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«Ein extrem wichtiger Sieg»

Die Schweiz bezwingt Weissrussland nach einer durchschnittlichen Leistung 5:2. Mit neun Punkten aus vier Partien ist das Team von Patrick Fischer absolut im Soll.

Schweizer Jubel: Die Schweiz gewinnt ihr viertes Gruppenspiel gegen Weissrussland ungefährdet.
Schweizer Jubel: Die Schweiz gewinnt ihr viertes Gruppenspiel gegen Weissrussland ungefährdet.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Mann des Spiels: Timo Meier erzielt in seinem ersten Einsatz an dieser WM gleich ein Tor und bereitet zwei vor.
Mann des Spiels: Timo Meier erzielt in seinem ersten Einsatz an dieser WM gleich ein Tor und bereitet zwei vor.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Präsenz vor dem Tor: Joel Vermin kann gleich zweimal einen Abpraller verwerten.
Präsenz vor dem Tor: Joel Vermin kann gleich zweimal einen Abpraller verwerten.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
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Pflichtaufgaben sind eine Bürde: Ein Sieg wird erwartet, mehr als ein «erfüllt» kann es in der Einschätzung nicht geben. Die Schweizer Nationalmannschaft hat an der Weltmeisterschaft in Kopenhagen im vierten Spiel zum dritten Mal gesiegt. Das 5:2 gegen Weissrussland war für die Equipe von Patrick Fischer ein Pflichtsieg – und über 60 Spielminuten gesehen, passte tatsächlich nur eine Einschätzung: erfüllt.

Die Schweizer starteten – und das wird in Dänemark zur schönen Gewohnheit – besser in die Partie als der Gegner. Nach einem Schuss Nino Niederreiters prallte die Scheibe von Torhüter Michail Karnauchow zu Joël Vermin und vom Körper des Stürmers ins Tor. Für Vermin, den Berner mit holländischen Wurzeln, war es der erste Treffer für die Nationalmannschaft überhaupt. Die Weissrussen präsentierten sich zu Beginn ähnlich inferior wie in den Begegnungen zuvor. Sie agierten in der eigenen Zone fernab jeglicher Orientierung – und trotzdem stand es nach sechs Minuten 1:1. Geoff Platt reagierte vor Goalie Reto Berra schneller als Joël Genazzi.

Platt, ein eingebürgerter Kanadier, ist einer der wenigen Führungsspieler, die den Weissrussen geblieben sind. Das Tor verlieh dem Aussenseiter Aufschwung. Captain Alexander Pawlowitsch traf gar zum 2:1. Und Trainer Sergej Puschkow, der nach der Entlassung von Dave Lewis neu die Zügel in den Händen hält, durfte mit einem Coup flirten.

Vermins und Meiers Premiere

Die Schweizer lagen zum ersten Mal an diesem Turnier in Rückstand. Sie konnten aber noch vor der ersten Pause ausgleichen: Sven Andrighetto reüssierte aus spitzestem Winkel. Coach Fischer sollte nach der Partie von «unserem schwächsten Drittel an diesem Turnier» sprechen. In der Folge agierten die Schweizer um einiges stabiler, dennoch verkam der Mittelabschnitt leistungsmässig zur Nullnummer. 15 Sekunden vor Ablauf des Abschnitts traf der Favorit in der Person Vermins trotzdem. «Ich gönne Vermin die zwei Tore von Herzen. Er spielt seit Wochen hervorragend», sagte Fischer. Auch Timo Meier kam noch zu seinem ersten Erfolgserlebnis im Schweizer Dress (5:2, 47. Minute), dazwischen hatte Enzo Corvi den Gegner mit einem doppelten «Tunnel» gegen Verteidiger Stepan Falkowski und Torhüter Karnauchow düpiert. In der Schlussphase verpasste Fischers Equipe mehrmals die Möglichkeit, das Torkonto zu äufnen. In Gefahr geriet sie aber nicht mehr. Captain Raphael Diaz sagte: «Das war ein extrem wichtiger Sieg.»

Nun zweimal als Aussenseiter

Dank des Erfolgs steht Fischers Auswahl nach vier Spielen mit neun Punkten zu Buche. Diese dürften zur Sicherung der Viertelfinalteilnahme noch nicht genügen. Seit Einführung des neuen Modus mit sieben Gruppenspielen im Jahr 2012 sind zehn Punkte die Mindestanforderung, welche die Viertelfinalisten erfüllen mussten. «Es könnten noch mehr Punkte sein. Aber wir sind zufrieden», sagte Diaz.

Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel am Dienstag gegen Frankreich dürften die Schweizer die Qualifikation für die K.-o.-Phase auf sicher haben. Doch vorerst folgen am Wochenende die Vergleiche mit Russland und Schweden. «Es handelt sich um zwei WM-Favoriten. Das wird geil», sagte Diaz, «ich freue mich sehr auf diese Teams.» Trainer Fischer sagte: «Wir sind Aussenseiter.» Auch er weiss, dass diese Rolle seiner Mannschaft behagt.

Pflichtsieg: Die Schweiz schlägt Weissrussland 5:2. (Video: Tamedia/SRF)

Schweiz - Weissrussland 5:2 (2:2, 1:0, 2:0)

Kopenhagen. 5445 Zuschauer. SR Öhlund/Rantala (SWE/FIN), Davis/Otmachow (USA/RUS).Tore: 2. Vermin (Niederreiter, Untersander) 1:0. 6. Platt (Linglet, Djukow) 1:1. 11. Pawlowitsch (Kowyrschin, Materuchin) 1:2. 19. Andrighetto (Meier, Diaz) 2:2. 40. Vermin (Meier) 3:2. 43. Corvi (Diaz) 4:2. 47. Meier (Andrighetto, Hofmann/Ausschluss Pawlowitsch) 5:2. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 8mal 2 Minuten gegen Weissrussland.Schweiz: Berra; Diaz, Müller; Untersander, Kukan; Fora, Frick; Genazzi; Baltisberger, Schäppi, Rod; Niederreiter, Corvi, Moser; Andrighetto, Vermin, Meier; Scherwey, Haas, Hofmann; Riat.Weissrussland: Karnauchow; Worobej, Denissow; Korobow, Djukow; Chenkel, Lissowez; Falkowski; Platt, Scharangowitsch, Linglet; Pawlowitsch, Kowyrschin, Materuchin; Kisli, Raswadowski, Gawrus; Drosd, Kitarow, Lewscha; Demkow.Bemerkungen:Schweiz ohne Genoni (Ersatztorhüter), Senn, Siegenthaler und Walser (alle nicht gemeldet). - Schüsse: Schweiz 45 (16-14-15); Weissrussland 24 (7-9-8). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/6; Weissrussland 0/3.

Rangliste: 1. Russland 3/9 (20:0). 2. Schweden 3/9 (12:2). 3. Schweiz 4/9 (14:9). 4. Tschechien 3/4 (10:9). 5. Slowakei 3/4 (6:7). 6. Frankreich 3/3 (6:13). 7. Österreich 3/1 (4:14). 8. Weissrussland 4/0 (4:22).

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