GC holt wichtigen Punkt im Abstiegskampf

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Die Grasshoppers bleiben Letzter, beenden aber ihre Niederlagenserie. Nach sechs Pleiten in Folge kommen sie in Thun zu einem 1:1. Das Wesentliche spielte sich in Thun in den ersten 19 Minuten ab. Es war eine Anfangsphase, die für die Grasshoppers nicht nur glimpflich verlief, sondern regelrecht mirakulös mit 1:1 endete. Mit dem ersten rasch ausgetragenen Angriff gingen die Thuner in Führung. Dafür brauchte es bloss einen Ballverlust des erstmals eingesetzten Brasilianers Caiuby, eine flache Hereingabe von Matteo Tosetti und den einschussbereiten Torschützen Basil Stillhart.

In den folgenden Sekunden musste man für GC das Schlimmste befürchten. Die Abwehr der Zürcher war ausser Rand und Band. Keine zwei Minuten nach dem Gegentor verursachten Jean-Pierre Rhyner und Djibril Diana mit ihren Fehlern einen Penalty. Liga-Topskorer Dejan Sorgic scheiterte an Goalie Heinz Lindner und vier Minuten später glich GC völlig unerwartet aus. Den Eckball von Yoric Ravet setzte Robin Kamber zunächst an die Latte, bevor Arlind Ajeti zum 1:1 einschoss.

Lindner als einziger überzeugend

Lindner, der einzige GC-Spieler, der ohne Wenn und Aber über die gesamte bisherige Saison überzeugend aufgetreten ist, war auch in der Folge mehrmals gefordert. Sorgic zeigte sich in Abwesenheit seines gesperrten Offensivpartners Marvin Spielmann entweder ungewohnt ungeschickt vor dem Tor oder scheiterte an Lindner. Dieser rettete nach einer Stunde bei einer Flanke von Tosetti ein weiteres Mal glänzend und kompensierte fast immer die Fehler seiner Vorderleute.

GC hielt sich in der ersten Halbzeit vor allem mit Glück im Spiel, aber Präsident Stephan Anliker und CEO Manuel Huber sahen auf der Tribüne auch Erfreuliches. Sie konnten sich vergewissern, dass die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben. Mit viel Wille und Laufbereitschaft hielten die Zürcher gegen die spielerisch überlegenen Thuner dagegen. Trainer Thorsten Fink hatte seine Mannschaft im Vergleich zu den letzten Wochen umgestellt - und auf Kampf eingestellt. Kamber und Gjelbrim Taipi standen erst zum achten Mal in dieser Super-League-Saison im Einsatz. Dafür verlor der zuletzt immer gesetzte Nedim Bajrami seinen Platz in der Startformation.

Spielerisch werden die Grasshoppers in den kommenden Wochen und Monaten mehr bieten müssen als in Thun. Ravet und der von Augsburg ausgeliehene Caiuby zeigten in Ansätzen, dass sie ein interessantes Sturmduo bilden könnten. Die beiden bereiteten kurz vor der Pause eine von sehr wenigen guten Chancen der Gäste vor, die Taipi vergab. Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel schoss Ravet selber aus guter Position daneben.

FCZ kommt weiterhin stockend voran

Thomas Häberli ist als neuer Trainer des FC Luzern mit einem 1:1 auswärts gegen Cupsieger FC Zürich gestartet. Damit konnten die Innerschweizer die Niederlagen-Serie stoppen, während der FC Zürich im neuen Jahr weiterhin nur stockend vorankommt. Am Ende hätte der FC Luzern dieses Spiel um ein Haar noch gewonnen. Ruben Vargas, der Beste in einer ansonsten harmlosen Offensive, schoss fünf Minuten vor Schluss knapp am linken Pfosten vorbei. Es ging in Ordnung, dass der Ball nicht ins Tor flog. Ein Sieg wäre ein zu guter Lohn gewesen für die Luzerner und ihre bemühte, aber spielerisch doch sehr dürftige Leistung.

Lange Zeit hatte nämlich wenig darauf hingedeutet, dass die Luzerner unter ihrem neuen Trainer Thomas Häberli die Niederlagenserie würden stoppen können, mit der sie unter dem entlassenen René Weiler in die Rückrunde gestartet waren. Seit der 8. Minute und dem sehenswerten Freistosstreffer von Salim Khelifi hatten sie in Rückstand gelegen und konnten das Tor des Heimteams kaum in Gefahr bringen. Doch dank einem gut getretenen Corner von Christian Schneuwly und dem perfekten Timing von Verteidiger Lucas Alves schafften sie nach einem stehenden Ball, was ihnen aus dem Spiel heraus kaum gelungen wäre: den späten Ausgleich zum 1:1.

Luzern bestraft verhaltene Spielweise des FCZ

Dieses Luzerner Tor in der 80. Minute bestrafte den FC Zürich für die verhaltene Spielweise nach der frühen Führung. Drei Tage nach dem Europa-League-Rückspiel gegen Napoli wollten die Zürcher den Vorsprung verwalten, statt gegen einen verunsicherten Gegner konsequent das zweite Tor und somit die Entscheidung anzustreben.

Der FCZ hat somit nur eines von sechs Pflichtspielen im neuen Jahr gewonnen. Eine gute Erkenntnis gibt es für den Cupsieger aus dem Spiel trotzdem: Der Captain Kevin Rüegg zeigte bei seinem Comeback nach über drei Monaten eine starke Leistung.

Telegramme:

Thun - Grasshoppers 1:1 (1:1)

5360 Zuschauer. - SR Tschudi.

Tore: 13. Stillhart (Tosetti) 1:0. 19. Ajeti (Kamber) 1:1.

Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Joss; Bigler (62. Fatkic), Gelmi, Stillhart; Tosetti (90. Costanzo), Sorgic, Salanovic (77. Da Silva).

Grasshoppers: Lindner; Ajeti, Diani, Rhyner; Gjorgjev (70. Cvetkovic), Kamber, Holzhauser, Goelzer; Taipi (81. Bajrami); Ravet, Caiuby.

Bemerkungen: Thun ohne Spielmann (gesperrt), Hediger, Righetti, Ferreira, Hunziker und Karlen (alle verletzt). Grasshoppers ohne Basic, Nathan, Arigoni und Sigurjonsson (alle verletzt). 15. Lindner hält Foulpenalty von Sorgic. Verwarnungen: 13. Caiuby (Reklamieren). 15. Diani (Foul). 63. Ajeti (Foul). 68. Holzhauser (Foul). 92. Glarner (Foul).

FC Zürich - Luzern 1:1 (1:0)

9174 Zuschauer. - SR Klossner.

Tore: 8. Khelifi (Freistoss) 1:0. 80. Lucas (Corner Schneuwly) 1:1.

FC Zürich: Brecher; Rüegg (83. Odey), Bangura, Maxsö, Charabadse; Hekuran Kryeziu, Sertic (78. Domgjoni); Khelifi, Zumberi (61. Winter), Kololli; Ceesay.

Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic (69. Ndenge), Sidler; Grether (65. Voca), Schulz; Vargas (86. Custodio), Christian Schneuwly, Schürpf; Demhasaj.

Bemerkungen: Zürich ohne Marchesano, Nef, Pa Modou, Andereggen, Untersee und Aliu (alle verletzt), Luzern ohne Eleke (gesperrt) sowie Juric, Kakabadse und Knezevic (alle verletzt). Verwarnungen: 32. Vargas (Foul). 35. Cirkovic (Foul). 57. Khelifi (Unsportlichkeit). 88. Schwegler (Foul). (dho/sda)

Erstellt: 24.02.2019, 19:10 Uhr

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