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Courtois setzt den Trend der streikenden Fussballer fort

Dembélé, Modric und Bale: Der Kreis von Profis, die mittels Streik einen Transfer erzwingen wollten, ist gross.

222 Millionen Euro hat Paris St-Germain 2017 bezahlt, um Neymar vom FC Barcelona zu verpflichten – es ist der teuerste Transfer der Fussballgeschichte. Nach zwei Jahren hat der Brasilianer Paris gesehen, er will zurück zu Barcelona. Und fehlte deshalb beim Trainingsauftakt bei PSG. «Ohne unsere Erlaubnis», wie der Club betont.
222 Millionen Euro hat Paris St-Germain 2017 bezahlt, um Neymar vom FC Barcelona zu verpflichten – es ist der teuerste Transfer der Fussballgeschichte. Nach zwei Jahren hat der Brasilianer Paris gesehen, er will zurück zu Barcelona. Und fehlte deshalb beim Trainingsauftakt bei PSG. «Ohne unsere Erlaubnis», wie der Club betont.
Keystone
Plant den Abflug: Mateo Kovacic weigerte sich nach der WM, mit seinen Real-Teamkollegen zu trainieren. Der 24-Jährige streikte so lange, bis er den Flieger in Richtung London besteigen durfte. Der Kroate wird nächste Saison auf Leihbasis bei Chelsea spielen.
Plant den Abflug: Mateo Kovacic weigerte sich nach der WM, mit seinen Real-Teamkollegen zu trainieren. Der 24-Jährige streikte so lange, bis er den Flieger in Richtung London besteigen durfte. Der Kroate wird nächste Saison auf Leihbasis bei Chelsea spielen.
Kerstin Joensson, Keystone
Goalie Thibaut Courtois wollte nicht länger bei Chelsea spielen – sondern für Real Madrid. So flog der Belgier nach seinen Ferien zum Trainingsauftakt nicht nach London, sondern hielt sich auf den Kanaren auf. Bald wurde bestätigt: Der frühere Atlético-Madrid-Keeper kehrt nach Madrid zurück. Aber nicht etwa zu den «Colchoneros», sondern zum Stadtrivalen Real.
Goalie Thibaut Courtois wollte nicht länger bei Chelsea spielen – sondern für Real Madrid. So flog der Belgier nach seinen Ferien zum Trainingsauftakt nicht nach London, sondern hielt sich auf den Kanaren auf. Bald wurde bestätigt: Der frühere Atlético-Madrid-Keeper kehrt nach Madrid zurück. Aber nicht etwa zu den «Colchoneros», sondern zum Stadtrivalen Real.
Frank Augstein, Keystone
Streiks und Real Madrid, das hat fast schon Tradition. 2012 wollte Luka Modric von Tottenham zu Real, die Vereine konnten sich aber nicht über die Ablöse einigen. Die Engländer verlangten 50 Millionen Euro, Real wollte nicht mehr als 34 Millionen bezahlen. So entschloss sich der Kroate, nicht mehr am Training teilzunehmen, und verzichtete sogar darauf, mit seinen Teamkollegen zur US-Tour zu fliegen. Deshalb sah sich Tottenham gezwungen, Reals Angebot anzunehmen. Modric provozierte übrigens bereits 2008, als er für die spanische Zeitung «Mundo Deportivo» mit dem Barça-Shirt posierte.
Streiks und Real Madrid, das hat fast schon Tradition. 2012 wollte Luka Modric von Tottenham zu Real, die Vereine konnten sich aber nicht über die Ablöse einigen. Die Engländer verlangten 50 Millionen Euro, Real wollte nicht mehr als 34 Millionen bezahlen. So entschloss sich der Kroate, nicht mehr am Training teilzunehmen, und verzichtete sogar darauf, mit seinen Teamkollegen zur US-Tour zu fliegen. Deshalb sah sich Tottenham gezwungen, Reals Angebot anzunehmen. Modric provozierte übrigens bereits 2008, als er für die spanische Zeitung «Mundo Deportivo» mit dem Barça-Shirt posierte.
Simon Dawson, Keystone
Somit wurde Modric ein Vorbild für Gareth Bale. Der Waliser täuschte ein Jahr nach Modrics Streik eine Verletzung vor, um seinem ehemaligen Teamkollegen nach Madrid zu folgen. Diese Verletzung war aber nicht schlimm genug, um WM-Qualispiele mit Wales zu bestreiten. Am letzten Transfertag durfte Bale dann doch noch zu Real – für mehr als 100 Millionen Euro.
