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Der «Chinese», der Baseldeutsch spricht

Yang Ming-Yang ist erst 22 und nur 1,72 gross. Aber er wird morgen Samstag in der Startelf des FCW stehen, und es sieht ganz danach aus, als habe er das Zeug zum Stammspieler oder gar zum Publikumsliebling.

Nach einem Jahr fast ohne Spielpraxis sucht Yang Ming-Yang beim FCW eine neue Herausforderung.
Nach einem Jahr fast ohne Spielpraxis sucht Yang Ming-Yang beim FCW eine neue Herausforderung.
Heinz Diener

Welcher Abstammung er ist, ­sagen Namen und Aussehen. Yang ist der Geschlechtsname, der bei den Chinesen – wie bei den Koreanern oder den Schweizer Schwingern – vorangestellt wird. Ming-Yang ist der Vorname und heisst «helle Sonne». Vater Yang und, welcher Zufall, Mutter Ming lernten sich an der Uni kennen; sie kamen gemeinsam in die Schweiz, an die Uni Basel; nur gehei­ratet haben sie zwischendurch in China. Aus der Fünfmillionenstadt Wuhan am Jangtsekiang kommen sie, Biomediziner sind sie beide.Sohn Ming-Yang aber kam in Basel zur Welt – und noch heute ist herauszuhören, welchen ­Zuschnitts sein Deutschschweizer Dialekt ist. Das blieb auch so, als die Yangs nach Freiburg zügel­ten. An der Universität dort geben sie gemeinsam Kurse, in Deutsch und Englisch. Der Vater trägt den Titel Professor, die Mutter Doktor. Beide haben einen Schweizer Pass, der Sohn ohnehin. Also ist er nur von der Abstammung und dem Aussehen her der erste «Chinese», der für den FCW spielt. Schweizer ist er auch sprachlich, nicht nur wegen seines Baseldeutsch, auch wegen seines Französisch, das er sich aneignen musste, als er zwar nicht in Freiburg, dann aber in Payerne, wo er in die Fussballschule ging, und vor allem in ­Lausanne in die französische Schule ging. Auf Französisch ­legte er auch seine Matur ab.

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