Barça verschenkt Fussballer mit 100-Mio.-Klausel

Ein unbekannter Niederländer spielte für Barcelonas B-Team. Mitschuldig dürfte ein weit bekannterer Barça-Spieler sein.

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Der Beitrag gefällt Frenkie de Jong und 2490 weiteren Personen. Auf Instagram verkündet Mike van Beijnen im Juni seinen Wechsel von einem holländischen Zweitligisten zu Barcelona: «Was für eine Ehre, bei diesem Club zu unterschreiben», schreibt der 20-Jährige darunter.

Van Beijnen gehört fortan zum B-Kader eines der grössten Fussballvereine der Welt. Schnell merken sie in Katalonien, dass dieser Wechsel nicht nur auf den ersten Blick seltsam erschien. Der «Spiegel» beleuchtet die Geschichte aus aktuellem Anlass neu, doch dazu später mehr.

Zuerst ist da im Sommer dieser nicht wirklich erklärbare Transfer. Der Zusammenhang mit einem weit wichtigeren Wechsel eines anderen Niederländers wird schnell ersichtlich. Frenkie de Jong, der zuvor eine famose Saison als Mittelfeldstratege bei Ajax Amsterdam spielte, kommt ebenfalls im Sommer zu Barcelona. Für 75 Millionen Euro. Van Beijnen wechselt ablösefrei vom unterklassigen NAC Breda, wo er immerhin einige Einsätze als Rechtsverteidiger vorzuweisen hat.

Der Stiefsohn des Beraters

Die Verbindung ist aber noch viel deutlicher, die beiden haben denselben Berater: Ali Dursun. Er war es, der De Jong entdeckte, als der für ein Juniorenteam von Willem II im Einsatz stand. Für denselben Club spielte damals auch Van Beijnen – und dieser Van Beijnen ist Dursuns Stiefsohn.

Es scheint, als ob Barcelona dem Vermittler des De-Jong-Transfers im Sommer einen Gefallen machte und ganz nebenbei einem Familienmitglied von Dursun einen Vertrag gab. Van Beijnens Kontrakt wurde auch noch mit einer verrückten 100-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel ausgestattet.

Während sich De Jong in der ersten Mannschaft sofort ins Rampenlicht spielt, bleibt Van Beijnen unauffällig bis unsichtbar. Für die B-Mannschaft von Barça steht er kein einziges Mal bei einem Pflichtspiel im Einsatz. So ist das Abenteuer Barcelona für ihn Mitte Januar zu Ende. Der 20-Jährige wechselt von Spanien in die höchste türkische Liga zu Genclerbirligi.

Barça verlangt keinen Rappen Ablöse, die 100-Millionen-Klausel war also entweder eine reine Vorsichtsmassnahme, falls sich aus Van Beijnen auf wundersame Weise doch noch ein wertvolles Juwel entwickelt hätte. Oder sie war einfach Teil des Vertrags, um dessen Ernsthaftigkeit vorzutäuschen.

Der Stiefsohn des Beraters geht nun also in die Türkei. Doch was treibt den Niederländer gerade nach Ankara zu Genclerbirligi? Auch darüber kann nur gemutmasst werden.

Neuer Club – selbe Story?

Doch der berüchtigte Ali Dursun hat vielleicht nicht komplett zufällig einen seiner Spieler ebenfalls erst im Januar bei demselben Club untergebracht: Der vorherige Swansea-Torhüter Kristoffer Nordfeldt hütet neu das Genclerbirligi-Tor und stand bereits beim ersten Spiel zwischen den Pfosten. Und Rechtsverteidiger Van Beijnen? Stand nicht im Aufgebot. Das erinnert doch ganz schön an Barcelona.

Auf Instagram verkündete Van Beijnen den Wechsel Mitte Januar. Das Büro des Tabellen-Dreizehnten der Süper Lig sieht zwar etwas weniger illuster aus als das Ankunftsfoto in Barças La Masia. Gefällt aber immer noch Frenkie de Jong und 1038 weiteren Personen. (te)

Erstellt: 22.01.2020, 12:02 Uhr

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