FC Seuzach

Die Tücken der neuen Liga

Seuzach startet am Sonntag in Rüti als Favorit in die Saison der 2. Liga interregional. Die Rückkehr in die 1. Liga ist ein Ziel, aber nicht das einzige.

Dieses Duell  wird es auch diese Saison geben: Seuzachs Patrick Widmer gegen Oliver Klaus vom FC Balzers, dem anderen Absteiger in die 2. Liga interregional.

Dieses Duell wird es auch diese Saison geben: Seuzachs Patrick Widmer gegen Oliver Klaus vom FC Balzers, dem anderen Absteiger in die 2. Liga interregional. Bild: Urs Kindhauser

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Eigentlich scheint alles klar: Seuzach, eher zufällig als zwingend aus der 1. Liga abgestiegen, hat sein Kader mehr oder weniger halten können, und in der Gruppe 6 der 2. Liga interregional sind die besten Teams weg: Linth ist aufgestiegen, Freienbach wurde in die Gruppe 5 transferiert. Also müsste die Rückkehr Seuzachs in die 1. Liga auf schnellstem Weg ein Selbstläufer sein. Ist es nicht. Dagegen spricht schon mal, wie die Vorbereitungsphase Seuzachs gelaufen ist. «Durchzogen», sei sie gewesen, sagt Trainer Markus Wanner. «Ich bin nicht zufrieden». Er hätte sich mehr Präsenz seiner Truppe in Trainings und Spielen vorstellen können, gerade als Trotzreaktion auf den unverhofften Abstieg. Diese ist vorerst ausgeblieben. Andererseits, man weiss es, waren die Seuzacher noch nie die Trainingsweltmeister.

Was auch nicht unterschätzt werden darf, wenn Seuzach am Sonntag (15 Uhr) in Rüti in die neue Saison startet, sind die Absenzen: Patrick Widmer und Christopher Süsstrunk sind noch gesperrt, Amel Kijametovic und Cedric Ullmann fehlen verletzt. Nimmt man den einen oder anderen Ferienabwesenden noch dazu und zählt Fabian Schalcher ab, der als einziger Stammspieler der letzten Saison nicht mehr dabei ist, dann steht zum Auftakt in die 2. Liga interregional eben nicht unbedingt eine Erstliga-Equipe auf dem Feld. Vorbehalte sind also angebracht.

Junge Spieler heranführen

Wanner sagte schon unmittelbar nach dem Abstieg, die Rückkehr in die 1. Liga sei das Ziel. Er sagt es immer noch. Aber er glaubt auch: «Für einen Verein wie den FC Seuzach und seine Infrastruktur ist eigentlich die 2. Liga interregional die richtige Liga. Langfristig müssen wir schauen, dass wir Spieler für diese Liga ausbilden können.» Folgerichtig ist der Wiederaufstieg zwar das eine Ziel, das Seuzach hat. Aber Wanner sieht sich auch in der Pflicht, junge Spieler an den Stamm heranzuführen und jene, die Mitte zwanzig sind, zu mehr Verantwortung zu drängen. «Denn irgendwann wird es in der Mannschaft von der Altersstruktur her einen Umbruch geben.»

«Für einen Verein wie den FC Seuzach und seine Infrastruktur ist eigentlich die 2. Liga interregional die richtige Liga.» Markus Wanner, Trainer FC Seuzach

Mit dieser Zukunft vor Augen hat Wanner sein Kader ergänzt: Es kamen David Lötscher (21/FCW U21), Simon Gillion (20/2. Mannschaft), Noah Kumbuesa (20/Bassersdorf), Diego Vargas (18/Will U21) und Nour Dekhili (18/Veltheim), alles junge Spieler. Auf Anhieb eine feste Grösse werden dürfte am ehesten Lötscher, der vor der letzten auch wegen Verletzungen etwas verkorksten Saison bei der U21 des FCW Stammkraft war und damit Erfahrung in der 1. Liga hat. Andere wie Kumbuesa oder Dekhili hatten bei ihren Klubs keinen Stammplatz. Trotzdem haben sie Wanner in den Probetrainings überzeugt.

Was hat der FC Seuzach in der 2. Liga interregional zu erwarten, aus der er vor vier Jahren aufgestiegen ist: «Vielleicht ist die eine oder andere Mannschaft fussballerisch schwächer als die Equipen in der 1. Liga. Aber uns wird sicher nichts geschenkt.» Er geht davon aus, dass die Gegner zwar ab und an starke Offensiven, im Spielaufbau aber ihre Schwächen haben. «Als wir aufstiegen war das auch so. Deshalb zahlten wir viel Lehrgeld.» Mit Pressing und frühen Ballgewinnen sollte es also möglich sein, zu guten Chancen zu kommen. Die Situation hat für Seuzach aber auch ihre Tücken: Ob sich der erhoffte Erfolg einstellt, ist auch eine Frage des Kopfes: «Die Überheblichkeit ist schnell da», sagt Wanner und verweist auf die nicht ganz gelungene Vorbereitungsphase.

Ausgeglichene Gruppe

Pro Gruppe gibt es nur einen Aufsteiger, das heisst: Wer Gruppensieger werden will, muss Konstanz beweisen. Ohne Linth und Freienbach ist mit einer ausgeglichenen Gruppe 6 zu rechnen. Uzwil, Kreuzlingen und Bazenheid waren letzte Saison dem Spitzenduo am nächsten und haben sich verstärkt. Zu beachten sein wird auch Balzers, der andere Absteiger aus der 1.-Liga-Gruppe 3. Die Liechtensteiner haben das Kader allerdings deutlich verjüngt.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.08.2018, 16:28 Uhr

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