Eishockey

ZSC Lions überrennen den EHCW

Der EHC Winterthur hatte gegen starke ZSC Lions keine Chance und verlor gleich 0:9. Und er muss in den nächsten Monaten ohne Luca Homberger auskommen.

Sieben Tore kassierte Tim Guggisberg gegen die ZSC Lions, trotz der Kanterniederlage war nicht alles schlecht bei den Winterthurern.

Sieben Tore kassierte Tim Guggisberg gegen die ZSC Lions, trotz der Kanterniederlage war nicht alles schlecht bei den Winterthurern. Bild: mdu

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So hatte man sich das beim EHCW nicht vorgestellt: Nach 30 Sekunden lag er 0:1 zurück, nach einem Drittel 0:2 und im mittleren Abschnitt wurde er komplett überrannt. Fünf Gegentore kassierte er da, vier davon innert zehn Minuten.

ZSC Lions wie Tag und Nacht

«Sie waren klar besser», musste EHCW-Trainer Michel Zeiter zugeben. «Im Mitteldrittel haben wir den Faden komplett verloren. Der Klassenunterschied war enorm.» Das lag vor allem an den ZSC Lions. Vor einem Jahr hatten sie sich in Bülach mit Ach und Krach zu einem 3:2-Sieg gegen ein Amateurteam gekämpft. Mit einem pomadigen Auftritt, an den man sich erst später wieder erinnerte: Es war das Präludium zu einer schwachen Qualifikation, nach der sogar das Playoff verpasst wurde.

Was die ZSC Lions in der Zielbau-Arena boten, war im Vergleich zu jener Leistung wie Tag und Nacht: Sie spielten von Anfang an mit enorm hohem Tempo, sie waren zielstrebig und suchten die Abschlüsse, sie trafen. Hinten liessen sie wenig bis gar nichts zu. Erst im Schlussdrittel, als längst alles klar war, gaben sie punkto Intensität etwas nach. Von den Leistungsträgern wurden mit Roman Wick und Marcus Krüger nur zwei geschont. Alle vier Sturmlininien schossen Tore, zwei davon der Winterthurer Simon Bodenmann.

Der EHCW war eigentlich guter Dinge in den Match gegangen. Er hatte sich intensiv vorbereitet. «Wir wollten gewinnen», sagte Zeiter auch nach der Schlusssirene noch, und man nimmt es ihm ab. Riley Brace hatte nach 13 Sekunden sogar den ersten Abschluss des Spiels, doch kurz darauf führten die ZSC Lions vor, wie schnell sie unter neuer Führung umzuschalten gedenken: Fredrik Pettersson schloss den ersten Konter mit dem 1:0 ab, bedient von Garrett Roe. Gegenstosstore kassierten die Winterthurer noch das eine oder andere mehr. Auch in der eigenen Zone, wo sie sonst gut organisiert sind, konnten sie diesmal nur 20 Minuten lang einigermassen standhalten. Dann wurde der Druck zu gross

Am Ende stand jedenfalls ein 0:9 – die höchste Niederlage, die der EHCW im Cup je hat einstecken müssen. Selbst bei der ersten Austragung, als er vor fünf Jahren als Erstligist antrat und gegen den EV Zug 1:7 verlor, war das Resultat gnädiger. Aber der Vergleich ist schwierig: Gestern jedenfalls bekam es der EHCW mit einem Gegner zu tun, der den Gewinn des Schweizer Cups zum Ziel ausgerufen und diese Ankündigung nun auch mit einer ersten Tat unterstrichen hat. Was das für den Saisonstart heisst – die ZSC Lions empfangen am Freitag mit dem HC Davos ein anderes Kaliber als es der EHCW war– ist schwer zu sagen.

Hombergers Kreuzband

Und der EHCW? Der musste schon vor dem Match eine Hiobsbotschaft zur Kenntnis nehmen. Denn mit Luca Homberger fällt einer der wichtigsten Spieler mit angerissenem Kreuzband mindestens drei Monate aus. Drei Tage haben die Winterthurer Zeit, um diese Nachricht und die herbe Niederlage zu verdauen. Am Freitag beginnt die Meisterschaft zuhause gegen Olten.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

Erstellt: 10.09.2019, 23:02 Uhr

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EHCW - ZSC Lions 0:9 (0:2, 0:5, 0:2)

Zielbau-Arena. – 2150 Zuschauer. – SR Wiegand/Ströbel; Altmann/Duarte. – Tore: 1. (00:30) Pettersson (Dominik Diem, Roe) 0:2. 12. Bodenmann (Hollenstein, Trutmann) 0:2. 23. Simic (Schäppi, Blindenbacher) 0:3. 33. (32:17) Bodenmann (Suter) 0:4. 33. (32:44) Brüschweiler, Prassl) 0:5. 35. Suter (Bodenmann, Hollenstein) 0:6. 39. Schäppi (Pedretti, Geering/Ausschluss Blindenbacher) 0:7. 51. Noreau (Roe, Pettersson/Ausschluss Torquato) 0:8. 57. Simic (Pedretti, Schäppi) 0:9. – Strafen: Je 3×2. – EHCW: Guggisberg (41. Gianola; Roos, Kobach; Schmutz, Blaser; Guerra, Küng; Hänggi, Pozzorini; Bleiker, Torquato, Riley; Zahner, Ramon Diem, Wieser; Allevi, Alihodzic, Lazarevs; Hess, Monnet, Bozon. – ZSC Lions: Flüeler (41. Guntern); Blindenbacher, Geering; Noreau, Marti; Trutmann, Phil Baltisberger; Sutter; Pettersson, Roe, Dominik Diem; Hollenstein, Suter, Bodenmann; Simic, Schäppi, Pedretti; Sigrist, Prassl, Brüschweiler. – Bemerkungen: EHCW ohne Homberger (verletzt), Sigg, Forrer und Raggi (überzählig). ZSC Lions ohne Berni, Braun, Chris Baltisberger, Hinterkircher, Krüger, Wick und Nilsson. 29:23 Time-out
EHC Winterthur.

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