GC trotz Unterzahl im Achtelfinal

Die Zürcher schwächen sich erneut selbst, dennoch reichts zum 1:0 gegen Servette. Winterthur besiegt den Favoriten aus St. Gallen.

Gjorgjev erzielt den einzigen Treffer des Tages (Video: SRF).

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Diesmal ist es Cabral, der vom Platz trottet. Über die Tartanbahn, ein Handshake mit Trainer Uli Forte, dann verschwindet er im Tunnel. Wie Basic einen Monat davor. Wie Njie vor drei Wochen. Es ist fast, als hätten sie sich vorgenommen, Partien zu zehnt zu beenden. Der Linksverteidiger holt den dritten GC-Platzverweis in den vergangenen vier Spielen. Den zweiten nach nur gut 30 Spielminuten. In der Challenge League verhalf GC so einigen Gegnern zu Punkten, ebenso mit Penaltys und Eigentoren.

Cabral sieht nach einem rüden Foul die zweite gelbe Karte (Video: SRF).

Trotzdem bringt Forte vorerst keinen neuen Mann, beordert Pusic auf Cabrals Abwehrseite, Gjorgjev auf Pusics Position auf dem rechten Flügel. «Ein gelungener Wechsel», darf Forte nach dem Spiel sagen. Denn ohne ihn wäre Gjorgjev nicht dort, wo er in der ersten Minute nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit ist. Er bekäme die Kopfballverlängerung von Ben Khalifa nicht vor die Füsse, er würde nicht allein von rechts auf das gegnerische Tor losstürmen. Er würde nicht das 1:0 erzielen. Weil Cabral aber vom Platz muss, tut Gjorgjev genau das. Forte sagt über den einzigen Torschützen: «Er ist der absolute Matchwinner.» Weil dieser eine gute Abschluss genügt. Der Challenge-League-Club qualifiziert sich gegen Servette für den Achtelfinal des Cups.

Forte setzt gegen den oberklassigen Gegner auf Diani anstelle des oft übereifrigen Njie, dieser darf erst in der zweiten Halbzeit mittun. Es ist die sichere Variante, das Spiel findet vor allem in der Hälfte des Heimteams statt. Da kann GC für sich reklamieren, dass es den gut getretenen Freistössen und Eckbällen der Gäste standhält – mal souverän, mal unbeholfen. Offensiv aber geht im ganzen Spiel wenig, die einzige Chance in der ersten Halbzeit, von Pusic und Arigoni wunderbar herausgespielt, vergibt Ben Khalifa. Da ist Cabral noch auf dem Platz und sind die Servette-Fans nicht im Stadion. Sie treffen erst kurz vor der Pause ein. Rechtzeitig, um Gjorgjevs 1:0 mitzuerleben.

Fortes Aussetzer ist der Schlusspunkt

Der nordmazedonische Nationalspieler hat kurz darauf gleich die Chance auf sein zweites Tor, lässt sie aber ungenutzt. Danach ist er oft mit Verteidigen beschäftigt, wie der Rest seiner Mannschaft. Nur Ben Khalifa wartet vorne auf die Bälle. Hinten entschärft entweder Salvi die Kopfbälle, oder die Gäste setzen sie gleich selbst über das Tor. Andere Möglichkeiten lässt die Defensive von GC kaum zu. Und ganz zum Schluss hilft auch Forte etwas mit. Er schiesst vor einem Einwurf des Gegners den Ball weg, sieht Gelb. Er reklamiert, sieht nochmals Gelb. Schiedsrichter San schickt ihn zu Cabral.

Uli Forte provoziert und wird des Feldes verwiesen (Video: SRF).

Winterthur besiegt den Favoriten

Dass die Spieler des FC Winterthur nach Spielschluss mit den Fans auf der Schützenwiese den Einzug in den Cup-Achtelfinal feiern konnten, dafür waren auch Schiedsrichter Nikolaj Hänni und FCSG-Goalie Jonathan Klinsmann besorgt. Die beiden spielten nach 30 Minuten die Hauptrollen in der Schlüsselszene der Partie. St.-Gallens Schlussmann verliess seinen Strafraum und holte Stürmer Roman Buess von den Beinen, Hänni zeigte Rot.

Die Schlüsselszene: Klinsmann fliegt heran und Buess zu Boden – Rot für den Goalie. (Video: SRF)

Die Partie kippte in der Folge. Nach 48 Minuten traf Anas Mahamid zur Führung für den Zürcher Challenge-League-Club. Nun rannten die Ostschweizer an. Doch sie vergaben zu viele Ausgleichschancen – auch aus bester Position. In der Schlussphase nutzte FCW-Stürmer Nuno da Silva die Freiheiten in der Gästehälfte und sorgte mit dem 2:0 für den Schlusspunkt.

Telegramme:

Grasshoppers - Servette 1:0 (0:0)
2480 Zuschauer – SR Fedayi San. Tor: 46. Gjorgjev 1:0.
GC: Salvi; Arigoni, Basic, Cvetkovic, Cabral; Diani, Salatic; Pusic, Morandi (65. Njie), Gjorgjev (84. Asllani); Ben Khalifa (88. Subotic).
Servette: Kiassumbua; Gonçalves, Rouiller, Routis, Severin (67. Chagas); Cespedes, Ondoua; Stevanovic, Wüthrich (71. Imeri), Tasar; Kyei (65. Schalk).
Bemerkungen: GC ohne Matic und Goelzer (beide verletzt). Servette ohne Sasso und Cognat (beide verletzt). 32. Platzverweis gegen Cabral (GC). 92. Platzverweis gegen GC-Trainer Forte wegen Reklamierens. – Verwarnungen: 2. Cabral (Foul). 28. Ondoua (Foul). 58. Routis (Foul). 88. Gonçalves (Unsportlichkeit). 88. Asllani (Unsportlichkeit).

Winterthur - St. Gallen 2:0 (0:0)
8000 Zuschauer. – SR: Hänni. – Tore: 48. Mahamid 1:0. 93. Da Silva 2:0.
Winterthur: Spiegel; Isik, Bühler, Hajrovic, Schättin; Sliskovic, Doumbia, Lekaj, Mahamid (79. Da Silva) ; Taipi (73. Bdarney) ; Buess.
St. Gallen: Klinsmann; Hefti, Vilotic, Stergiou, Rüfli (78. Muheim); Görtler, Quintillà, Costanzo; Guillemenot (33. Stojanovic), Itten, Ruiz.
Bemerkungen: 31. Rot gegen Klinsmann (Notbremse).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

(mro)

Erstellt: 13.09.2019, 18:48 Uhr

Artikel zum Thema

Letzte Saison GC, jetzt coacht er Iniesta und Villa

Thorsten Fink, Basler Meistermacher und bei GC auf dem Weg zum Abstieg entlassen, coacht nun Kobe. Er schwärmt von dauersingenden Fans und «tollen Spielern». Mehr...

GC holt sich viel Fachwissen, aber auch Konfliktpotenzial

Kommentar Fredy Bickel kann für die Grasshoppers ein Glücksfall sein. Doch der neue Manager polarisiert in der Szene. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!