

Erstellt: 05.12.2017, 22:50 Uhr

Telegramm

SC Rapperswil-Jona – EHCW 5:0
(3:0, 0:0, 2:0). – SGKB Arena. – Offiziell 2486 Zuschauer. – SR Kämpfer/Prugger, Ambrosetti/Fuchs. – Tore: 8. Geyer (Casutt, Brem) 1:0. 14. Profico 2:0. 17. Knelsen (Rizzello/Ausschluss Geyer!) 3:0. 49. Profico (Casutt/Ausschluss Staiger) 4:0. 58. Hügli (Geyer, Brem/Ausschluss Jonski) 5:0. – Strafen: 3x2 gegen den SCRJ, 6x2 gegegn den EHCW. – SCRJ: Melvin Nyffeler; Gähler, Profico; Geyer, Berger; Sataric, Maier; Hüsler, Knelsen, Aulin; Brem, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hügli; Rizzello, Vogel, Primeau. – EHCW: Oehninger; Blatter, Keller; Molina, Kobach; Roos, Leu; Jonski; Staiger, Lamoureux, Kevin Bozon; Ranov Homberger, Wieser; Devaja, Wichser, Lehmann; Zahner, Theodoridis, Hartmann. – Bemerkungen: SCRJ ohne Gurtner, Thomas Büsser, Frei, Schir, Liechtig und Zanzi (überzählig). EHCW ohne Zagrapan und Schärer (verletzt) sowie Seifert (Kloten). Forrer Ersatzgoalie. 34. Wieser verletzt ausgeschieden. 45. Timeout EHCW. Pfostenschüsse: 39. Pfostenschuss Brem. 43. Hügli. 60. Casutt.

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