Zum Hauptinhalt springen

Solange die Kräfte reichen ...

Nach der 2:3-Niederlage vom Samstag gegen die EVZ Academy ist definitiv, dass der EHC Winterthur das Playoff auch in der dritten Saison in der Swiss League nicht erreichen wird. Ein wesentlicher Grund dafür ist die zu dünne Decke an Personal.

Mit einem Shorthander brachte Mario Lamoureux den EHCW 2:0 in Führung.
Mit einem Shorthander brachte Mario Lamoureux den EHCW 2:0 in Führung.
Madeleine Schoder

«Man kann es von zwei Seiten betrachten», kommentierte Michel Zeiter, Trainer und Sportchef des EHCW, die 2:3-Niederlage seines Teams gegen die EVZ Academy, und fügte auch gleich an, wie er es sieht: «Entweder war positiv, was diejenigen zeigten, die auf dem Eis waren. Oder es wir waren einfach zu schlecht. Doch das sind wir nicht.» Zeiter spricht damit den Personalmangel an, mit dem er und seine Spieler zurecht kommen müssen. Am Ende versuchte seine Mannschaft mit nur noch zwei Blöcken, doch noch eine Wende zu erzwingen. Der Erfolg war mässig. Zug geriet kaum noch in Gefahr, nachdem es am Ende des letzten und zu Beginn des letzten Drittels aus einem 0:2-Rückstand eine 3:2-Führung gemacht hatte.

Die Ressourcen fehlen

Man mag einwenden, die Absenzenliste der Innerschweizer sei noch länger gewesen als die des Heimteams, was ja stimmt. Unter anderem fehlten die beiden Ausländer Josh Holden und Philip Rondahl, der Topskorer. Aber in grossen Organisationen wie dem EV Zug oder den ZSC Lions mit ihren Farmteams kann man derlei Unbill viel besser ausgleichen als im Verbund mit den finanziell klammen Partnern Kloten und Winterthur. Beiden Teams mangelt es schon seit Monaten an gesunden Verteidigern, dem EHCW in letzter Zeit auch an Stürmern.

So gleichen sich beim EHCW die Spiele in letzter Zeit: Er beginnt gut, was nicht zuletzt auch für die Zusammenarbeit zwischen dem Trainer und seinen Spielern spricht. Aber irgendwann geht die Kraft aus, der Gegner investiert mehr und zwingt das Spiel auf seine Seite. Der EHCW verliert und verliert als Folge davon, nicht selten knapp, was zusätzlich auf die Moral drückt.

So lief es am Freitag in Küsnacht gegen die GCK Lions und ebenso am Samstag vor noch etwas mehr als 700 Zuschauern gegen die EVZ Academy. Der EHCW hatte ein Chancenplus und führte nach 20 Minuten absolut zurecht 2:0. Marek Zagrapan und Mario Lamoureux mit einem Tor in Unterzahl waren dafür besorgt. Die Ausländer lieferten also ihren Beitrag.

Überzahl nicht genutzt

Zum Knackpunkt für den EHCW wurde eine 5-Minuten-Strafe gegen die Zuger Fabio Arnold kurz vor Spielmitte, verbunden mit 94 Sekunden doppelter Überzahl für die Winterthurer. Da brachte der EHCW aber kaum einen gefährlichen Abschluss zustande, und fortan waren die jungen Innerschweizer die klar bessere Mannschaft, während den Winterthurern sichtlich die Kraft ausging.

Die Wende kam, als EHCW-Goalie Remo Oehninger kurz vor und nach der zweiten Drittelspause zwei haltbare Tore zum 2:2 kassierte. Die Entscheidung fiel in der 48. Minute durch Dominik Volejnicek. Er nutzte aus, dass die Schiedsrichter zuerst ein klares Foul Fabio Kläys an Serge Weber nicht pfiffen und Weber danach die Scheibe unnötig vertändelte.

Müde Spieler machen Fehler

Alle drei Gegentore wären also zu verhindern gewesen, könnte man meinen. Aber solche Fehler passieren eben, wenn man unter Druck kommt und am Ende der Kräfte ist. Dass dies der Fall war, wurde dadurch verdeutlicht, dass der EHCW auf den Rückstand nicht reagieren konnte. Die beste Chance zum 3:3 vergab Adrian Wetli, indem er mit einem Penalty an Zugs Goalie Sandro Aeschlimann scheiterte. Herausgeholt hatte der Youngster diese Chance gut, die Ausführung wars dann weniger.

Mit den Niederlagen gegen die GCK Lions und die EVZ Academy ist der EHCW auch in der Tabelle «rot». Das heisst, er kann in den verbleibenden fünf Runden vor dem Ende der Qualifikation nicht mehr auf einen Playoff-Platz vorstossen. Das ist früher als in der vergangenen Saison, als Zeiters Team fast bis zum Schluss hoffen durfte, und es ist eine grosse Enttäuschung für die Spieler, den Klub und seine Fans.

Farmteams immer besser in Fahrt

Man muss sich sich fragen, warum das so ist. Ein Grund dafür ist gewiss, dass das Ergebnis der vergangenen Saison über Erwarten gut gewesen und von aussergewöhnlichen Faktoren beeinflusst worden ist. Zum einen reihte der EHCW damals früh eine Serie von sechs (teilweise ziemlich glücklichen) Siegen aneinander, von der er bis zum Schluss zehren konnte. Das gabs diesmal nicht. Zum anderen sind die Farmteams viel stärker geworden. Letzte Saison lieferten die GCK Lions einfach eine ganz schwache Performance ab, während die EVZ Academy und Biasca Lehrgeld bezahlten.

Diesmal läuft es so, wie es eigentlich muss: Die Farmteams mit ihren vielen jungen Spielern kommen mit dem Rythmus immer besser zurecht, spielen cleverer und werden im Lauf der Qualifikation stärker. Als Beispiel dafür mögen die Resultate des EHCW dienen. In den jeweils ersten beiden Spielen gegen die Farmteams holte der EHCW 16 Punkte. Nur noch zwei Zähler (beide gegen die GCK Lions) waren es in den jeweils zweiten zwei Partien.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch