FCW

Es gilt die Devise «nicht nachlassen»

Nach der ersten ist vor der zweiten Bestätigung. Der FCW hat dem 3:1 gegen Aarau ein 4:1 in Rapperswil folgen lassen, heute Abend will er seinen ordentlichen zu einem guten Start ausbauen – mit einem Heimsieg gegen den SC Kriens.

FCW-Trainer Ralf Loose strebt mit seinem Team gegen Kriens den dritten Sieg in Folge an.

FCW-Trainer Ralf Loose strebt mit seinem Team gegen Kriens den dritten Sieg in Folge an. Bild: Moritz Hager

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Wenn zwei Siege in Folge schon ein statistisch erhebliches Thema sind, dann stehts eigentlich nicht gut um einen Verein. Wie in diesem Fall um den FCW, dessen Doublette gegen Aarau und Rapperswil-Jona die erste war seit dem April 2017, als er sich mit vier Siegen in Folge unter Umberto Romano aus dem Abstiegskampf befreite. Aber ein erstes Mal wieder zweimal hintereinander gewonnen zu haben, wie es der FCW des Ralf Loose nun schaffte, kann auch der erste Schritt zu einer dauerhaften Wende sein. Vor allem wenn es zwei Siege nach vor allem kämpferisch überzeugenden Leistungen waren.

Das Pflänzchen pflegen

Es waren erste Signale, dass in ­diesem Sommer die Transferkampagne tatsächlich gelungen sein könnte. Neu ist ja auch der Trainer, der die Vergangenheit also nicht miterlebte, zuletzt 36 Runden in zehn Monaten, in denen das Publikum auf der Schützenwiese nur vier Heimsiege und nie zwei in Folge erlebte. Loose ist also sehr zurückhaltend, auch nach den zwei guten Leistungen. Euphorisiert ist er klugerweise schon gar nicht, das ist auch die Mannschaft nicht, deren Devise Routinier Luca Radice ja so formuliert hat: «Wir dürfen jetzt keinesfalls nachlassen.» Das Pflänzchen soll gepflegt werden. Ein dritter Sieg in Folge wäre schon mal ein weiterer Nachweis, dass da etwas zusammenwächst.

Statistisch könnte man ihn so einbetten: Mit neun Punkten aus vier Spielen ist der FCW zuletzt vor vier Jahren unter Jürgen Seeberger gestartet – und das war dann auch, mit Platz 4 und 53 Punkten, die letzte vernünftige bis, wenn auch nur bis in den Spätherbst, gute Saison des FCW. Seither ging es bergab, auf die Ränge 6, 6 und 9; auf die Punktzahlen 43 (aus nur 34 Spielen), 41 und 32.

Heute kann Loose aufstellen wie zuletzt, also mit einer Bank, von der sehr wohl Torschützen kommen können wie in Rapperswil Ousmane Doumbia und Taulant Seferi oder Abwehrroutiniers wie Granit Lekaj. Es fehlen nur die beiden Nachwuchsverteidiger Marc Schmid, dem eine noch unbestimmte, womöglich aber längere Pause droht, und Julian Roth, der vor einer zweiten Knieoperation und einem mit Sicherheit wieder monatelangen Ausfall steht.

Die Rolle Daniel Fangers

Beruhigend wirkt, dass der Gegner heute keinen Anlass bietet, ihn zu unterschätzen. Zwar ist der SC Kriens der Aufsteiger und hat sein erstes «Heimspiel», allerdings im Luzerner Grossstadion, gegen Rapperswil-Jona klar verloren. Aber er hat auswärts nicht nur mit den beiden Resultaten, sondern auch mit den Leistungen überzeugt – beim 1:1 in Lausanne und beim 2:0 in Aarau, also auf den Plätzen von Aufstiegskandidaten. Ganz abgesehen davon ist der Sportclub aus Kriens ein Name, den man in der Challenge League kennt – auch nach fünf Jahren in der Zweit- und einem gar in der Drittklassigkeit. Der Klub, der 2012 die Qualifikation für die neue Zehnerliga verpasste, hat danach auch einen Beinahekonkurs überstanden. Mittlerweile ist er wieder gesund, er freut sich auf sein neues Stadion im Kleinfeld, das am 13. Oktober offiziell eröffnet wird – nach den ersten Heimspielen beim Nachbarn FCL. 3200 Zuschauer wird das Stadion fassen, 20 Millionen Franken kostet es.

Der Verein geht mit einem Budget von 1,3 Millionen Franken in seine erste Saison in der Zehner­liga. Für einen eigentlichen Profibetrieb reicht das nicht. Aber mit einer routinierten Mannschaft treten die Krienser doch an, die weitgehend jener entspricht, die den Aufstieg schaffte. Die Nummer 1 ist der Verteidiger Daniel Fanger (30), zuletzt in Aarau als «Sechser» eingesetzt. Im Frühjahr fehlte er im ersten, dritten und vierten Spiel, weil er für seinen Arbeitgeber – den internationalen Skiverband FIS – an Weltcuprennen musste. Also verlor der SCK, der zwei Punkte vor Nyon ins Frühjahr gegangen war, diese drei Spiele. Nur das zweite zwischendurch, mit Fanger, gewann er. Danach hatte er vier Punkte Rückstand auf Nyon. Als Fanger zurück war, siegte Kriens nur noch, zu den neun Siegen gehörte auch das vorentscheidende 2:1 in Nyon.

Drei Kollegen Fangers haben eine Vergangenheit beim FCW: Verteidiger Jan Elvedi (22 / 16 Spiele unter Jürgen Seeberger und Sven Christ), Marco Mangold (31 / 39 Spiele von 2015 bis 2017) und Dario Ulrich (20 / 19 Spiele in der vergangenen Saison). Aufstiegstrainer der Krienser ist der Zürcher Bruno Berner (41), ehedem Meister mit den Grasshoppers, kurze Zeit beim FC Basel, in England vor allem bei Leicester City. Die erste Saison mit Kriens war sein erster Erfolg als Trainer, vorangegangen war der Abstieg mit dem FC Tuggen – aus der Promotion League, die er danach mit Kriens nach oben verliess. Jetzt heisst das einzige realistische Ziel natürlich: Klassenerhalt in der Challenge League.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.08.2018, 22:59 Uhr

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