Fussball

Ein Spitzenspiel – mal was Neues

Der FCW spielt, nach mehr als einem Drittel der Saison, gegen Servette, den punktgleichen Leader, um Platz 1 in der Challenge League. Das ist ein klassisches Spitzenspiel.

Sébastien Wüthrich (rechts) erzielte gegen den FC Schaffhausen ein spektakuläres Tor für Servette.

Sébastien Wüthrich (rechts) erzielte gegen den FC Schaffhausen ein spektakuläres Tor für Servette. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 13. August 2012 schlug der FCW an einem Montagabend den Aufstiegsfavoriten AC Bellinzona 1:0. Er war danach, wenn auch für nur eine Woche, Leader. Die Tessiner entliessen den Trainer Raimondo Ponte. Am Ende jener Saison war der FCW sportlich Dritter und – nach dem Lizenzentzug für die ACB – offiziell Zweiter. Es war seine bis heute letzte starke Saison. In den Jahren seither gab es auf der Schützi kaum noch Anlässe einigermassen dieses Zuschnitts: Dreimal kam der FCB im Cup, zweimal der grosse FCZ in der Meisterschaft. Stets verlor der FCW.Jetzt sind nicht nur fünf Runden gespielt wie damals vor sechs Jahren. Jetzt sinds schon 13. Ein gewisses Gewicht ist einer Tabelle da schon zuzumessen, also den Leistungen des FCW, der von den letzten sieben Ligaspielen fünf gewann und nur eines verlor. Und von Servette, das mit vier Siegen in Folge von einem eher zaghaften Starter zur Mannschaft in Form mutierte. Der Unterschied zwischen den beiden Klubs: Der FCW ist damit die Überraschung der Saison, die er gerne auf Dauer wäre. Servette liefert damit «nur» die Bestätigung, dass sein Ziel, am Ende der Spielzeit als Rückkehrer in die Super League festzustehen, nicht zu hoch gegriffen ist.

Die Jubelarie des Trainers

In Genf ist die Stimmung mittlerweile bestens. Die Zweifel, die anfangs am Wirken des neuen Trainers Alain Geiger aufgekommen waren, sind allmählich gewichen. Die Leistung am vergangenen Sonntag beim 3:0 gegen den FC Schaffhausen wurde allseits gefeiert. Auch FCW-Trainer Ralf Loose war des Lobes voll. Zum zweiten Tor, einem von Sébastien Wüthrich abgeschlossenen Konter, bemerkte er: «Das war nicht Challenge League, das war nicht mal Super League, das war Champions League – wenn der FC Barcelona so was spielt …» Loose hat nicht nur erkannt, dass die Genfer über die wohl meisten Offensivkapazitäten in der Liga verfügen. Nein, «sie sind auch defensiv stabil, und ich habe festgestellt, dass die Stimmung in der Mannschaft gut ist.» Kein Wunder, wenn sie von Sieg zu Sieg eilt …

Es fällt auch nicht ins Gewicht, dass erfahrene Spieler wie Innenverteidiger Christopher Mfuyi, der Sechser Andrea Maccoppi und – mit gerissenem Kreuzband – der Flügelmann Steven Lang verletzt fehlen. Es konnte zuletzt auch verborgen werden, dass der eigentlich als Topskorer eingekaufte Ivorer Koro Koné nicht spielberechtigt ist. Es bleibt zumindest bis nach der Länderspielpause bei den beiden Toren, die Koné bei seinem Debüt schoss – beim 2:0 Ende August gegen den FCW. Loose hat seinen Spielern die Stärken der Genfer vorgeführt und sagt: «Wenn wir gegen diesen Gegner bestehen wollen, müssen wir schon sehr gut spielen. Aggressiv, konzentriert und mit all unseren Mitteln.»

Ganz alle Mittel kann Loose allerdings nicht ausschöpfen. Jordan Gele, ursprünglich der Stürmer Nummer 1, ist weiterhin verletzt. Jetzt fällt Taulant Seferi, der in fünf der letzten sechs Spiele einmal traf, wegen einer Sperre aus. Es wird Luka Sliskovic eine Reihe nach vorne rücken und die Sturmspitze geben. Er hat guten Formstand nachgewiesen, als er zuletzt auf dem Weg zum 3:2 gegen Rapperswil das 1:0 schoss, vor dem 3:1 elfmeterwürdig gefoult wurde und zwischendurch mit zwei Weitschüssen brillierte, von denen einer am Pfosten endete. Aber die Alternativen auf der Bank werden durch Seferis Absenz dezimiert.

Die erarbeitete Chance nutzen

Was für den FCW sprechen kann: Seine kämpferische Mentalität, die ihm auf der Schützenwiese zu den Siegen gegen Aarau, Lausanne, Vaduz und Rapperswil verhalf. Nicht zu zweifeln ist an der Eigenschaft der Mannschaft, in jedem Match alles zu geben. Jetzt die Chance zu nutzen, die man sich hart erarbeiten hat – nämlich vorne mitzuhalten. Das sind die Fortschritte in dieser Saison – hin zu Affichen wie die von heute. Die es – vom FCB im Cup eben abgesehen – auf der Schützi lange nicht mehr gab. Aber weiterhin ist jeder Punkt zuerst mal einer, der den FCW vom Tabellenende fernhält. So viel Realismus muss sein – auch oder vor allem in diesen erfreulichen Wochen des Vereins. (Der Landbote)

Erstellt: 08.11.2018, 21:22 Uhr

Agenda

FC Winterthur - Servette
Schützenwiese, Freitag, 20 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!