Somit wurde Modric ein Vorbild für Gareth Bale. Der Waliser täuschte ein Jahr nach Modrics Streik eine Verletzung vor, um seinem ehemaligen Teamkollegen nach Madrid zu folgen. Diese Verletzung war aber nicht schlimm genug, um WM-Qualispiele mit Wales zu bestreiten. Am letzten Transfertag durfte Bale dann doch noch zu Real – für mehr als 100 Millionen Euro.
Sang Tan, Keystone
Als Starspieler von Sevilla war Dani Alves im Jahr 2007 heiss begehrt. Diverse Clubs in Europa wollten den Brasilianer verpflichten, weshalb er sich weigerte, die Champions-League-Qualifikation zu bestreiten. Es endete im Streit mit Vereinspräsident José Maria del Nido – und in einem Transfer. Allerdings kam dieser erst ein Jahr später.
Als Starspieler von Sevilla war Dani Alves im Jahr 2007 heiss begehrt. Diverse Clubs in Europa wollten den Brasilianer verpflichten, weshalb er sich weigerte, die Champions-League-Qualifikation zu bestreiten. Es endete im Streit mit Vereinspräsident José Maria del Nido – und in einem Transfer. Allerdings kam dieser erst ein Jahr später.
Claude Paris, Keystone
2014 wollte Hakan Calhanoglu vom HSV zu Bayer Leverkusen. Unbedingt. Er liess sich sogar krankschreiben, um nicht mehr mit Hamburg trainieren zu müssen. Wenige Tage später durfte er gehen – und war plötzlich wieder gesund.
2014 wollte Hakan Calhanoglu vom HSV zu Bayer Leverkusen. Unbedingt. Er liess sich sogar krankschreiben, um nicht mehr mit Hamburg trainieren zu müssen. Wenige Tage später durfte er gehen – und war plötzlich wieder gesund.
Matthias Schrader, Keystone
Diego Costa hatte keine gute Zeit bei Chelsea. Der Stürmer wechselte von Atlético Madrid nach London, wurde dort aber nie glücklich. Deshalb wollte der spanische Nationalspieler zurück nach Madrid. Weil Chelsea sich zunächst weigerte, ihn abzugeben, verschwand Costa nach Brasilien und liess dort verlauten, er werde wie ein Schwerverbrecher behandelt. Trainer Antonio Conte lachte sich schlapp, als er während einer Pressekonferenz auf diese Aussage angesprochen wurde. Das Ende der Posse: Diego Costa spielt wieder bei Atlético Madrid.
Diego Costa hatte keine gute Zeit bei Chelsea. Der Stürmer wechselte von Atlético Madrid nach London, wurde dort aber nie glücklich. Deshalb wollte der spanische Nationalspieler zurück nach Madrid. Weil Chelsea sich zunächst weigerte, ihn abzugeben, verschwand Costa nach Brasilien und liess dort verlauten, er werde wie ein Schwerverbrecher behandelt. Trainer Antonio Conte lachte sich schlapp, als er während einer Pressekonferenz auf diese Aussage angesprochen wurde. Das Ende der Posse: Diego Costa spielt wieder bei Atlético Madrid.
RuI Vieira, Keystone
Schwer aufzuhalten war auch Ronaldo. Auf und neben dem Feld. Die brasilianische Stürmerlegende erzwang gleich zweimal mittels Streik einen Wechsel: 1996 von PSV Eindhoven zu Barcelona und 2002 von Inter Mailand zu Real Madrid.
Schwer aufzuhalten war auch Ronaldo. Auf und neben dem Feld. Die brasilianische Stürmerlegende erzwang gleich zweimal mittels Streik einen Wechsel: 1996 von PSV Eindhoven zu Barcelona und 2002 von Inter Mailand zu Real Madrid.
Daniel Dal Zennaro, Keystone
Vor einem Jahr sorgte Ousmane Dembélé in Deutschland für Wirbel. Nach nur einem Jahr wollte der junge Franzose wieder weg aus Dortmund – Barça lockte. Dembélé berief sich auf ein Versprechen des Vereins, wonach er gehen darf, wenn Barça anklopft, und verschanzte sich bei sich zu Hause. Dennoch blieb Dortmund hart, bis Barcelona die Fabelsumme von 105 Millionen Euro bezahlte, plus 40 Millionen Bonuszahlungen. Bereits 2015 streikte Dembélé, als er von Rennes zu Red Bull Salzburg wollte. Damals aber erfolglos.
