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Kanada zeigt der Schweiz den Meister

Dem Eishockey-Nationalteam ist in Biel der Saisonstart nur 26 Minuten lang nach Wunsch gelungen. Nach dem Führungstreffer sind die Schweizer aber eingebrochen.

Die Partie lief bis zur Minuten 26 nach Schweizer Gusto: Jonas Hiller kämpft gegen Kanadas Nick Spalling um den Puck. (8. November 2017)
Die Partie lief bis zur Minuten 26 nach Schweizer Gusto: Jonas Hiller kämpft gegen Kanadas Nick Spalling um den Puck. (8. November 2017)
Peter Schneider, Keystone
Nach dem Führungstreffer brach die Schweizer Defensive zusammen: Reto Suri versucht den Puck zu angeln. (8. November 2017)
Nach dem Führungstreffer brach die Schweizer Defensive zusammen: Reto Suri versucht den Puck zu angeln. (8. November 2017)
Peter Schneider, Keystone
Innerhalb von acht Minuten machten die Kanadier aus dem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung, die sie über weite Teile der verbleibenden Zeit verteidigten: Jonas Hiller hält gegen Kanadas Gilbert Brule. (8. November 2017)
Innerhalb von acht Minuten machten die Kanadier aus dem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung, die sie über weite Teile der verbleibenden Zeit verteidigten: Jonas Hiller hält gegen Kanadas Gilbert Brule. (8. November 2017)
Peter Schneider, Keystone
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Mit dem Karjala Cup in Helsinki und dem Länderspiel in Biel gegen Kanada startete das Eishockey-Nationalteam in die Saison. Doch die Partie lief nur bis zur Minuten 26 nach Schweizer Gusto, als Michael Fora, der 22-jährige Captain des HC Ambri-Piotta, die Schweiz mit seinem ersten Goal im dritten Länderspiel verdientermassen in Führung schoss.

Erstaunlicherweise führte dieses Tor aber zu einem Bruch im Schweizer Spiel. Fortan (und bis zum turbulenten Finish) gelang nicht mehr viel. Innerhalb von acht Minuten machten die Kanadier aus dem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung.

Kompletteinbruch der Abwehr

In dieser Phase brachen die Schweizer ein. Die defensive Ordnung und Organisation, die Nationalcoach Patrick Fischer ab dem ersten Saisonspiel sehen wollte, wurden über Bord geworfen. Es hätte in diesen Momenten sogar noch mehr Gegentore absetzen können. Die Schweizer kassierten drei Strafen hintereinander.

Félicien Du Bois, ein Routinier in der Abwehr, verlor beim Stand von 0:0 als hinterster Mann den Puck an einen kanadischen Angreifer. Goalie Jonas Hiller rettete. Und beim Skore von 1:1 rettete Hiller nochmals magistral mit dem Fanghandschuh im allerletzten Moment gegen Wojtek Wolski.

Aber auch Hiller durfte am Ende nicht zufrieden sein. Beim 1:1-Ausgleich liess er einen Weitschuss nach vorne abprallen, direkt auf den Stock von Gilbert Brulé. Und auch dem dritten Gegentreffer (durch Matt Ellison) ging ein Abpraller nach vorne voraus, wobei sich bei dieser Szene aber auch die beiden Schweizer Backs übertölpeln liessen.

Goalie Scrivens rettete Kanada

Der Leistungsabfall nach dem Führungstor sorgte für Ernüchterung und entschied dieses erste Länderspiel der Saison. Zuvor zeigte das Schweizer Team aber während 26 Minuten eine sehr starke Leistung. Bis zum 1:0 kamen die Schweizer fast zu doppelt so viele Torschüssen wie die Kanadier. Schon im ersten Abschnitt boten sich Gregory Sciaroni (11.) und dem Debütanten Sven Ryser (18.) gute Chancen zur Führung.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts standen Gregory Hofmann (der einen Schuss von Andres Ambühl abfälschte/21.) und zweimal Cody Almond (22./26.) dem 1:0 sehr nahe. Ben Scrivens, vor zwei Jahren Nummer-1-Torhüter der Edmonton Oilers in der NHL, hielt sein Team im Spiel (26 Paraden).

Ein letztes Aufbäumen kurz vor Schluss

Im Finish trieben die Fans die Schweizer nach vorne. Romain Loeffel gelang mit dem zweiten Schweizer Verteidigertor des Abends 119 Sekunden vor Schluss der Anschlusstreffer. Und obwohl in den Schlusssekunden in Unterzahl, erspielten sich die Schweizer tatsächlich noch zwei Ausgleichschancen.

Die Partie zeigte auf, dass die Schweizer gegen die stärksten Gegner vorerst in der Aussenseiterrolle bleiben – ob mit oder ohne NHL-Akteure. Gegen Kanada gingen vier der letzten fünf Länderspiele klar verloren, nur an der Weltmeisterschaft in Paris, dem einzigen Spiel mit NHL-Spielern, setzte es nach einem 0:2-Rückstand einen 3:2-Sieg ab.

Die Kanadier bereiten die Olympia-Mission ausserdem mit mehr Aufwand vor als die Schweizer. Das Team Canada bestreitet im Dezember nebst dem Spengler Cup auch noch ein Länderturnier in Russland.

«Wir wollen erfolgreich spielen»

Die Chance zum ersten Erfolgserlebnis der Saison bietet sich den Schweizern ab Freitag in Helsinki. Am Donnerstag fliegt das Team von Patrick Fischer in den hohen Norden, am Freitagnachmittag treffen die Schweizer auf Tschechien. Die Tschechen sind ebenso wie Kanada an den Winterspielen in Pyeongchang Vorrundengegner der Schweizer.

Fischer bezeichnete das Sechsländerturnier in Helsinki als «Leckerbissen». Die drei Spiele gegen Kanada (Mittwoch), Tschechien (Freitag) und Russland (Samstag) seien der ideale Gradmesser gegen starke Gegner. «Ich erwarte, dass wir unser System so schnell wie möglich wieder finden», sagte Trainer Fischer im Vorfeld. «Und wir wollen erfolgreich spielen. Wir wollen Moral und Selbstvertrauen tanken.»

Schweiz - Kanada 2:3 (0:0, 1:3, 1:0)

Biel. - 5476 Zuschauer. - SR Stricker/Vinnerborg (SUI/SWE), Fluri/Kaderli. Tore: 26. Fora (Almond) 1:0. 29. Brulé (Genoway, Després) 1:1. 36. O'Dell (Stollery) 1:2. 37. Ellison (Kinrade) 1:3. 59. Loeffel (Du Bois, Ambühl) 2:3 (ohne Torhüter). Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Kanada.

Schweiz: Hiller; Fora, Kreis; Diaz, Furrer; Du Bois, Genazzi; Loeffel; Sciaroni, Walser, Ryser; Ambühl, Corvi, Hofmann; Praplan, Cunti, Hollenstein; Martschini, Almond, Suri.

Kanada: Scivens; Lee, Stollery; Després, Genoway; Blacker, Kinrade; Whitecloud; Bourque, O'Dell, Thomas; Brulé, Vey, Wolski; Kozun, Ellison, Klinkhammer; Purcell, Howden, Spaling.

Bemerkungen: Schweiz ohne Senn (Ersatztorhüter). Timeout Schweiz (58.). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/3; Kanada 0/5. - Schüsse: Schweiz 28 (13-7-8); Kanada 30 (9-15-6).

(SDA)

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