Challenge League

Der Kampf um eine weisse Weste

An der Klassierung des FCW wird sein Auftritt in Vaduz wohl nichts mehr ändern – an Platz 4, sieben Punkte hinter Aarau, neun vor Wil. Aber zu gewinnen ist heute gleichsam eine weisse Weste: Denn bisher gab der FCW gegen die Liechtensteiner keinen Punkt ab.

Für GC-Leihgabe Roberto Alves könnte die Zeit beim FCW bald vorbei sein. Im bisher letzten Spiel der Winterthurer gegen Vaduz, dem 3:0-Heimsieg Mitte Februar, traf er jedenfalls zum 2:0.

Für GC-Leihgabe Roberto Alves könnte die Zeit beim FCW bald vorbei sein. Im bisher letzten Spiel der Winterthurer gegen Vaduz, dem 3:0-Heimsieg Mitte Februar, traf er jedenfalls zum 2:0. Bild: Madeleine Schoder

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Vier Teams, die sich ihres Klassenerhalts zumindest noch nicht ganz sicher sein können (wie Vaduz), die sehr genau aufpassen müssen (wie Rapperswil-Jona und Schaffhausen) oder gar sehr akut bedroht sind (wie der Tabellenletzte Chiasso), sind die letzten Gegner des FCW. Absolutes Schlüsselspiel im Abstiegskampf ist heute Chiasso – Rapperswil – mit einem Heimsieg kämen die Tessiner wieder auf zwei Punkte an mindestens einen Konkurrenten heran. Mit einer Niederlage bliebe es bei mindestens fünf Punkten Handicap.

Das sind Rechnungen, die sich der FCW längst nicht mehr machen muss. Für ihn geht es zum einen darum, vor allem in den verbleibenden Heimspielen gegen Chiasso und Schaffhausen seinen Zuschauern nochmals etwas zu bieten. Aber auch darum, eine grundsätzlich gelungene Saison möglichst gediegen abzuschliessen. In Zahlen zu erfassende Beiträge wären etwa: Seit der Einführung der Zehnerliga 2012 war der FCW nur einmal besser als diesmal, 2012/13 mit 62 Punkten und Platz 3. Zweitbestes Ergebnis bisher war Platz 4 mit 53 Punkten in der Saison 2014/15 unter Jürgen Seeberger. Ihn – mit mindestens 54 Punkten – zu überbieten, braucht Ralf Loose noch zwei Siege und ein Unentschieden.

Oder dann dies: Der FCW hat in den ersten drei Spielen gegen Rapperswil-Jona und … Vaduz neun Punkte gewonnen; er hat es also noch in der Hand, zwei weisse Westen zu gewinnen, dafür, gegen diese Klubs makellos durch die Saison gegangen zu sein. Im Fall der Liechtensteiner ist das insofern bemerkenswert, als die Bilanz des FCW gegen sie seit deren Aufstieg 2001 deutlich negativ ist. Mit nur elf Siegen, aber 17 Niederlagen aus 35 Spielen. Vor allem im Rheinpark sah es für die Winterthurer oft düster aus: Im Spätsommer 2001 gewannen sie ihren ersten Match dort, danach aber in 15 Anläufen nie mehr. Bis im vergangenen September Roberto Alves mit einem Freistoss kurz vor Schluss zum 1:0 eine lange Zeit des Wartens nach 17 Jahren beendete.

Roberto Alves steht auch heute in der Startelf – womöglich für einen seiner letzten Auftritte mit dem FCW. Denn er ist einer der Leihspieler, über deren Zukunft zuerst jener Verein entscheidet, der ihn auf die Schützenwiese ausgeliehen hat. In seinem Fall sind es die Grasshoppers, die mit ihm immerhin einen in ihrer neuen Umgebung, der Challenge League, erfahrenen Spieler hinzugewännen. Nicht dabei sind heute gleich mehrere andere aus dem Stamm: Captain Davide Callà, der sich Ende März in Genf am Knöchel verletzte und seither sechsmal ausfiel, wäre zwar wieder bereit gewesen, fällt nun aber erkrankt aus; Seydou Doumbia ist nochmals gesperrt (und wäre auch angeschlagen gewesen); Granit Lekaj drehte, weiterhin von muskulären Problemen geplagt, seine Laufrunden abseits des Mannschaftstrainings; Luca Radice musste wegen einer Zerrung mit dem Training aussetzen.

Loose muss also eine ungewohnte Besetzung wählen. Immerhin, mit Luka Sliskovic und Roberto Alves sind die beiden Offensivkräfte dabei, die zuletzt am meisten positiv auffielen. Und es steht auch einer nominell nicht hundertprozentig besetzten Elf frei, kämpferisch so aufzutreten, wie es der FCW vor einer Woche gegen Wil tat – auch damals ohne Lekaj, Doumbia und Callà …

Die Liechtensteiner machten am vergangenen Wochenende den womöglich entscheidenden Schritt zur Rettung. In Chiasso kehrten sie das Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten in der Endphase vom 0:1 zum 2:1. Nun haben sie acht Punkte Reserve auf die Tessiner. Selbst im ärgerlichsten Fall müsste der eine oder andere Punkt aus den letzten vier Spielen reichen – ein Sieg gegen den FCW in jedem Fall. Die Vaduzer haben eine durchzogene Saison hinter sich, auch wenn das ursprünglich genannte Minimalziel, Platz 5, wieder gut zu erreichen ist. Den FC Wil, die schwächste Frühjahrsmannschaft, haben sie am Wochenende ja eingeholt. Auch ihnen fehlt heute Prominenz: Abwehrchef Sandro Wieser verletzte sich im Training am linken Knöchel und fällt für den Rest der Saison aus. Dazu erhielten die Veteranen Tomislav Puljic (36) und Igor Tadic (33) sowie der ehemalige FCW-Spieler Maurice Brunner (28) den Bescheid, ihre Verträge würden nicht verlängert. Von geringer Bedeutung sind die beiden Neuverpflichtungen dieser Tage: Ersatztorhüter Gion-Fadri Chande (21) und Aussenverteidiger Cédric Gasser (21), beide zurzeit noch Leihspieler in Wil.

Erstellt: 10.05.2019, 21:28 Uhr

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