Challenge League

An der Spitze dranbleiben

Der FCW tritt heute in Kriens an. Gewinnt er gegen einen bekannt unangenehmen Gegner, bleibt die Tabellenspitze in Reichweite. Eine Niederlage wäre ein Rückschritt, ärgerlicher als das 0:6 gegen Lausanne.

Ralf Looses Team hat heuer noch kein Auswärtsspiel verloren. So soll es auch in Kriens bleiben.

Ralf Looses Team hat heuer noch kein Auswärtsspiel verloren. So soll es auch in Kriens bleiben. Bild: Melanie Duchene

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Die Aufgabe ist klassisch für diese Liga, für diese Liga des täglichen Kampfs um jeden Punkt: Der FCW tritt als höher eingestufte Mannschaft mit acht Punkten und nur einer Niederlage beim SC Kriens an, dessen primäres Saisonziel der Klassenerhalt ist. Der aber jederzeit fähig ist, einem Gegner wie den Winterthurern Probleme aufzugeben. So wars in der vergangenen Saison, die der FCW als Vierter zwar vier Ränge und 20 Punkte vor dem Aufsteiger aus dem Luzernischen beendete – aber mit nur fünf Punkten aus den vier Direktbegegnungen. Im neuen Kleinfeld siegte mal der SC Kriens, mal der FCW; von der Schützenwiese nahmen die Krienser zweimal einen Punkt mit. Jetzt ist der FCW wieder Vierter, aber er ist es in der Nähe der Krienser, die einen Rang und zwei Punkte hinter ihm liegen. Unterschiedlich ist, wie die beiden Klubs bisher punkteten: Die Krienser gewannen daheim zweimal und verloren auswärts dreimal. Der FCW ist mit sieben Punkten aus drei Spielen in der Fremde führend, nicht aber mit nur einem Punkt aus zwei Heimspielen. Die Ausgangslage der Winterthurer heute ist also diese: Sie müssen punkten, wollen sie vorne «anhängen» und nicht Gefahr laufen, die Spitze früh aus den Augen zu verlieren.

Das ist die Lage des FCW nach Stichworten – vor der Länderspielpause, zwei Wochen vor dem Cupmatch gegen den FC St. Gallen und gar drei vor dem ersten Liga-Heimspiel seit Anfang Oktober, gegen den FC Wil.

Antworten zum Personal. Die Lage hat sich insofern verbessert, als Abwehrchef Sead Hajrovic wieder verfügbar ist. Er erhielt nach überstandenen Problemen mit der Schilddrüse am Mittwoch grünes Licht. Er gehört also heute auf jeden Fall zum Kader. Dagegen ist mit Davide Callà weiterhin nicht zu rechnen. Er musste, zuvor betont optimistisch, gestern das Training abbrechen. Man darf bei aktuellem Stand nicht mal damit rechnen, er spiele im Cup gegen St. Gallen. Trainer Ralf Loose lässt noch offen, ob er die eine oder andere Position anders besetzt als zuletzt gegen GC. Was ebenfalls noch offen ist: Ob der FCW die Zeit bis zum Ablauf der Transferfrist am 2. September nutzt, sein Kader zu ergänzen – genau genommen: um einen «Sechser».

Gastspiel auf der Schützi. Nach über zwei Wochen auf dem Reitplatz trainierte der FCW ab Mitte Woche wieder auf der Schützi. Auf dem Kunstrasen bereitete er sich auf den Match auf künstlichem Geläuf in Kriens vor. Nachher allerdings kehren die Fussballer wieder auf den Reitplatz zurück. Der Hauptplatz der Schützenwiese, der am 13. September im Cup erstmals wieder beansprucht werden soll, sieht seit dem Mittwoch wieder grün aus: Es wurde auf den durch die Faustball-WM am meisten malträtierten Zonen, also vor beiden Toren, neuer Rollrasen ausgelegt – auf etwa einem Viertel des Platzes. Offen bleibt, wie die beschädigten Stellen auf den «Stehplätzen» der Faustballer auf ihren beiden Spielfeldern bis Mitte September aussehen.

Der Blick auf den neuen Modus. Im Raum steht seit kurzem eine Modusänderung – die Erweiterung der Super League auf zwölf Teams, was den FCW spätestens auf die Übergangssaison 2020/21 zu einem ernsthaften Kandidaten auf den Aufstieg machen würde. Denn wer Vierter hinter einer Zehnerliga ist, ist bei zwei sicheren Aufsteigern und einem Barragisten ein potenzieller Super-League-Klub. Das würde aber auch bedingen, dass sich der Verein rechtzeitig dazu bekennt. Nächste Woche ist eine ordentliche Vorstandssitzung anberaumt. Da wird zweifelslos über dieses Thema diskutiert. «Der FCW muss für den Modus sein», sagt Leiter Sport Oliver Kaiser. Dass der Modus angenommen wird, darf vorausgesetzt werden. Denn zu viele Klubs profitieren, keiner muss danach eine schlechtere Lage befürchten. Besonders diskutabel ist allerdings, wie in früheren Zeiten, die Punktehalbierung nach den 22 Runden bis zur Teilung der Super League.

Der Gegner: mehr Routine. Der SC Kriens steht nach den ersten fünf Runden seiner zweiten Challenge-League-Saison grundsätzlich im Soll. Loose hat die Mannschaft am vergangenen Samstag auf dem Weg zu ihrer 0:2-Niederlage in Wil beobachtet und danach gesagt: «Das Spiel hätte genauso gut auf die Seite von Kriens kippen können.» Die Krienser müssen zwar bis im Winter auf ihren verletzten Abwehrchef Daniel Fanger verzichten, dafür sind die Verpflichtungen des Mittelfeldspielers Burim Kukeli (35) und des Stürmers Igor Tadic (33) ein eindeutiger Gewinn an Routine.

Tadic hat in seinen drei ersten Jahren in Kriens, von 2009 bis 2012, in 111 Spielen immerhin 64 Tore geschossen. Ob als Krienser, Schaffhauser, Wohler oder Vaduzer – immer wieder traf er auch gegen den FCW; am häufigsten für Schaffhausen. Jetzt wartet er allerdings noch auf seinen ersten Treffer, genauso wie Nico Siegrist, in der vergangenen Saison Topskorer der ganzen Liga. Damals hatte er nach vier Spielen schon drei Tore und einen Assist auf dem Konto. Erst ein Krienser hat schon mehr als einmal getroffen: Dario Ulrich (21), der Mann auf der rechten Flanke, ist auf dem Weg, in seiner zweiten Saison nach dem Transfer aus Winterthur zu einer Stammkraft zu werden. Seine erste Bilanz: stets in der Startelf, zwei Tore, ein Assist.

Der gute Start der U-21. Vor einem speziellen Match steht am Sonntag die U-21 des FCW: Ihr Treffen mit dem Aufstiegsfavoriten aus Tuggen ist ein Spitzenspiel, das Duell des Zweiten mit neun Punkten mit dem punktgleichen Dritten. Damit liegen die beiden Teams nur eine Länge hinter Leader Linth 04. So gut ist der FCW-Nachwuchs erst einmal seit dem Aufstieg in die 1. Liga 2006 gestartet. Das war 2015/16. Jene Saison beendete er auf Platz 4; es war die bisher beste Klassierung mit dem besten Punkteschnitt in der 1. Liga.

Erstellt: 30.08.2019, 20:58 Uhr

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