EHC Winterthur

Vieles stimmt, aber es fehlen die Tore

Mit 1:2 verlor der EHC Winterthur das vierte Derby der Saison gegen Thurgau äusserst knapp. Den Winterthurern fehlt nicht viel zum Erfolg, aber mit den Toren das Wichtigste.

Kein Durchkommen gabs für Anthony Staiger (rechts) gegen Sami El Assaoui und Goalie Janick Schwendener.

Kein Durchkommen gabs für Anthony Staiger (rechts) gegen Sami El Assaoui und Goalie Janick Schwendener. Bild: Christian Merz

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Thurgau hat den Match nicht unverdient gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Stephan Mair war während des ganzen Spiels einem Tor näher als die Winterthurer. Als sie aber endlich trafen, wars auch ein bisschen glücklich: Melvin Merola zog in der 46. Minute von der Bande ab und Tim Guggisberg liess den Puck zum 0:1 passieren. Vorwerfen kann man dem jungen EHCW-Goalie aber nicht viel, denn vor allem im Mitteldrittel hatte er sein Team mit mehreren Rettungsaktionen vor dem Rückstand bewahrt.

Turbulente Schlussphase

Das 0:1 war am Ende entscheidend, obwohl es in einer turbulenten Schlussphase nochmals eine Wende hätte geben können. Dem EHCW drohte nach dem 0:2 in Chiasso der zweite Match hintereinander ohne Torerfolg. Also nahm Trainer Michel Zeiter Goalie Guggisberg schon über zwei Minuten vor dem Ende vom Eis, um den Ausgleich mit einem Feldspieler mehr zu erzwingen. Das Unterfangen misslang, schon nach wenigen Sekunden traf Cody Wydo ins verlassene Tor.

Was den EHCW aber auszeichnete war, dass er nicht aufgab. Guggisberg wurde nochmals vom Eis beordert, und diesmal klappte es mit dem Tor: Anthony Nigro verkürzte 54 Sekunden vor der Schlusssirene auf 1:2. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen.

Beidseitig diszipliniert

Nur gut 900 Zuschauer in der Zielbau-Arena sahen eines intensives und gutes Derby. Beide Teams spielten enorm diszipliniert. Vom EHCW kannte man das bereits. Aber auch Thurgau, wo sonst eher mal einer zu einer übermütigen Aktion neigt, die dann ins Auge geht, gab sich keine Blösse. Zu Konterchancen kam der EHCW praktisch nie. Und ein Tor erzwingen, mit einer Einzelaktion oder mit etwas Glück bei einem Abpraller, das scheint im Moment nicht möglich zu sein.

Thurgau war gefährlicher, vor allem zu Beginn des Spiels und in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels, als die Winterthurer ihre Blöcke nicht immer optimal wechselten. Wydo oder vor allem Lars Frei hätten ihre Mannschaft da in Führung bringen können, scheiterten aber an Guggisberg. Als der beim 0:1dann daneben griff, war der Match eigentlich ausgeglichen und hätte auf beide Seiten kippen können.

EHCW-Trainer Zeiter tat sich schwer damit, den Match zu analysieren. «Es war ausgeglichen», fand er. «Wir haben reingeworfen, was wir hatten, kassierten aber das 0:1 unglücklich. Am Ende waren Details entscheidend.»

Die Niederlage, die vierte in Folge und die dritte im vierten Derby der Saison gegen Thurgau, war knapp, also kann man auch feststellen, dass nicht alles verkehrt läuft bei den Winterthurern: «Defensiv war unsere Leistung in Ordnung», urteilte Zeiter. «Wir schiessen einfach zuwenig Tore.»

Die Suche nach Lösungen

Nur in zwei der letzten zehn Spiele schoss der EHCW mehr als zwei Treffer, beim 3:5 gegen Kloten und beim 4:1-Sieg gegen Ajoie. Zeiter ist auf der Suche nach Lösungen, er stellt die Linien immer wieder mal um. Gegen Thurgau liess er Jared Gomes erstmals als Center spielen, mit Samuel Keller und Jari Allevi auf den Flügeln. Nigro spielte zwischen Kevin Bozon und Anton Ranov, Verteidiger Michael Roos ist schon seit einigen Partien Stürmer. Die Wirkung dieser Massnahmen war bisher bescheiden, was die Offensive betrifft. Aber sie tragen zur defensiven Stabilität bei. Erwähnen darf man in diesem Zusammenhang auch, dass der EHCW im zwölften Match in Folge in Unterzahl ohne Gegentor blieb.

Eine stabile Defensive ist eine gute Voraussetzung für eine gedeihliche Zukunft. Wenns aber ums Toreschiessen geht, dann muss man wohl auf die Rückkehr von Luca Homberger und Kris Schmidli hoffen, die nach der Nationalmannschaftspause angedacht ist. Die beginnt für den EHCW bereits jetzt. Den Spielbetrieb nimmt er am übernächsten Dienstag mit dem Match in Kloten wieder auf. (Der Landbote)

Erstellt: 07.12.2018, 22:57 Uhr

Swiss League

EHCW – Thurgau 1:2 (0:0, 0:0, 1:2)
Zielbau-Arena. – 900 Zuschauer. – SR Gäumann/Koch; Kehrli/Betschart. – Tore: 46. Merola 0:1. 58. (57:56) Wydo (Collenberg, ins leere Tor/Ausschlüsse Hess, Wildhaber) 0:2. 60. (59:06) Nigro (Gomes, Staiger/Ausschlüsse Hess, Seiler, EHCW ohne Torhüter) 1:2. - Strafen: 4x2 plus 1x10 (Hess) gegen den EHCW, 5x2 gegen Thurgau. - EHCW: Guggisberg; Molina, Pozzorini; Guerra, Küng; Blaser, Schmutz; Jonski; Allevi, Gomes, Keller; Ranov, Nigro, Bozon; Staiger, Alihodzic, Scherz; Martikainen, Hess, Roos. - Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Steinauer, Collenberg; El Assaoui, Wildhaber; Hänggi; Ryan, Rundquist, Wydo; Frei, Fuhrer, Merola; Michael Loosli, Hollenstein, Janik Loosli; Rattaggi, Kellenberger, Moser; Zanzi. - Bemerkungen: EHCW ohne Homberger, Schmidli und Wieser (verletzt) sowie Kobach (krank). Thurgau ohne Brändli, Engeler, Bahar, Vogel und Arnold (verletzt). 57:50 Time-out EHCW. 59:06 Time-out Thurgau. EHCW von 57:50 bis 57:56, 58:09 bis 59:06 und von 59:25 bis zum Schluss ohne Torhüter.

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