Zum Hauptinhalt springen

Untergegangen – aber mit Leidenschaft bis zum Ende

Wieder einmal hat sich der EHC Winterthur einen Rückstand eingehandelt, diesmal ein 0:3 gegen Meister Langenthal. Abermals kämpfte sich das Team Michel Zeiters heran, doch in den letzten Minuten wurde es mit 3:8 allzu klar geschlagen.

Am Einsatz lag es nicht: EHCW-Stürmer Anthony Staiger hält den Puck gegen die Langenthaler Jeffrey Füglister (rechts) und Nico Dünner.
Am Einsatz lag es nicht: EHCW-Stürmer Anthony Staiger hält den Puck gegen die Langenthaler Jeffrey Füglister (rechts) und Nico Dünner.
Heinz Diener

Michel Zeiter wollte diesmal nichts auf seine Mannschaft kommen lassen: «Am Freitag in Weinfelden hat sie schlecht gespielt. Heute aber hat jeder gegeben, was er konnte. Jeder hat gekämpft bis zum Umfallen.» Das können die gut 1000 Zuschauer bestätigen, die den Match gegen Langenthal in der Zielbau-Arena verfolgten. Das Heimteam liess sich nicht unterkriegen, trotz Rückstand, trotz Ungemach und trotz des Umstands, dass mit Marek Zagrapan einer ihrer wichtigsten Spieler schon im ersten Drittel verletzt ausfiel. Man muss davon ausgehen, dass der Slowake längere Zeit fehlen wird.Wie fast immer in den letzten Spielen handelte sich der EHCW einen Rückstand ein. Diesmal stands nach dem ersten Drittel 0:3. Doch die Winterthurer verkürzten durch Marco Lehmann und Adi Wichser auf 2:3, kassierten das 2:4, kamen durch Luca Homberger wieder 3:4 heran und mussten das 3:5 hinnehmen. Definitiv entschieden wurde die Partie erst in der 54. Minute, als der Kanadier Brent Kelly und der Schwede Kim Karlsson innert 24 Sekunden das 6:3 und das 7:3 erzielten.

Zwei Eigentore

Man muss sagen: Diesmal hatte der EHCW auch viel Pech. Langenthal ging im ersten Powerplay nach 86 Sekunden 1:0 in Führung, als ein Winterthurer den Schuss von Philipp Ahlström ungewollt ablenkte – nur schwer zu halten für Torhüter Andrin Seifert, den Zeiter anstelle Remo Oehningers nominierte. Genau gleich fiel in der 48. Minute das wegweisende 5:3 für die Oberaargauer, diesmal mit SC-Bern-Leihgabe Dario Meyer als Torschützen. Besonders ärgerlich war das für den EHCW, weil Homberger nur 29 Sekunden vorher auf 3:4 verkürzt und die Hoffnungen geschürt hatte, im elften Match in der zweithöchsten Spielklasse gegen Langenthal endlich den ersten Punkt zu holen. In der Kategorie «Pech» einzuordnen ist auch, dass Wichser in der 12. Minute beim Stand von 0:2 nur den Pfosten traf. Gewiss: Den Langenthalern Robin Leblanc und Dario Kummer widerfuhr dasselbe. Und doch ist die Bedeutung eine andere: Für den EHCW wäre es relativ früh im Spiel der Anschluss gewesen, der NLB-Meister hätte einfach ein Tor mehr Vorsprung gehabt.

Mängel in der Defensive

Bei allem Pech, Tatsache ist auch: Langenthal, wie andere Teams davor schon, deckte Mängel in der Winterthurer Defensive auf. Beim 0:2 etwa liess sich Patrick Schommer für ein wunderbares Solo feiern. Die Winterthurer unternahmen aber wenig, um das zu verhindern. Und den Schuss Michael Völlmins zum 0:3 hätte Seifert einfach halten müssen. Zu den Torhütern ist überdies zu sagen: Seifert mag viel Talent haben, aber derzeit ist er noch nicht derselbe Rückhalt wie Oehninger. Ein haltbares Tor kann jeder mal kriegen. Der EHCW jedoch ist nun mal eine Mannschaft, die in wichtigen Momenten «Big Saves» ihres Goalies braucht, um zu gewinnen, insbesondere gegen Teams wie Langenthal.

Etwas läuft immer schief

Gestern ist für den EHCW alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Das Problem ist: In den letzten Wochen läuft immer irgendwas schief, meist schon früh im Spiel. Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass sie, abgesehen von nur ganz wenigen Spielen, sich davon nicht unterkriegen lässt, mit allen Mitteln um den Anschluss kämpft und diesen bei anderen Gelegenheiten auch geschafft hat. Aber es würde die Sache natürlich vereinfachen, wenn man sich nicht jedes Mal erst in eine ungemütliche Situation hineinmanövrieren würde, indem man frühe Gegentore erhält. Deshalb muss der EHCW defensiv solider werden. Denn bei aller Charakterstärke: «Man kann nicht immer Rückstände aufholen. Irgendwann gehts einfach nicht mehr», sagte Zeiter. «Aber da müssen wir jetzt eben durch. Die Mannschaft hat im Moment eine schwere Zeit und muss beissen. Irgendwann wird sie dafür belohnt werden.»

Trotz zuletzt sieben Spielen mit nur einem Punkt ist die Tabellenlage des EHCW keineswegs schlecht. Er liegt auf Rang zehn und noch ist mehr als die Hälfte der Qualifikation zu absolvieren. La Chaux-de-Fonds als Achter hat nur drei Punkte mehr, Siebter ist die EVZ Academy mit fünf Punkten Vorsprung. Das heisst auch: Dem nächsten Match des EHCW am kommenden Sonntag zu Hause gegen die Innerschweizer kommt eine grosse Bedeutung zu.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch