Eishockey

Ein verheissungsvoller Auftakt für den EHCW

Drei Tage nach dem herben 0:9 im Cup gegen die ZSC Lions zeigte sich der EHC Winterthur beim Start zur Meisterschaft bestens erholt: Er schlug mit Olten eines der Topteams 2:1.

Eine von vielen Chancen des EHCW: Riley Brace scheitert an Oltens Goalie Simon Rytz.

Eine von vielen Chancen des EHCW: Riley Brace scheitert an Oltens Goalie Simon Rytz. Bild: Madeleine Schoder

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Quelle: tv.sihf.ch

In den Schlussminuten sah es danach aus, als könnte dem EHCW ein wenigstens kleiner Lohn für einen sehr guten Auftritt doch noch entschwinden: 1:1 stand es, und die vierte Winterthurer Linie konnte sich anders als sonst zu lange nicht aus der eigenen Zone lösen. Prompt kassierte Samuele Pozzorini eine Strafe. Doch statt dass Olten diese Gelegenheit drei Minuten vor Schluss zum Siegestor nutzte, kippte der Match auf die andere Seite: Kevin Bozon traf in Unterzahl zum 2:1 für den EHCW. Damit war der Match für das Team von Trainer Michel Zeiter noch nicht gewonnen. Zu Pozzorini gesellte sich der Kanadier Riley Brice auf die Strafbank, Olten hatte 45 Sekunden lang zwei Mann mehr auf dem Feld. «Wie wir das verteidigt haben, das war hervorragend», lobte Zeiter sein Team. Überhaupt sei es «eine sehr gute Leistung» gewesen.

Kräftiger als auch schon

Der EHCW war so gut, dass man sagen musste: Er hat diesen Match absolut verdient gewonnen. Jedenfalls war er deutlich näher am Optimum als Olten, dem die Zielstrebigkeit etwas abging. Die Winterthurer waren im ersten Drittel klar besser (17:5 Schüsse), im mittleren Abschnitt auf Augenhöhe und sie liessen sich auch gegen das Ende hin, als Olten entschlossener nach vorne spielte nur selten über längere Zeit ins eigene Drittel zurückdrängen. Das war überhaupt ein Merkmal des EHCW in diesem ersten Meisterschaftsspiel der neuen Saison: Es gelang immer wieder, sich schnell und präzis hinten heraus zu lösen.

Ein anderes Merkmal war: Die Winterthurer waren an der Bande kräftiger als auch schon. Es fiel einem Topteam wie Olten nicht mehr so leicht, an die Scheibe zu kommen. EHCW-Trainer Zeiter gab dafür eine Erklärung: «Nach dem 0:9 im Cup gegen die ZSC Lions haben wir den Spielern viele Video-Sequenzen vorspielen können mit dem Fokus: Warum waren die soviel besser als wir? Da haben sie viel mitnehmen können.»

Defensiv stabil

Überhaupt blieb von dieser herben Niederlage vom Dienstag gegen den Klub aus der National League nichts Negatives hängen, nicht in den Beinen, nicht in den Köpfen. Im Gegenteil: Der EHCW startete sogar ausgesprochen gut in die Partie gegen Olten. Zwar verzeichnete zuerst Diego Schwarzenbach einen Postenschuss für Olten, aber dann spielte nur noch der EHCW. Brace, Bozon, Silvan Hess oder andere hätten das 1:0 da schon machen müssen, scheiterten aber immer wieder am hervorragenden Oltner Goalie Simon Rytz. Als Brace dann doch das 1:0 gelang, lief bereits der zweite Abschnitt.

Brace bildete zusammen mit Zack Torquato und dem jungen Mischa Bleiker die erste Sturmformation, die aber nicht als einzige gefährlich war. Auch Hess, Bozon und Thibaut Monnet hatten starke offensive Momente. Dem 37-jährigen Monnet einen Vertrag gegeben zu haben zahlte sich ein erstes Mal aus, als der Romand den Pass zu Bozons Siegestor lieferte.

Nach dem 0:9 vom Dienstag musste man befürchten, mit einer etwas offensiveren Ausrichtung des EHCW könnte die defensive Stabilität gelitten haben. Gegen Olten habe die Winterthurer gezeigt, dass das nicht der Fall ist. Goalie Tim Guggisberg war ein sicherer Rückhalt, die Verteidiger vor ihm räumten auf und leisteten sich kaum Fehler. Unter dem Strich war es ein runder Auftritt des EHCW, der mit drei Punkten belohnt wurde gegen einen Gegner, der sonst nur schwer zu schlagen ist. Obwohl noch nicht alles nach Wunsch funktionierte. Im Powerplay etwa, das in den Testspielen eine gute Waffe gewesen war, gibts noch Luft nach oben.

Heute gegen die GCK Lions

Ob dieser verheissungsvolle Start eine Fortsetzung findet, wird sich bereits heute Samstag zeigen. In Küsnacht dürfte es gegen die GCK Lions ein ganz anderes Spiel geben. Da muss der EHCW ein erstes Mal zeigen, dass er auch gegen Teams die Oberhand behalten kann, die auf Augenhöhe sind. Im Gegensatz zu den Winterthurern ist den GCK Lions der Start nicht geglückt: In Pruntrut verloren sie gegen Ajoie 2:4.

Stimmen zum Spiel (Quelle: tv.sihf.ch)

Michel Zeiter, Trainer EHC Winterthur

Riley Brace, EHC Winterthur

Marco Truttmann, EHC Olten

Erstellt: 13.09.2019, 23:16 Uhr

Swiss League

EHCW – EHC Olten 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)

Zielbau-Arena. – 800 Zuschauer. SR Erard/Potocan; Zach/Pitton. - Tore: 21. (20:53) Brace (Bleiker, Torquato) 1:0. 35. Truttmann (Rexha, Philipp Rytz) 1:1. 58. Bozon (Monnet/Ausschluss Pozzorini!) 2:1. - Strafen: 4x2 gegen den EHCW, 6x2 gegen Olten. - EHCW: Guggisberg; Roos, Kobach; Schmutz, Blaser; Hänggi, Pozzorini; Guerra, Küng; Bleiker, Torquato, Brace; Zahner, Diem, Wieser; Monnet, Hess, Bozon; Allevi, Alihodzic, Lazarevs. - Olten: Simon Rytz; Eigenmann, Philipp Rytz; Maurer, Sartori; Lüthi, Elsener; Heughebaert, Weisskopf; Nunn, Knelsen, Schwarzenbach; Weder, Schirjajew, Fogstad Vold; Truttmann, Rexha, Haas; Salzgeber, Rudolf, Weibel. - Bemerkungen: EHCW ohne Homberger (verletzt) sowie Forrer, Raggi und Sigg (überzählig). Olten ohne Rouiller, Lanz, Horansky und Wyss (verletzt). 7. Pfostenschuss Schwarzenbach. 58:11 Time-out Olten.

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