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Kloten gerät ins Hintertreffen

Die Zürcher Unterländer haben im Spiel 3 des Playoff-Viertelfinals auswärts von 0:3 noch auf 2:3 verkürzt. Doch dabei blieb es. Und Langenthal führt nun in der Best-of-7 Serie mit 2:1.

Lange Gesichter bei den Klotenern: Trainer André Rötheli muss nach der 2:3-Niederlage in Langenthal mit seiner Mannschaft über die Bücher.
Lange Gesichter bei den Klotenern: Trainer André Rötheli muss nach der 2:3-Niederlage in Langenthal mit seiner Mannschaft über die Bücher.
Marcel Bieri

Wer hätte das gedacht nach relativ lauen 40 Minuten im Langenthalter Schoren. Kloten machte aus den wenigen Torchancen wenig, also eben gar nichts. Es drohte, dass zum zweiten Mal in Folge ein Spiel gegen dieses Team ohne Klotener Treffer zu Ende gehen würde. Langenthalführte 3:0 und wähnte sich auf dem Weg zum zweiten Sieg.

Doch dann wurden der Grossteil des Publikums und die Langenthaler Mannschaft plötzlich ruhig und nervös. Jeffery Füglister brachte den Puck irgendwie an Goalie Philip Wüthrich vorbei, nur 56 Sekunden später landete ein präziser Schuss von Fabian Ganz wieder im Tor. Nach 42:20 war Kloten plötzlich doch noch im Spiel angekommen.

Langenthals Coach Per Hanberg nahm sofort ein Timeout, doch Thibaut Monnet und Patrick Obrist hatten kurz darauf weitere gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Auch in den letzten 43 Sekunden mit zwei Feldspielern mehr hätte noch eine Wende erfolgen können, aber sie blieb aus.Und damit kann im schlimmsten Fall die Saison des EHC Kloten bereits am Sonntag zu Ende sein. Um das zu verhindern, muss er endlich einmal ein Heimspiel gegen diese Langenthaler Equipe gewinnen. 4:5, 1:4 und 0:3 gingen die bisherigen drei Auftritte in der Swiss Arena verloren.

Van Pottelberghes Out

Die Klotener Aufgabe wird nicht einfacher durch die Tatsache, dass Goalie Joren van Pottelberghe wohl nicht mehr zur Verfügung steht. Er verletzte sich bereits im Sonntagsspiel im ersten Drittel, beendete aber den Match, als wäre nichts gewesen. Eine MRI-Untersuchung am Dienstag gab dann die Gewissheit. Kloten wollte zwar nicht sagen, wie lange der Schlussmann ausfällt. Aber wenn eben eine solche Untersuchung nötig wird, ist es kaum eine leichte Blessur.

Sein Vertreter gestern hiess Tim Guggisberg. Der Goalie, vom EHC Winterthur für das Playoff geholt, konnte eine gewisse Nervosität zu Beginn der Partie nicht verbergen. Er hatte beim 0:1 Pech, dass Scheideggers Schuss von der blauen Linie von Dünner noch abgelenkt wurde. Kloten hatte da keinen Spieler in der Schusslinie. Der Finne Lauri Tukonen, der eigentlich dort hätte sein müssen, hatte da schon vor allem mit sich zu kämpfen. In der ersten Drittelspause musste er sich übergeben, er stand nachher nicht mehr zur Verfügung. Es galt bereits ab dem zweiten Drittel, wieder neue Linien zu finden.

«Wir müssen einfach mehr bringen»

Es blieb aber lange ein Kampf mit wenig Aussichten auf Erfolg. Jack Combs vergab zwei Möglichkeiten, und dann stand es plötzlich 3:0. Guggisberg, der beim 0:2 wie seine Mitspiele nicht gerade gut ausgesehen hatte, konnte nach einer weiteren Nachlässigkeit in der eigenen Zone den Puck nicht blockieren, Tom Gerber war engagierter als der Rest der Klotener Defensive und spitzelte die Scheibe über die Linie. Die Aufgabe für das letzte Drittel schien eigentlich kaum zu lösen.

Doch es kann eben schnell gehen in diesem Sport. Mit den zwei Toren innerhalb von weniger als einer Minute war plötzlich wieder alles möglich.

Dass es nicht klappte, war aus objektiver Sicht mehr oder weniger gerecht. Kloten tat in den ersten 40 Minuten zuwenig von den Dingen, die es braucht, um diesen Gegner in Bedrängnis zu bringen. «Wir müssen intensiver spielen», resümierte Romano Lemm. «Ihre Defensive steht gut, ihr Goalie ist gut. Wir müssen einfach mehr bringen, sie zermürben. Über 60 Minuten.»

20 Minuten reichen halt nicht, wenn man vorher zu wenig gebracht hat. Und die Chancen ausliess. Obrist hatte die beste des ersten Drittels alleine vor Wüthrich. Trainer André Rötheli fordert, dass «wir noch aktiver sein müssen». Er nahm bereits nach 52 Minuten ein Timeout. «Um die Mannschaft wieder zu pushen, um zu verhindern, dass die Verteidiger wieder in den gemütlichen Modus verfallen und dem Gegner wieder Luft geben.»

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