Zum Hauptinhalt springen

Bananenwerfer von Basel ist 45-jähriger Doppelbürger

Er hat sich gestellt: Dieser FCZ-Fan sorgte beim Gastspiel in Basel für einen rassistischen Eklat. Er entschuldigt sich.

Wurde Opfer einer rassistischen Attacke: FCB-Spieler Aldo Kalulu.
Wurde Opfer einer rassistischen Attacke: FCB-Spieler Aldo Kalulu.
Georgios Kefalas, Keystone

Am 9. Dezember kam es im Klassiker zwischen dem FC Basel und Zürich zu einem Rassismus-Skandal. Als FCB-Flügel Aldo Kalulu in der Startphase der Partie einen Eckball treten wollte, flogen zahlreiche Gegenstände auf ihn zu. Unter anderem: eine Banane. Eine rassistische Geste, die beide Vereine aufs Schärfte verurteilten.

Jetzt hat sich der Bananenwerfer gestellt. Gökhan Cukur schrieb dem «Blick» einen Brief. In einem Treffen mit dem Blatt sagte der 45-Jährige unter anderem: «Es war eine Kurzschlusshandlung, ich habe einfach aus Ärger über eine Spielverzögerung der Basler diese Banane in das Fangnetz vor dem Gästesektor geworfen. Von dort ist sie dann genau neben das Spielfeld runtergefallen. Es hatte nichts mit dem schwarzen Spieler von Basel zu tun.»

Weiter wehrt sich der FCZ-Fan: «Ich bin doch kein Rassist, im Gegenteil. Ich bin selber Doppelbürger, wie viele andere FCZ-Fans auch.» Cukur war sieben Jahre alt, als er in die Schweiz kam. Er studierte Jura, schloss allerdings noch nicht ab.

Aktuell läuft ein Verfahren beim Disziplinarrichter im Sicherheitswesen der Swiss Football League (SFL). Er muss nun entscheiden, ob sie den Bananenwurf trotzdem als rassistischen Akt taxiert. Aufgrund der jüngsten Aussagen von Cukur eine «komplizierte Geschichte», wie SFL-Sprecher Philippe Guggisberg sagt. Die Untersuchung läuft gegen den Club und nicht gegen die Privatperson, so Guggisberg. Dann liegt es im Ermessen des FCZ, den Fan anzuzeigen. Cukur drohen ein langes Stadionverbot und eine hohe Geldbusse.

Das sei ihm bewusst: «Es war naiv von mir. Eine Aktion in den Emotionen, ein dummes Fehlverhalten. Ich war betrunken. Aber ich bin sicher nicht rassistisch.» Als Beleg dafür nennt er seinen Urlaub in Kenia und den Besuch am Africa Cup of Nations. Wieso warf er also die Banane? Er hätte sie per Zufall in seinem Verpflegungssack dabei gehabt: «Ich nahm etwas davon mit. So hatte ich im Stadion eine Schokolade und eine Banane in meinen Händen, als diese neunte Minute kam.» Das Urteil gegen den Verein wird Anfang Januar erwartet.

Zum Schluss wollte er noch etwas loswerden: «Ich entschuldige mich beim FCZ und beim FCB. Die Clubs sind nicht schuld an meiner leichtsinnigen Aktion.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch