Eishockey

Lakers erteilen dem EHCW eine Lektion

Am Anfang machte der EHC Winterthur viele Fehler, am Ende musste man aber sagen: Er unterlag in erster Linie einem starken Leader Rapperswil-Jona 0:6 (0:2, 0:3, 0:1).

44 Schüsse kamen aufs Tor von Andrin Seifert. 38 davon konnte der EHCW-Goalie parieren.

44 Schüsse kamen aufs Tor von Andrin Seifert. 38 davon konnte der EHCW-Goalie parieren. Bild: Madeleine Schoder

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935 Zuschauer kamen in die Zielbau-Arena, und gut möglich ist: Wer nicht mit Rapperswil-Jona anreiste, der wird hier nicht so schnell wieder Eishockey von dieser Qualität zu sehen bekommen. Denn was der Cupsieger, der mittlerweile auch Qualifikationssieger ist, bot, das war Extraklasse für die Swiss League. Vor allem im Mitteldrittel spielten die St. Galler die Winterthurer mehr oder weniger an die Wand, ohne dass diese sich gross dagegen wehren konnten. Coach Jeff Tomlinson hat aus dem Leader eine gut geölte Maschine gemacht, die im Moment auf Hochtouren läuft. Davon hat man sich bereits am letzten Sonntag beim 7:2-Sieg im Cupfinal gegen den HC Davos überzeugen können. Auch in Winterthur demonstrierte Rapperswil-Jona alles, was gutes Eishockey ausmacht: Konsequentes Forechecking, kompaktes Aufrücken, Zielstrebigkeit und Präsenz vor dem Tor, und vor allem ein Tempo, das den Gegner überforderte.

So verwunderte es nicht, dass der Match aus Sicht des EHCW schon nach etwas mehr als der Hälfte verloren war. 0:4 stand es da, und es konnte fürs Heimteam nur noch darum gehen, sich irgendwie wieder zu fangen. Das gelang nur einigermassen und wenn, dann auch, weil die Lakers im letzten Abschnitt nicht mehr denselben Druck entwickelten wie in den 40 Minuten davor.

Anfangs zuviele Fehler

Anfänglich war nicht nur von einer guten Leistung Rapperswil-Jonas zu sprechen, sondern auch von einer gar nicht guten des EHCW. Es hatte viel zu viele grobe Schnitzer drin, vor allem im Aufbau. Fehlpässe, unnötige Zweikämpfe, zuviel Risiko – so kommt jeder Gegner leicht zu guten Chancen, und die Lakers nutzten nicht mal jede aus. Diese Fehlerquote vermochte der EHCW in der Folge zu reduzieren, wohl auch, weil er in gewissen Phasen kaum einmal Scheibenbesitz hatte und «Rappi» die Schlinge immer enger machte.

Augenfällig war, wie wenig der EHCW in der Offensive zustande brachte. Zurückzuführen ist das primär auf die starke Defensivleistung des Tabellenführers. Eine richtig grosse Torchance hatten die Winterthurer während des ganzen Spiels keine, am ehesten noch kam Melvin Nyffelers Shutout bei zwei EHCW-Powerplays im Schlussdrittel in Gefahr. 9:44 Schüsse wurden offiziell gezählt. Diese Statistik ist nicht immer aussagekräftig, in diesem Fall aber widerspiegelte sie gut, wie die Dinge auf dem Eis lagen. Zu oft allerdings kamen die Winterthurer gar nicht zum Abschluss, weil sie vor dem gegnerischen Tor zu zögerlich waren. Vor allem im Mitteldrittel, als der Druck gross war, wäre es angezeigt gewesen, die wenigen Angriffsmöglichkeiten auch abzuschliessen und allenfalls ein Bully herauszuholen, statt den Puck in den Ecken zu verlieren.

EHCW-Trainer Michel Zeiter gab im Tor erstmals seit langem wieder dem jungen Andrin Seifert den Vorzug gegenüber Routinier Remo Oehninger, dessen Leistungen in den letzten Spielen doch nachgelassen hatten und eine Pause rechtfertigten. Seifert machte seine Sache gut, er hielt, was zu halten war. Es gab aber auch keine Möglichkeit, die eigene Mannschaft im Spiel zu halten, dazu war die Differenz zum Gegner einfach zu gross.

Am Sonntag das Derby

Am Sonntag geht es für den EHCW bereits weiter, mit dem letzten Derby der Saison in Weinfelden gegen den HC Thurgau. Die Thurgauer sind, mit einer Serie von fünf Siegen, nebst Rapperswil-Jona das andere Team der Stunde in der Swiss League. Der EHCW wird sich also vorsehen müssen. (Der Landbote)

Erstellt: 09.02.2018, 22:54 Uhr

Telegramm

EHCW - SC Rapperswil-Jona 0:6
(0:2, 0:3, 0:1). – Zielbau-Arena. – 935 Zuschauer. – SR Boverio/Urban, Cattaneo/Fuchs. – Tore: 8. Casutt (Brem, Lindemann) 0:1. 17. Mason (Ausschluss Ness!) 0:2. 22. Berger (Hügli) 0:3. 32. Hügli (Mosimann) 0:4. 40. (39:40) Knelsen (Casutt, Sataric/Ausschluss Lamoureux) 0:5. 53. Knelsen (Morin, Rizzello) 0:6. – Strafen: 2×2 gegen den EHCW, 4×2 gegen Rapperswil-Jona. – EHCW: Seifert; Roos, Keller; Blatter, Weber; Leu, Kobach; Knellwolf, Zagrapan, Ranov; Staiger, Lamoureux, Wieser; Bader, Wichser, Hartmann; Devaja, Zahner, Busovsky. – Rapperswil-Jona: Nyffeler; Gähler, Geyer; Gurtner, Berger; Büsser, Profico; Maier, Sataric; Morin, Knelsen, Rizzello; Brem, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hügli; Primeau, Ness, Vogel. – Bemerkungen: EHCW ohne Homberger, Bozon, Jonski, Lehmann und Molina (verletzt), Wetli (Kloten-Elite) und Theodoridis. Erstmals mit Martin Busovsky (Elite-B-Junioren). Reto Kobach für 900. Spiel in den obersten zwei Ligen geehrt. Rapperswil-Jona Lakers ohne Rochow, Schmuckli (verletzt) sowie Aulin, Frei, Hüsler, Iglesias und Schir (überzählig). 6. Pfostenschuss Berger.

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