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EHCW vergibt erneut zwei Punkte

Wie schon am Dienstag gegen die GCK Lions kassiert der EHC Winterthur auch gegen La Chaux-de-Fonds kurz vor Schluss den Ausgleich – und verliert wieder 4:5 nach Verlängerung.

Der EHCW führte gegen La Chaux-de-Fonds und ging schliesslich doch als Verlierer vom Eis.
Der EHCW führte gegen La Chaux-de-Fonds und ging schliesslich doch als Verlierer vom Eis.
Enzo Lopardo
Actionszene an der Bande: Man kann den Winterthurern nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben.
Actionszene an der Bande: Man kann den Winterthurern nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben.
Enzo Lopardo
Am Dienstag kommt dann Rapperswil-Jona in die Zielbau-Arena, der neue Leader der Swiss League.
Am Dienstag kommt dann Rapperswil-Jona in die Zielbau-Arena, der neue Leader der Swiss League.
Enzo Lopardo
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Wenn der EHCW in diesen Tagen zu einem Spiel antritt, dann wird etwas geboten im Theater. Soviel ist sicher. Nur sind es immer mehr Tragödien mit den Winterthurern in der Rolle des unglücklichen Helden. Vor einer Woche wars noch anders gewesen: Da machte der EHCW aus einem 0:5 gegen Thurgau ein 6:5 nach Verlängerung und war glücklicher Sieger. Darauf folgte am Dienstag das 4:5 nach Verlängerung gegen die GCK Lions mit dem Gegentor zum 4:4 fünf Sekunden vor Schluss. Kann mal passieren, dachte man.

Forgets grosser Auftritt

Aber es geschah vier Tage später ein zweites Mal, auf noch schlimmere Art und Weise. Denn der EHCW führte gegen La Chaux-de-Fonds 3:0 nach knapp 50 Minuten, konnte das 3:1 gleich mit dem 4:1 beantworten und ging doch als Verlierer vom Eis. La Chaux-de-Fonds hatte mit Dominic Forget die grosse Figur in seinen Reihen. Mit einem Solo hatte der Kanadier schon das 3:1 erzielt. 31 Sekunden vor der Schlusssirene verkürzte er, im Slot alleine gelassen, auf 4:3. Und weitere 14 Sekunden später glich er zum 4:4 aus, indem er Daniel Eigenmanns Weitschuss für EHCW-Goalie Remo Oehninger unhaltbar abfälschte. Dass sich La Chaux-de-Fonds in der Verlängerung dann durchsetzte, war nur noch eine Vollzugsmeldung. Denn die Winterthurer waren völlig von der Rolle. Eric Himelfarb war schon nach 33 Sekunden der Overtime der Torschütze, assistiert von … Forget, wem sonst.

«So etwas darf niemals passieren», kommentierte EHCW-Trainer Michel Zeiter, «vor allem nicht nach dem Spiel vom Dienstag. Wir müssen lernen, kaltblütig fertig zu spielen. Es braucht Knochenarbeit bis zum Schluss». Drei Punkte statt nur einer hätte es am Dienstag sein können, drei statt nur einer hätte es am Samstag sein müssen. Man kann den Winterthurern freilich kaum vorwerfen, nicht alles versucht zu haben, um den Sieg diesmal ins Trockene zu bringen. Wahrscheinlich ist eher, dass sie nervös wurden und, gerade mit der noch frischen Erfahrung vom Dienstag, den Kopf verloren. Zweimal war in den entscheidenden Momenten ein EHCW-Verteidiger in der eigenen Zone nämlich schneller an der Scheibe als der erste Gegenspieler, zweimal ging sie trotzdem verloren und zweimal landete sie im Netz. «Vielleicht waren wir auch etwas naiv», räumte Zeiter ein. Auch der Schiedsrichter half dem EHCW nicht. Luca Homberger wurde beim Bully nach dem 4:3 doch ziemlich klar am Stock zurückgehalten. Eine Strafe gabs nicht.

Grosse Chance «weggeworfen»

Es wäre die grosse Chance gewesen, einen grundsätzlich überlegenen Gegner ohne Punkte heimzuschicken. «Und wir haben sie weggeworfen», sagte Zeiter enttäuscht. Irgendwann wird Bilanz über diese Qualifikation gezogen. Und wenn dann Punkte fehlen, um die Ziele zu erreichen, dann wird man nochmal auf dieses Spiel (und das davor) zu sprechen kommen müssen.

Den am Ende vergebenen Vorsprung hatte sich der EHCW hart erarbeitet, anfänglich auch mit Glück. Anton Ranov schoss das 1:0 schon nach 15 Sekunden, doch danach spielte fast nur noch La Chaux-de-Fonds. 12:19 lautete das Schussverhältnis, wohl zehn grosse Chancen vergaben Forget und seine Teamkollegen. Oehninger machte einen grossen Match. Doch auch die Winterthurer bekamen die eine oder andere Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen, und das zeigte doch, dass etwas drin lag.

Bozons fast identische Tore

Voraussetzung dafür war eine besseres Defensivverhalten als in den ersten 20 Minuten, und das kriegte der EHCW hin. Sinnbildlich dafür stand das Boxplay, das zweimal identisch endete: Mit einem Tor durch den von der Strafbank kommenden Kevin Bozon. So führte der EHCW nach 40 Minuten 3:0 und auch im Schlussabschnitt passierte lange nicht viel, obwohl La Chaux-de-Fonds drückte, auf 3:1 und auf 4:2 herankam. Doch die entscheidenden Fehler beging der EHCW erst in den letzten 31 Sekunden.

Den verlorenen Punkten nachzutrauern bringt den Winterthurern jetzt nichts. Sie können nur eines tun: Sich schütteln, lernen und es im nächsten Match besser machen. Leichter wird es allerdings kaum: Am Dienstag kommt Rapperswil-Jona in die Zielbau-Arena, der neue Leader der Swiss League.

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