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Champions-League-Aus würde Schweizer Fussball hart treffen

Die YB-Chancen auf die Gruppenphase sind gesunken. Was ein Scheitern für die Schweizer Clubs bedeutet.

Kostet dieses Tor YB die Champions League? Die Berner werden im Hinspiel ausgekontert. Quelle: SRF.

Die Vorstellung für den Fussballfan hierzulande ist unschön: Keine ganz grossen Schweizer Momente wie die Erfolge des FC Basel 2011 oder 2013 gegen Manchester United oder gegen Chelsea. Keine ganz grossen Weltstars in heimischen Stadien wie 2009 Ronaldinho oder Cristiano Ronaldo im Zürcher Letzigrund.

Eine Saison ohne Schweizer Team in der Gruppenphase der Champions League scheint wahrscheinlicher als noch gestern um 21 Uhr. Nach dem 1:1 gegen Dinamo Zagreb hat YB in der kroatischen Hauptstadt noch 90, vielleicht auch 120 Minuten Zeit, sich doch noch zum ersten Mal in der Clubgeschichte für die Königsklasse zu qualifizieren.

Es ist das Glück der Berner, dass sie eine zweite Reifeprüfung bestreiten dürfen. Dass sie zeigen dürfen, dass verpasste Chancen nach der Meistersaison Vergangenheit sind. Dass sie das Losglück ausnützen können und nicht am verhältnismässig einfachen Gegner scheitern. Es geht um die Schweizer Ehre, Geld – und noch mehr.

Mitfiebern am Dienstag

In den letzten zehn Jahren war die Schweiz vor allem dank dem FCB achtmal in der Champions League vertreten. Die Qualifikation würde den Bernern rund 30 Millionen Franken einbringen. Spektakuläre Gegner mit den weltbesten Spielern wären garantiert, mindestens zwei grosse Vereine kämen in das Stade de Suisse. In der Europa League wäre es maximal einer, mit viel Glück ein immer noch sehr namhafter Club, zum Beispiel Arsenal.

Die YB-Spieler würden in der Champions League aber massiv stärker in den internationalen Fokus rücken und könnten ihren Marktwert steigern. Mit Transfers würden die YB-Kassen noch mehr gefüllt. Einziger Nachteil: Es wird mit Sicherheit schwieriger, die Spieler in der Super League zu halten. Andererseits besteht bei einer Nicht-Qualifikation die Gefahr, dass vor Transferschluss noch einer mit Champions-League-Ambitionen zu einem qualifizierten Verein abspringt, Kevin Mbabu zum Beispiel.

Am Dienstag dürften aber auch andere Schweizer Clubs mit den Berner mitfiebern. Wer in der Super League im Mittelfeld mitspielt, darf sich nämlich jährlich Hoffnungen auf zumindest europäische Qualifikationsspiele machen. Davon profitierten in diesem Jahr Luzern und St. Gallen, doch nutzten sie ihre Chancen nicht.

Wer will Zagreb sehen?

Eine Champions-League-Qualifikation des Meisters würde dem massgebenden Schweizer Uefa-Ranking guttun. Aufgrund der, Achtung, Verbansclubkoeffizienten-Rangliste werden nämlich die Startplätze der Uefa-Wettbewerbe vergeben. Verbände, die in der Fünfjahreswertung besser abschneiden, dürfen mehr Teams stellen oder sind wie der FC Basel in früheren Jahren direkt für die Gruppenphase qualifiziert.

Setzt sich YB im Playoff durch, wird dies bereits mit vier Punkten belohnt. Zum Vergleich: Für einen Sieg in der Gruppenphase gibt es genau wie in der Europa League zwei, für ein Unentschieden noch einen Zähler.

Ausserdem dürften sie sich besonders bei einem TV-Sender über ein YB-Scheitern ärgern: Teleclub Sport hat Millionen für die Live-Rechte der Champions League ausgegeben. Doch dort spielen diese Saison statt den Young Boys möglicherweise «nur» die Kroaten aus Zagreb.

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