Vor einem Jahr sorgte Ousmane Dembélé in Deutschland für Wirbel. Nach nur einem Jahr wollte der junge Franzose wieder weg aus Dortmund – Barça lockte. Dembélé berief sich auf ein Versprechen des Vereins, wonach er gehen darf, wenn Barça anklopft, und verschanzte sich bei sich zu Hause. Dennoch blieb Dortmund hart, bis Barcelona die Fabelsumme von 105 Millionen Euro bezahlte, plus 40 Millionen Bonuszahlungen. Bereits 2015 streikte Dembélé, als er von Rennes zu Red Bull Salzburg wollte. Damals aber erfolglos.
Martin Meissner, Keystone
Im Nachgang zur Dembélé-Posse beklagte der BVB schlechten Stil. Vom Spieler, aber auch vom Verein, der dieses Handeln unterstützt hatte. Dabei sollten sie sich in Dortmund bestens damit auskennen. Schliesslich bediente Henrich Mchitarjan ebenfalls dieser Taktik, um zum BVB zu wechseln. 2013 blieb der Armenier dem Training von Schachtar Donezk fern, bis er nach Deutschland durfte. Drei Jahre später dann wieder: Mittels Streik erzwang Mchitarjan den Transfer zu Manchester United.
Im Nachgang zur Dembélé-Posse beklagte der BVB schlechten Stil. Vom Spieler, aber auch vom Verein, der dieses Handeln unterstützt hatte. Dabei sollten sie sich in Dortmund bestens damit auskennen. Schliesslich bediente Henrich Mchitarjan ebenfalls dieser Taktik, um zum BVB zu wechseln. 2013 blieb der Armenier dem Training von Schachtar Donezk fern, bis er nach Deutschland durfte. Drei Jahre später dann wieder: Mittels Streik erzwang Mchitarjan den Transfer zu Manchester United.
Efrem Lukatsky, Keystone
Bei Atlético Madrid war er Captain und Leistungsträger, dennoch wollte Sergio Agüero im Juli 2011 weg. Deshalb verlängerte er eigenmächtig seine Ferien, bis Atlético nachgab und ihn für 45 Millionen Euro an Manchester City verkaufte.
Bei Atlético Madrid war er Captain und Leistungsträger, dennoch wollte Sergio Agüero im Juli 2011 weg. Deshalb verlängerte er eigenmächtig seine Ferien, bis Atlético nachgab und ihn für 45 Millionen Euro an Manchester City verkaufte.
Albert Olive, Keystone
Dass Streiks nicht nur im modernen Fussball vorkommen, bewies Heiko Herrlich bereits in den Neunzigern. 1995 wollte der damals 23-Jährige zu Dortmund, doch der damalige Gladbach-Manager konnte sich plötzlich nicht mehr an seine mündliche Zusage erinnern. So schwänzte Herrlich die Gladbach-Trainings und sagte: «Bevor ich noch einmal meine Schuhe für Mönchengladbach schnüren muss, höre ich lieber mit dem Fussball auf.» Schliesslich durfte er für umgerechnet 5,5 Millionen Euro doch zum BVB – nachdem der Fussballverband (DFB) vermittelt hatte. 1997 gewann Herrlich mit Dortmund (und dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld) die Champions League.
Dass Streiks nicht nur im modernen Fussball vorkommen, bewies Heiko Herrlich bereits in den Neunzigern. 1995 wollte der damals 23-Jährige zu Dortmund, doch der damalige Gladbach-Manager konnte sich plötzlich nicht mehr an seine mündliche Zusage erinnern. So schwänzte Herrlich die Gladbach-Trainings und sagte: «Bevor ich noch einmal meine Schuhe für Mönchengladbach schnüren muss, höre ich lieber mit dem Fussball auf.» Schliesslich durfte er für umgerechnet 5,5 Millionen Euro doch zum BVB – nachdem der Fussballverband (DFB) vermittelt hatte. 1997 gewann Herrlich mit Dortmund (und dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld) die Champions League.
Karl-Heinz Kreifelts, Keystone
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