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Ein schwieriger Tag für den EHCW

Dem EHC Winterthur geht gegen Ende der Qualifikation in der Swiss League immer mehr das Personal aus. So war auch gegen den Tabellenletzten Biasca nichts auszurichten. Eine 2:4-Niederlage war die logische Folge.

Noch ists zwar nicht definitiv, aber nach zehn Niederlagen in Folge wird kaum jemand dem widersprechen, der sagt: Der EHC Winterthur erreicht die Playoffs auch in der dritten Saison in der zweithöchsten Spielklasse nicht. Schlecht ist sicher, dass man dies schon früh feststellen muss, früher als vor einem Jahr. Warum das so ist, wird zu gegebener Zeit zu analysieren sein. Herauszufinden, weshalb das Team von Michel Zeiter gestern gegen die Ticino Rockets kein Land gesehen hat, ist weniger schwierig: Es fehlte schlicht an genügend Personal. Die schon in der letzten Woche erhebliche Verletztenliste wurde nochmals länger.

Viel zu viele Verletzte

Im Vergleich zum Team, das sich am Freitag beim 2:6 in La Chaux-de-Fonds noch relativ gut verkauft hatte, fehlten zwei Tage später auch Topskorer Luca Homberger und Junior Sebastian Jonski verletzt. Schlimmer noch: Reto Kobach, der Routinier in der Verteidigung, und Tim Wieser, der anstelle Hombergers den Goldhelm trug, konnten die Partie gegen Biasca nicht beenden. Wieser war nach einem heftigen Zusammenprall mit Mauro Juri liegen geblieben. Juri kassierte eine Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Checks gegen den Kopf, obwohl es wahrscheinlich ein höchst unglücklicher Zusammenstoss zweier Spieler war, die sich gegenseitig nicht kommen sahen.

Die Patzer in der Defensive

Angesichts all dieser Umstände mochte Trainer Zeiter sein Team nicht kritisieren. «Wer noch spielen konnte, hat alles gegeben. Für die Ausländer wars schwer. Es waren die schwierigsten Umstände, in die eine Mannschaft geraten kann. Das ist keine Ausrede, sondern Fakt.» Diese Umstände äusserten sich beispielsweise so: Samuele Pozzorini und Yannick Waller, die beiden vom EHC Bülach mit B-Lizenz zur Verfügung gestellten Verteidiger, kamen auf Einsatzzeiten, wie sie sonst nur absolute Schlüsselspieler einer Mannschaft haben. Oder es musste nach Kobachs Ausfall mit Jan Lee Hartmann ein Stürmer in die Verteidigung zurückbeordert werden.

Auf der Gegenseite stand eine zwar junge Tessiner Mannschaft, die mit Goi, Mazzolini oder Ulmer doch ein paar Spieler mit NLA-Erfahrung dabeihatte. Um bestehen zu können, hätten die verbliebenen EHCW-Spieler eine Leistung am oberen Limit bringen müssen. Das brachten sie aber nicht, zumal Torhüter Remo Oehninger zumindest im ersten Drittel einen schwachen Tag einzog und haltbare Tore zuliess, die sein Team schon in der Anfangsphase 0:2 in Rücklage brachte. Auch andere patzten: Samuel Keller, sonst der zuverlässigste Verteidiger, leitete den Konter zum 1:4 mit einem Schuss direkt in die Beine des ersten Gegenspielers ein.

«Es waren die schwierigsten Umstände, in die eine Mannschaft geraten kann. Das ist keine Ausrede, sondern Fakt.»

Michel Zeiter,Trainer EHC Winterthur

1:4 hiess es schon nach dem ersten Drittel. Für etwas Licht im Tunnel sorgte kurzzeitig Mario Lamoureux, der mit einem sehenswerten Dribbling auf 1:2 verkürzte. Dominik Devaja durfte sich überdies über das 2:4 freuen, sein erstes Saisontor. Doch dieses fiel erst 36 Sekunden vor Schluss und damit zu spät, um eine Aufholjagd einzuläuten.

Davon konnte vorher keine Rede sein. Vielmehr war es Oehninger, der sich markant steigerte und eine höhere Niederlage verhinderte. Unter anderem entschärfte er einen Penalty Stefano Spinedis. Auf der anderen Seite wurde der EHCW kaum einmal torgefährlich. Es fehlte nicht am Willen. Aber an der Qualität. Meist konnten die Forechecker Biascas den Aufbau der Winterthurer schon früh und effizient stören, und wenn sich mal die Chance zu einem Konter bot, dann wurde der nicht präzis genug gespielt.

Sich von Anfang an auf dieDefensive zu konzentrieren und vorne auf Kontergelegenheiten zu warten, wäre wohl das richtige Mittel gewesen. Doch das fällt schwer, wenn der Gegner statt Rapperswil-Jona, Langenthal oder La Chaux-de-Fonds eben Biasca heisst und Tabellenletzter ist. Gestern aber lief einfach von Anfang an viel zu viel schief.

Saison noch nicht abhaken

Die Aufgabe von Trainer (und Sportchef) Zeiter ist es nun, sein Team bis zum kommenden Wochenende wieder in die Spur zu bringen, personell und mental. Die GCK Lions am Freitag auswärts und die EVZ Academy einen Tag später zu Hause sind die nächsten Gegner. Siege wird man gegen die Farmteams, die im Laufe der Qualifikation erwartungsgemäss stärker geworden sind, nicht erwarten dürfen. Aber engere Spiele als gegen die Ticino Rockets. Sieben Runden sind noch zu absolvieren. Zu viele, um die Saison schon abzuhaken.

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