Swiss League

Zwei Favoriten und drei Herausforderer

Der EHC Kloten und Olten sind die Favoriten auf den Meistertitel in der Swiss League. Doch im Playoff könnten auch ganz andere oben stehen. Die Übersicht über die zweithöchste Schweizer Eishockey-Liga.

Der HC Thurgau muss seine sechs besten Skorer ersetzen. Auch Toms Andersons.

Der HC Thurgau muss seine sechs besten Skorer ersetzen. Auch Toms Andersons. Bild: Manuel Zingg

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Eines ist in der Swiss League klar: Absteiger Kloten will so schnell wie möglich zurück in die National League. Aber die Klotener sind nicht die einzigen: Auch Olten und, wegen des Hallenproblems zurückhaltender, Langenthal orientieren sich nach oben. Dahinter schielen Traditionsteams wie Ajoie oder La Chaux-de-Fonds auf eine Überraschung. So präsentieren sich die Team der Swiss League im Einzelnen.

Die Aufstiegswilligen

EHC Kloten. Nach dem Abstieg musste Sportchef Felix Hollenstein bei Null beginnen. Zusammengestellt hat er eine Mannschaft, die einerseits aus vielen Talenten, aber auch aus ebenso vielen Routiniers besteht. Sie hat genug Qualität für einen Spitzenplatz. Ihr Manko: Weil die Torhüterposition mit dem Österreicher Bernhard Starkbaum besetzt werden musste, steht mit Ryan MacMurchy nur ein ausländischer Stürmer zur Verfügung. Viele denken: Es braucht zwei.

EHC Olten. Letzte Saison wurden die Solothurner in der Qualifikation durchgeschüttelt, erreichten dann aber den Playoff-Final gegen Rapperswil-Jona. Chris Bartolone, erst im Februar vom Assistenten zum Cheftrainer aufgestiegen, bleibt im Amt. Die Mannschaft verlor den einen oder anderen Routinier, dafür kehrten Diego Schwarzenbach (La Chaux-de-Fonds) und Roland Gerber (Langnau) zurück. Mit Bryce Gervais und Cason Hohmann stehen zwei neue Ausländer im Kader.

Die Herausforderer

SC Langenthal. Im ersten Jahr unter Trainer Peter Hanberg endeten das Playoff für den Meister von 2017 im Halbfinal gegen Olten. Der Meister von 2017 verlor mit Claudio Cadonau (Langnau), Aurélien Marti (Bern) und Mike Völlmin (Servette) drei wichtige Verteidiger. Die Resultate in der Vorbereitung waren zwiespältig. Trotzdem müsste das Team für einen Spitzenplatz stabil genug sein. Eine Frage ist, ob und wann der 37-jährige Torgarant Jeff Campbell zurückkehrt. Bis Ende Jahr fällt er sicher aus.

HC Ajoie. Die Jurassier waren 2016 Überraschungsmeister, letzte Saison brachten sie Rapperswil-Jona im Playoff-Halbfinal arg ins Schwitzen. Dank den überragenden Kanadiern Jonathan Hazen und Philip-Michaël Devos, Goalie Dominic Nyffeler und Gary Sheehan, dem erfahrensten Trainer der Liga, ist erneut alles möglich. Stürmer Léonardo Fuhrer (Rapperswil-Jona) ist der bedeutendste Abgang

HC La Chaux-de-Fonds. Die Neuenburger schnitten in den letzten Jahren stets etwas schlechter ab, als es das stark besetzte Kader hergegeben hätte. Jetzt sind mit Loïc Burkhalter (neu Sportchef) und Dominic Forget zwei Exponenten des offensiven Zaubers weg. Mit dem Winterthurer Kevin Kühni oder Sacha Wollgast wurden dafür routinierte Verteidiger, mit Alain Miévielle (Lausanne), Philipp Wetzel (Biel) und Adam Hasani (Fribourg) NLA-erfahrene Stürmer verpflichtet, dazu mit Tim Coffman und Brett Cameron zwei neue Ausländer. Dass das aufgehen könnte, deutete das Team von Serge Pelletier mit einem 5:4-Sieg im letzten Test gegen Kloten an.

Sicher im Playoff

EHC Visp. Für die letzte Saison in der altehrwürdigen Litterna-Halle setzt Sportchef Bruno Aegerter auf Kontinuität. Es blieben auch die Amerikaner Dan Kissel und Mark Van Guilder, obwohl sie nicht restlos überzeugten. Dass Substanz im Team von Matti Alatalo steckt, zeigte es am Ende der letzten Saison: Nach einer enttäuschenden Qualifikation mit Rang 7 scheiterte es im Viertelfinal gegen Langenthal erst im siebten Spiel.

HC Thurgau. Trainer Stephan Mair führte seine Mannschaft letzte Saison glänzend durch die Qualifikation. Das hatte Folgen: Mit Jaedon Descheneau, Cam Braes, Toms Andersons, Andri Spiller, Lars Neher und Adrian Brunner verloren die Thurgauer auf dem Transfermarkt ihre besten Skorer. Mit Franco Collenberg (Ambri) kam ein NLA-Routinier in die Verteidigung. Wenn die Amerikaner Cody Wydo und Kenny Ryan die Erwartungen erfüllen, müsste es trotz der Abgänge in die Playoffs reichen. Denn bei Thurgau wissen sie in der Regel, was es dazu braucht.

Playoff-Kandidaten

EVZ Academy. Die Innerschweizer erreichten bereits im zweiten Jahr das Playoff der Swiss League, was ein grosser Erfolg war. 2018/19 steht mit Jason O’Leary (ehemals Langenthal) ein neuer Chef an der Bande. Die Frage ist, wie sich die Bedürfnisse des Fanionteams auswirken. Und ob ein Playoff-Platz als Ziel weiterhin konsequent verfolgt wird oder ob 2018 einfach nur ein Ausreisser nach oben war.

GCK Lions. Im Gegensatz zur EVZ Academy beschäftigt das Farmteam der ZSC Lions auch ein paar Routiniers. Letzte Saison fehlten nur fünf Punkte für den Vorstoss ins Playoff. An der Bande ist Leo Schumacher als Chef zurück, nachdem er im Frühjahr an der Seite von Hans Kossmann Schweizer Meister geworden ist. Neu ist der Schwede Victor Backman, der Amerikaner Ryan Hayes ist geblieben.

EHC Winterthur. Die letzte Saison war mit Rang 10 und 25 Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz eine Enttäuschung. Jetzt ist das Kader deutlich breiter und etwas erfahrener, das Budget höher und es stehen mit Anthony Nigro und Tanner Sorenson erstmals von Anfang an zwei Ausländer zur Verfügung. Die Winterthurer müssten also ein Wort mitreden bei der Vergabe der Playoff-Plätze.

Immer unangenehm

Ticino Rockets: Die von Jan Cadieux gecoachte Mannschaft aus Biasca wird nicht mehr nur von Ambri-Piotta und Lugano gespiesen, sondern neu auch vom HC Davos. Ohne Ausländer wird es jedoch auch diesmal nicht für die Playoffs reichen. Aber dank Tempo, Härte und Elan sind die Tessiner (und Bündner) stets ein unangenehmer Gegner. (Der Landbote)

Erstellt: 13.09.2018, 18:16 Uhr

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