Hintergrund

Der FCW wieder in der Marschtabelle

Der FCW hat nach der Doublette in Chiasso und gegen Schaffhausen eine gute englische Woche hinter sich. Drei Punkte hinter dem Zweiten darf er sich nach einem Viertel der Meisterschaft in der Marschtabelle sehen.

Anas Mahamid (links) Schütze des 2:1 gegen Schaffhausen, hat sich das Recht auf mehr Einsätze erworben.

Anas Mahamid (links) Schütze des 2:1 gegen Schaffhausen, hat sich das Recht auf mehr Einsätze erworben. Bild: Madeleine Schoder

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Am Sonntagabend, nach dem Heimsieg von Vaduz gegen Aarau, wars klar: Der FCW steht nach dem ersten Meisterschaftsviertel in der oberen Tabellenhälfte. Also ist in einer Zwischenbilanz zu sagen: Sie ist mit 14 Punkten aus neun Spielen ordentlich, trotz der Rückschläge gegen Lausanne (0:6), in Kriens (2:3) und zuletzt gegen Wil (0:3). Realisten wie Sportchef Oliver Kaiser und, vor allem, Trainer Ralf Loose werden mit Wohlgefallen sehen, dass das Tabellenende nun schon zehn Punkte entfernt ist. Von vier auf zehn Längen wuchs die Reserve auf den FC Chiasso an durch die zwei Siege in der Direktbegegnung im Tessin und dann im Derby gegen den FC Schaffhausen. Aber man darf in der Tabelle auch nach oben sehen – und stellt dann mit mindestens so viel Wohlgefallen fest, dass der FCW nur drei Längen hinter dem Barrageplatz liegt.

«Ich bin mit der englischen Woche jedenfalls zufrieden.»FCW-Trainer Ralf Loose

«Ich bin mit der englischen Woche jedenfalls zufrieden», urteilte Loose. Das konnte er sein, weil seine Mannschaft mit zwei kämpferisch und läuferisch starken Vorstellungen auf den Fehlstart in diese drei Runden gegen Wil reagiert hatte. In der zweiten Halbzeit gegen Schaffhausen lieferte sie auch eine markante spielerische Steigerung. Dass die vor eigenem Publikum geboten wurde, war besonders erfreulich. In der Wochenbilanz schnitten nur Leader Lausanne und die Überraschungsteams Wil und Stade Lausanne-Ouchy (je sieben Punkte) knapp besser ab als der FCW mit seinen sechs Punkten. Wichtig war aber auch, dass der FCW nach ersten sieben Meisterschaftsrunden mit 16 Gegentoren in den letzten zwei Matches nur noch einen Treffer kassierte und erstmals in dieser Saison zweimal hintereinander gewann. Gar drei Siege in Folge gelangen dem FCW unter Loose erst einmal, in den letzten drei Runden der vergangenen Saison. Derlei zu wiederholen, dürfte den Winterthurern allein deshalb schwerfallen, weil die nächste Aufgabe in Lausanne ansteht.

Mahamid plus – Taipi minus

In der englischen Woche akzentuiert haben sich diese Feststellungen: Die Doppelsechs ist vorderhand mal gesetzt mit Ousmane Doumbia und Granit Lekaj, vor allem gegen stärkere Gegner. Also ist der eigentlich als zweiter «Sechser» verpflichtete Gjelbrim Taipi für den Moment der Verlierer der Entwicklung. Er überzeugte zwar im Cupspiel gegen St. Gallen beim ersten Auftritt in offensiverer Rolle, gegen Wil aber überhaupt nicht mehr – und danach liefs ohne ihn besser. Keine bedeutenden Stärken sind, das muss man so sagen, die Aussenverteidiger. Erfreulich sind die Zahlen der Offensivkräfte Luka Sliskovic (sechs Tore und zwei Assists in der Liga, dazu ein Assist im Cup) und der Sturmspitze Roman Buess (drei Tore/ein Assist). Dazu erwarb sich der Israeli Anas Mahamid das Recht auf mehr Einsätze, zumindest als Joker. Er lieferte zwischen den wichtigen Toren gegen St. Gallen und nun gegen Schaffhausen zwar – wie die den meisten andern auch – einen Aussetzer gegen Wil. Aber seine grundsätzliche Torgefährlichkeit ist ein Gewinn, eine weitere Variante für Loose.

Eine andere hat der Trainer am Freitag in Lausanne wieder. Erstmals seit dem Startspiel gegen Aarau kann Loose wieder davon ausgehen, seinen Captain Davide Callà einzusetzen. Callà spielte noch im Juli gegen Aarau stark, bis er nach einer Stunde mit einer Wadenverletzung ausfiel, diagnostiziert als «leichter Muskelfaserriss». Die Heilung zog sich hinaus, zwischendurch sah es ab und zu nach einer früheren Rückkehr aus. Jetzt kommt der unbestrittene Leader zurück ausgerechnet vor dem nominell anforderungsreichsten Spiel überhaupt. Dafür in eine Mannschaft, die sich nach dem Doppelsieg der letzten Tage wieder selbstbewusster wirken müsste.

Hinter Lausanne alles möglich

Noch sind zwei Siege «in Serie» nicht der ultimative Nachweis für Konstanz, aber erste Anzeichen waren sie. Damit ist der FCW auch in der Hierarchie einigermassen dort, wo man ihn sich vorstellen durfte. An der Spitze steht Lausanne-Sport, obwohl Giorgio Continis Team gestern in Wil ein frühes 2:0 und ein klares Chancenplus nicht in einen Sieg umsetzen konnte. Aber die Waadtländer sind als beste Mannschaft in dieser Liga zu sehen. Ebenso unbestritten ist einstweilen, dass der FC Chiasso die Nummer 10 ist, nach vier Niederlagen in Folge.

Dazwischen scheint alles möglich. Das überrascht nicht, auch nicht. dass die Grasshoppers weit eher nach Namen denn nach Leistungen die designierte Nummer 2 sind. Diesmal hätten sie sich selbst daheim und nach einer 3:1-Führung gegen Chiasso nicht über einen Punktverlust beklagen können. Zum wiederholten Mal verdankten sie ihren knappen Sieg ihrem Torhüter Mirko Salvi. Die – angenehme – Überraschung: ist zweifelsfrei Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy. Er verlor von den ersten vier Spielen drei, aber nur knapp und teilweise ausgesprochen unglücklich. Seither holte er in fünf Runden 13 Punkte. Insgesamt spielte bestenfalls der grosse Stadtrivale – der mit den so viel grösseren Mitteln – so konstant wie der Aufsteiger.

Und der FCW? Er hat ja auch noch einen zweiten Trumpf, den Cup. Kaiser und Loose beobachteten am Samstag den Achtelfinalgegner aus Thun. Der verlor in St. Gallen sang- und klanglos 0:4. Danach würde nicht überraschen, kämen die Berner Oberländer Ende Oktober als Tabellenletzter auf die Schützi. Das sind sie seit Sonntagnachmittag, und bis zur Reise nach Winterthur spielen sie noch zuhause gegen Luzern und dann in Basel und Bern ….

Erstellt: 29.09.2019, 19:17 Uhr

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