FCW

Der nächste Anlauf im Ländle

Das 1:1 gegen den FC Aarau kann ein Anfang gewesen sein. Auf jeden Fall wars der erste Punktgewinn des FCW in dieser Saison. Heute Donnerstag spielt er in Vaduz und hat im Sinn, nächste Hinweise auf eine Wende zum Besseren zu liefern.

Deutete gegen Aarau seine Qualitäten als Abwehrchef an: Jordi Lopez.

Deutete gegen Aarau seine Qualitäten als Abwehrchef an: Jordi Lopez. Bild: Heinz Diener

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Der FCW fährt wieder mal in den Vaduzer Rheinpark, erstmals seit dem April 2014, zum 15. Mal, seit die Liechtensteiner 2001 in der Challenge League, damals noch Nationalliga B, debütierten. Den ersten Match im Ländle haben die Winterthurer mit Trainer Urs Schönenberger im September 2001 gewonnen. Pascal Renfer in der 20. und Salvatore Calo in der 55. Minute schossen die Tore,vor und nach dem Gegentreffer Moreno Merendas. Danach aber wurde die Bilanz düster, immer düsterer: Zweimal gabs noch ein Unentschieden, aber elfmal eine Niederlage, nie mehr einen Sieg.

Romanos Erinnerung

Manchmal waren die Winterthurer Aussenseiter, wie 2013/14, als Vaduz auf dem Weg zu seinem Aufstieg mal 3:2, mal gar 4:0 siegte. Mal waren sie Favoriten, wie Ende September 2007, als sie – mit Abwehrchef Umberto Romano – in der 11. Runde als Leader anreisten. Durch «einen Schuss Andy Hausers ins Lattenkreuz», wie Romano noch heute genau weiss, gingen sie vor der Pause in Führung. Und dann verloren sie nach einer Doublette Gaspars noch 1:2. Statt neun hatten die Winterthurer noch drei Punkte Vorsprung auf die Vaduzer, die an diesem Tag unter Trainer Heinz Hermann und mit Torhüter Yann Sommer zu einer Erfolgsserie ansetzten, die im Sommer 2008 mit dem ersten Aufstieg in die Super League endete.

Viel Routine geholt

Heute ist der FC Vaduz der Favorit. Nicht wegen der Zahlen aus vergangenen Zeiten, sondern wegen des Potenzials, das den beiden Teams zugeschrieben wird, und den Zielen, die sie sich setzen. Die Liechtensteiner sind nach drei Saisons in der Super League zurück in der Zweitklassigkeit, wollen diesen Rückschritt aber möglichst schnell korrigieren. Zu diesem Zweck haben sie die Mannschaft vor allem mit einigen Routiniers ergänzt, eigentlich mit einem pro Reihe: In der Abwehr steht jetzt Tomislav Puljic (34) aus Luzern, im defensiven Mittelfeld Milan Gajic (30) aus Bern und im Sturm neuerdings der ehemalige ukrainische Nationalspieler Marko Devic (34), zuletzt beim FK Rostow in Russland. Ob für Devic die Spielberechtigung rechtzeitig für heute eintrifft, ist allerdings fraglich.

Der FC Vaduz hatte nach dem Abstieg zwar auch einige Stützen zu ersetzen wie den Abwehrchef Simone Grippo oder die Mittelfeldspieler Dejan Janjatovic und Stjepan Kukuruzovic. Aber an ­Erfahrung wirds ihm nun sicher nicht fehlen. Schliesslich gibts auch weiterhin den liechtensteinischen Rekordtorhüter Peter Jehle (35), den Mittelfeld-Haudegen Philipp Muntwiler (30) oder die offensiven Mittelfeldspieler Moreno Costanzo (29/zurzeit verletzt) und Marco Ma­thys (30). Erfahren ist auch ein anderer neuer Stürmer, Mohamed Coulibaly (29), ein Franzose, der einst einen Zwischenhalt bei GC machte.

Devic, der letzte Neue, soll, so hoffen sie im Ländle wenigstens, die Lücke an Qualität im Abschluss schliessen, die bisher festzustellen war. In den letzten fünf Pflichtspielen in Europa League (zweimal 0:1 gegen Odd Skien aus Norwegen) und Meisterschaft hat Vaduz nie mehr als ein Tor geschossen. In Wil reichte das zu einem 1:0, daheim gegen Servette zu einem 1:1, zuletzt in Neuenburg nur noch zu einem 1:3. Das Startprogramm der Vaduzer war re­lativ happig, aber vier Punkte als Zwischenbilanz sind nicht, was sie sich vorstellten.

Erste Lücken geschlossen

Zum Thema «erste Punkte­bilanz» gibts beim FCW nur eine Meinung: Ein Punkt aus drei Spielen gegen die klaren Aussenseiter aus Wohlen und Rapperswil-Jona sowie gegen Aarau ist unbefriedigend. Das Beste war bisher die kämpferische Leistung gegen die Aarauer, die mit dem Ausgleich in letzter Sekunde belohnt wurde – verdientermassen. Es war noch keineswegs der Auftritt einer selbst- und stilsicheren Mannschaft; es war eher der einer nach dem Fehlstart zwar bemühten, aber auch sehr verkrampften Elf.

Und doch gibt es Gründe, ­welche die Zuversicht nähren. Es muss sie auch geben, schliesslich stand erstmals eine Mannschaft auf dem Platz, die der Idealbesetzung gleichkam. Es vervollständigten Jordi Lopez, der neue ­Abwehrchef, und Silvio, der ­zurückgekehrte Topskorer der vergangenen Saison, die zuvor rudimentäre Achse.

Die Auswirkungen: Lopez stabilisierte die Abwehr mit einer ersten soliden Leistung; an seiner Seite fand Guillaume Katz, vom «Chefposten» entlastet, zu einer guten, konzentrierten Vorstellung. «Die Abwehrleistung war gut. Wir brachten es vor allem fertig», sagt Trainer Romano mit Recht, «die individuellen Fehler abzustellen.» Jene Unzulänglichkeiten eben, die dem FCW die ersten zwei Niederlagen grösstenteils eingebrockt hatten.

Dem Angriff gab Silvio gleich wieder Gewicht. Noch war die Kreativität in der Offensive beschränkt, aber als sich ihm die Chance zum Tor bot, nutzte sie Silvio. Und er half auch ganz wesentlich mit bei den gegnerischen Standards, bei den Eckbällen und Freistössen der körperlich im Schnitt offensichtlich überlegenen Aarauer. Das wirds auch heute brauchen, wenn Puljic im Winterthurer Strafraum erscheint. Zu Silvio ist übrigens noch kurz anzumerken: Der Fall Wil ist ­erledigt. Es gibt keine Anzeichen mehr, er würde gleichsam neu aufgerollt.

Es wurden gegen Aarau einige Lücken geschlossen, als offensichtlichste Mängel blieben: das Durchsetzungsvermögen im zentralen Mittelfeld, wiederholt auch ein Defizit an Tempo im Spiel nach vorne und die rechte Flanke, wo Nicolas Stettler selbstbewusster, mutiger auftreten muss. Personell ist die Lage dieselbe wie am Montag. Es fehlt einzig Offensiv-Alternative Kwadwo Duah. Ob Romano den einen oder andern Wechsel vornimmt, wird man sehen. Fürs Spiel gegen den bisher nominell stärksten Gegner. (Der Landbote)

Erstellt: 09.08.2017, 23:25 Uhr

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