Eishockey

Ein Kantersieg des EHCW gegen Biasca

Tore zu schiessen ist für den EHC Winterthurer plötzlich kein Problem mehr: Gegen die Ticino Rockets blieb er auch defensiv sauber und gewann gleich 5:0.

Jared Gomes wies dem EHCW mit seinem Tor nach 19 Sekunden den Weg zum Sieg.

Jared Gomes wies dem EHCW mit seinem Tor nach 19 Sekunden den Weg zum Sieg. Bild: Madeleine Schoder

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Angstgegner kann es für ein Team wie den EHCW eigentlich nicht geben. Trotzdem sind die Ticino Rockets seit ihrem Aufstieg in die Swiss League irgendwie einer, denn sie sind stets noch weiter hinten klassiert als die Winterthurer und doch konnten sie den ihnen mit ihrer unangenehmen Spielweise oft Probleme bereiten. Es war also keineswegs eine Selbstvertändlichkeit, dass der EHCW diesmal gewann, gleich 5:0 und das erst noch in Biasca, wo er vorher fünf von sechs Spielen verloren hatte. Diesmal aber war alles etwas anders. Die Winterthurer waren von Anfang an bereit, trotz der langen Anreise weit besser als das Heimteam und gingen schon nach 19 Sekunden in Führung. Sie nutzten eine Phase im Mitteldrittel, in der sie in Schwierigkeiten waren, letztlich zu ihren Gunsten aus und sorgten mit drei Toren für eine Vorentscheidung. Und sie brachten den klaren Vorsprung problemlos über die Zeit.

Gomes weist den Weg

Besonders gut läuft es im Moment Jared Gomes. Der Kanadier schiesst aus allen Lagen, und er trifft und trifft. Zweimal gegen Olten am Samstag, zweimal gegen Kloten am Mittwoch, und am Freitag nun, mittlerweile als Träger des Topskorer-Goldhelms für den EHCW, brachte er sein Team früh in Führung. «Er hat uns mit seinem Tor den Wg gewiesen», sagte EHCW-Trainer Michel Zeiter. Die Aktion zum 1:0, eingeleitet mit einem Check Reto Kobachs und ermöglicht durch das gute Auge Anthony Staigerts, war aber auch Ausdruck der anfänglichen Desorganisation der Tessiner. Der EHCW konnte eine Zeitlang schalten und walten, wie er wollte, von den Gegenspielern wenig gestört. Von der sonst so gefürchteten Aufsässigkeit der Ticino Rockets war wenig zu sehen. Was man den Winterthurern vorwerfen muss, ist, dass sie den Platz und die Chancen nicht nutzten um den Vorsprung zu erhöhen.

Das taten sie dann im zweiten Drittel rigoros. Luca Homberger traf in der 24. Minuten mit einem Drehschuss zwischen den Schonern von Connor Hughes hindurch zum 2:0. In der 32. Minute erhöhte Orlando Scherz auf 3:0. Wieder sah Biascas Goalie schlecht aus. Er wurde durch Silas Matthys ersetzt, und auch bei ihm dauerte es nicht lange, bis er geschlagen war: Anthony Staiger erhöhte in der 35. Minute mit einem Powerplaytor auf 4:0.

Das hätte freilich auch anders laufen können. Denn die Ticino Rockets waren im Mitteldrittel eigentlich deutlich besser im Spiel als zu Beginn und sie kamen zu sehr guten Möglichkeiten, auch durch Winterthurer Fehler. Doch Remo Oehninger, der diesmal im EHCW-Tor stand, blieb jedesmal Sieger und machte es so erst möglich, dass seine Vorderleute den Vorsprung in diesem Ausmass ausbauen konnten.

Oehningers Shutout

Eine Wende des Spiels stand nicht mehr zur Debatte. Denn Ron Martikainen traf schon nach 54 Sekunden des Schlussdrittels zum 5:0. Die letzte zu klärende Frage also war: Würde der EHCW erstmals in dieser Saison ein Spiel ohne Gegentor überstehen und Oehninger zu einem Shutout verhelfen? Er brachte auch das zustande. Timo Haussener und Mischa Moor trafen im Schlussdrittel zwar nur den Pfosten. Aber ansonsten verteidigten die Winterthurer solide. Ein offensives Schaulaufen war nicht gefragt.

So hat der EHCW nun eine glänzende Bilanz aus der letzten Woche: Sechs Punkte aus drei Spielen, «und das gegen Kloten hätten wir auch gewinnen können», wie Trainer Zeiter anmerkte. Erstaunlicher noch: Vorher war der erfolgreiche Abschluss die ganz grosse Schwäche gewesen. Nun fielen in drei Spielen 15 Tore. Das hatte auch mit vielen Torhüterfehlern zu tun: Oltens Mischler war ein Unsicherheitsfaktor gewesen, Klotens Van Pottelberghe zog einen schwachen Tag ein und auch die Goalies von Biasca liessen zusammen drei haltbare Tore zu. Man kann es aber auch so sehen: Die Winterthurer bringen mehr Scheiben aufs Tor, sie schiessen öfter und sie sind auch präsent für Abpraller. Das macht haltbare Tore erst möglich.

«Heute haben wir über 60 Minuten eine solide Leistung gezeigt, trotz einiger Chancen für Biasca im Mitteldrittel», lobte Zeiter sein Team. «Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als Spiel für Spiel zu nehmen.» Das nächste kommt schon bald: Am Sonntag (15:30) kommt die EVZ Academy nach Winterthur. Auch irgendwie ein Angstgegner, gegen den es dieses Saison schon drei Niederlagen gab.

(Der Landbote)

Erstellt: 18.01.2019, 22:44 Uhr

Swiss League

HC Biasca Ticino Rockets – EHCW 0:5
(0:1, 0:3, 0:1). – Biascarena. – 80 Zuschauer. – SR Boverio/Borga, Ammann/Nater. - Tore: 1. (0:19) Gomes (Staiger, Roos) 0:1. 24. Homberger (Wieser, Guerra) 0:2. 32. Scherz 0:3. 35. Staiger (Allevi, Bozon/Ausschluss Moor) 0:4. 41. (40:54) Martikainen (Wieser, Guerra) 0:5. - Strafen: 7x2 plus 1x10 (Moor) gegen Biasca, 5x2 gegen den EHCW. - Biasca: Hughes (32. Mattys); Kienzle, Fontana; Moor, Pagnamenta; Matewa, Wieszinski; Tosques, Biasca; Wetter, Neuenschwander, Portmann; Haussener, Fritsche, Kneubühler; Talana, Demuth, Fröwis; Spinedi, Sartori, Brazzola. - EHCW: Oehninger; Roos, Kobach; Guerra, Pozzorini; Blaser, Keller; Sigg; Staiger, Gomes, Bozon; Martikainen, Homberger, Wieser; Allevi, Nigro, Ranov; Hess, Alihodzic, Scherz; Schmidli. - Bemerkungen: EHCW ohne Küng und Molina (verletzt), Schmutz (Prüfungen) sowie Jonski (Dübendorf) und Haller (Basel). 48. Pfostenschuss Haussener. 55. Pfostenschuss
Moor.

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