«Ich geniesse eine Flasche Rotwein mit meiner Frau»

Bayern München dürfte nach dem 4:0 über Dortmund längerfristig mit Hansi Flick als Trainer planen. BVB-Coach Lucien Favre findet derweil kaum Worte.

In beeindruckender Verfassung: Robert Lewandowski traf gegen Dortmund zweimal, hier zum 1:0.

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Das beeindruckende 4:0 von Bayern München über Borussia Dortmund liess stolze, zufriedene Gewinner zurück und entsprechend ratlose, kleinlaute Verlierer.

Einer dieser Gewinner war Hansi Flick. Als Interimscoach war er von den Bayern-Verantwortlichen nach der Entlassung von Niko Kovac vor einer Woche präsentiert worden. Flicks Auftrag: Den FCB in den zwei Spielen gegen Piräus (2:0) und Dortmund (4:0) coachen. Nach dem überzeugenden Erfolgen bleibt er erstmal weiter Trainer. «Wir machen bis auf Weiteres mit Hansi weiter, er hat das jetzt gut gemacht und er hat unser Vertrauen», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag nach dem Sieg. «Hansi hat vor dem Spiel gesagt, die zwei Spiele sind jetzt erstmal die Ziellinie. Die Ziellinie hat er heute bravourös überschritten.» Jetzt mache man in aller Ruhe mit Flick weiter, sagte Rummenigge. Man müsse dem Coach ein «grosses Kompliment» aussprechen.

Wie lange die Münchner mit Flick planen, sagte Rummenigge nicht. Auch nicht, was das für die Trainersuche des deutschen Rekordmeisters bedeute. «Was wir machen, das möchte ich nicht in der Öffentlichkeit kommentieren.»

Flicks selber mochte noch nicht zu weit in die Zukunft schauen. «Ich geniesse heute Abend eine schöne Flasche Rotwein mit meiner Frau, meine Familie ist gekommen. Das passt, ich bin zufrieden.» Der 54-Jährige, der 2014 als Assistent von Joachim Löw Weltmeister geworden war, lobte nach der Gala seine Spieler ausdrücklich. «Sie haben heute gezeigt, dass sie Fussball auch wirklich zelebrieren können», sagte Flick. «Die Mannschaft hat gewusst, dass sie in der Pflicht ist, und das hat sie gut umgesetzt.»

Müller: «Wir waren mutig»

Ein Nutzniesser des Trainerwechsels ist Thomas Müller. Der Mittelfeldspieler musste zuletzt unter Kovac oft auf der Bank Platz nehmen, kam unter Flick nun zweimal von Beginn weg zum Einsatz. «Kompliment an die Mannschaft. Wir haben das, was der Hansi in der kurzen Zeit einzuschleifen versucht hat, echt gut umgesetzt», sagte Müller. «Wir waren mutig. Die Spieler waren durch den Trainerwechsel noch mehr gefordert, die Alibis waren weg.»

Der Schweizer Trainer in Diensten des BVB, Lucien Favre, zeigte sich derweil ernüchtert: «Bayern war viel besser als wir. Tempo, Ballannahme, Technik. Wir waren nicht gut. Es war eine grosse Enttäuschung.» Favre war noch am Dienstag, nach dem überzeugenden 3:2 gegen Inter in der Champions League, ein gelöster Trainer gewesen und hatte dem Vorwurf seines Sportchefs Michael Zorc, Dortmund müsse endlich einmal «Männerfussball» zeigen, gelassen entgegen gesehen. «Das war eigentlich gar kein Fussball», sagte Zorc dann im Anschluss an das Bayern-Spiel, auf die Debatte angesprochen.

Der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw hatte die Partie live im Stadion verfolgt. «Die Bayern haben mehr Druck auf das Tor ausgeübt. Dortmund wirkte ängstlich», sagte er. Sein früherer Assistent Flick könne zu einer Dauerlösung werden, befand Löw. «Ich denke schon. Er hat die Kompetenz und eine hohe emotionale Fähigkeit, mit den Spielern umzugehen», sagte er.

Einen sehr versöhnlichen Abschluss seiner offiziellen Zeit als Bayern-Präsident erlebte Uli Hoeness. «Der Terminkalender hätte es nicht besser richten können», sagte ein zufriedener Hoeness, der an der Hauptversammlung nächste Woche offiziell als Präsident abtritt. «Das war eine Demonstration von der ersten bis zur letzten Minute. Ich muss mich bei der Mannschaft bedaken, das Spiel wird mir immer in Erinnerung bleiben», sagte Hoeness weiter.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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(mrm/dpa)

Erstellt: 10.11.2019, 10:07 Uhr

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