Was wird jetzt aus dem Supermanager?

Die Swiss Football League blockierte eine Statutenänderung und verhindert damit den ursprünglichen Plan zur Einsetzung eines Nationalteam-Managers. Das hat strategische Gründe.

Liga-Präsident Heinrich Schifferle sprach sich im Namen der Swiss Football League gegen einen vollamtlichen Nationalmannschafts-Manager aus: Nun zieht sich die geplante Professionalisierung des SFV hin.

Liga-Präsident Heinrich Schifferle sprach sich im Namen der Swiss Football League gegen einen vollamtlichen Nationalmannschafts-Manager aus: Nun zieht sich die geplante Professionalisierung des SFV hin. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Es gab gestern in Bern ein zweites wichtiges Traktandum neben der Präsidentenwahl bei der Delegiertenversammlung des Fussball-Verbandes (SFV): Die Statutenänderung für die Einsetzung eines vollamtlichen Nationalmannschafts-Managers. Doch bevor es überhaupt zur Abstimmung über diesen Punkt kam, war klar, dass es zumindest vorerst zu keinen Veränderungen kommt. Liga-Präsident Heinrich Schifferle hatte das Mikrofon ergriffen und erklärt, dass die Swiss Football League (SFL) den Antrag ablehne. Das für die Statutenänderung nötige Drei-Viertel-Mehr konnte so nicht zustande kommen.

Wieso ist die Swiss Football League (SFL) gegen die Professionalisierung der Nationalmannschafts-Strukturen, obwohl sie das eigentlich auch will? Obwohl auch sie möchte, dass der Delegierte der Nationalmannschaft durch einen vollamtlichen Nationalmannschafts-Manager abgelöst wird? Aus Eigeninteresse.

Nach aktuellem Reglement ist es die SFL, die den Delegierten der Nationalmannschaft vorschlagen kann. Die Statutenänderung hätte der Liga dieses Recht genommen. Ausserdem möchten die Proficlubs, dass der neue Supermanager nicht nur Kompetenzen bei der A- und U-21-Nationalmannschaft hat, wie es die Statutenänderung vorgesehen hätte, sondern dass er für sämtliche U-Nationalmannschaften zuständig ist. Das wiederum aber lehnen die Amateure und 1. Liga zumindest derzeit ab.

Sulsers Amtszeit endet bald

Auf dem Papier bleibt deshalb alles beim Alten. Trotzdem soll es nicht mehr Jahre dauern, bis ein vollamtlicher Nationalteam-Manager im Amt ist. Die Liga möchte aus dem Teilzeit-Amt des Nationalmannschafts-Delegierten ein Vollzeit-Amt machen. Und sie wird demnächst das Auswahlverfahren mit möglichen Kandidaten beginnen. Der aktuelle Nationalmannschafts-Delegierte Claudio Sulser ist nur noch bis Ende Juni im Amt. Danach müsste sein Nachfolger bald beginnen können. (ukä)

Erstellt: 18.05.2019, 16:30 Uhr

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