FC Winterthur

Der nächste Anlauf

Der FCW lässt einer Niederlage die nächste folgen. Und so ist er seit Sonntagnachmittag wieder Letzter der Challenge League. Ändern lässt sich das nur, wenn er in Aarau punktet – und dazu wenigstens ein Tor schiesst.

Manuel Sutter (links) dürfte in Aarau in die Startformation des FCW zurückkehren.

Manuel Sutter (links) dürfte in Aarau in die Startformation des FCW zurückkehren. Bild: Heinz Diener

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Eigentlich ist alles gesagt über die Entwicklung des FCW in dieser Saison. Über seine Versuche, nach dem missratenen Start mit den zwei Niederlagen gegen die Aussenseiter aus Wohlen und Rapperswil-Jona. Mit der zwischenzeitlichen Steigerung mit sechs Punkten aus fünf Spielen. Bis hin zu vier Matches ohne jeden Punkt – zuletzt bei den vergeblichen Versuchen, sich an Wohlen und «Rappi» für die ersten Niederlagen zu revanchieren.Jetzt also ist der FCW wieder dort angelangt, wo er schon nach dem Fehlstart war, am Tabellenende. Der Unterschied zu damals: Er hat noch das Spiel in Aarau nachzutragen. Er kann also den FC Wil wieder dorthin versetzen, wo der war, ehe er gestern in Wohlen ein 2:2 erreichte. Der Match im Brügglifeld ist für den FCW die nächste Gelegenheit, Schluss zu machen mit all den miesen Serien: Vier Niederlagen in Folge hat es zuletzt vor zwölf Jahren gegeben, also lange vor der Einführung der Zehnerliga. Sechs Pünktchen aus elf Runden sind, es sei wiederholt, der schlechteste Start seit 31 Jahren. Und öfter als viermal hintereinander verloren hat der FCW unmittelbar vor und nach der Winterpause 2003/04 – zuerst sechsmal unter René Weiler, dann noch einmal unter Gianni Dellacasa, der dann nach langwierigem, zwischendurch fast aussichtslos scheinendem Kampf die Mannschaft doch in der Liga hielt. Was sich heute nicht machen lässt: die Null in der Rubrik «Heimsiege» löschen. Von den ersten sechs Spielen auf der Schützenwiese hat er keines gewonnen, dreimal nicht mal ein Tor geschossen.

Umberto Romano, der Trainer, sagt, die Köpfe seien doch schwer gewesen nach diesem 0:1 gegen Rapperswil-Jona. Es war in der Tat eine schwer verdauliche Niederlage. Darüber, diese ordentliche Zahl «sicherer» Torchancen von der ersten bis zur letzten Minute vergeben zu haben, schüttelte mancher noch gestern den Kopf. Wie Manuel Sutter, der selbst gesündigt hatte, dessen zwei Saisontore eine magere Bilanz sind. Nur eines, beim 2:2 in Vaduz, half, wenigstens einen Punkt zu gewinnen.

Zurück zur Einfachheit

Irgendwann, so denken sie auf der Schützi, müsse sich das Abschlussglück doch erzwingen lassen, ja das Glück überhaupt. Bedingung dafür ist aber auch, nicht nur vor dem gegnerischen, sondern auch vor dem eigenen Tor konsequenter einzugreifen. Zehn Plustore sind zurzeit die schwächste Marke in der Liga, mehr als 19 Gegentore hat nur Wohlen kassiert. Es gilt also ganz grundsätzlich so etwas wie die «Rückkehr zur Einfachheit» – möglichst nichts zulassen und dann mal wenigstens eine (Konter-)Chancen nutzen, wie sie sich sicher bieten wird. Das mag nicht der Stil des FC Barcelona oder anderer «Grosser» sei. Es ist eher der des Aussenseiters, den der FCW zurzeit ist. Oder eben der eines Teams in einer sportlichen Krise – und das ist der FCW allmählich auch.

Immerhin, der Trainer sagt mit Recht, dass er seiner Mannschaft einen Vorwurf nicht machen könne: «Dass sie sich zu wenig bemüht, zu wenig kämpft.» Diesen Eindruck haben sie auch auf den Zuschauerrängen, sonst würden die Reaktionen anders ausfallen. In Aarau zu gewinnen, wäre schon ein kleinerer Befreiungsschlag, wie es das 3:2 im Brügglifeld im vergangenen April war – zum ersten Dreier nach fünf Spielen ohne Sieg. Und positiv ist ja auch, wie sich die Mannschaft unter der Woche zu ihrem Trainer gestellt hat.

Dass der FCW heute nicht mal sein ganzes Kontingent von 18 Spielern ausschöpft, hat weniger den Grund, dass Sturmalternative Luka Sliskovic wegen einer Kreuzbandzerrung ausfällt. Vielmehr liegt es an gleich drei Sperren: Rechtsverteidiger Nicolas Stettler, Abwehrchef Jordi Lopez und Mittelfeld-Alternative Dario Ulrich sind gesperrt – allesamt am Vereinsrekord von drei Roten Karten in einem Spiel beteiligt. Wie genau er aufstellt, lässt Romano wie üblich offen. Aber es ist davon auszugehen, dass Dennis Markaj nach einem ersten Spiel auf der Bank in die Abwehr zurückkehrt und auch Manuel Sutter seinen Platz wieder erhält, den er zu Beginn des Spiels gegen Rapperswil-Jona verloren hatte.

Aarau – mal ein Zwischenhoch

Der FC Aarau ist ebenfalls schlecht zur Saison gestartet, mit nur zwei Punkten aus sechs Spielen noch schlechter als der FCW. Er hat – wie dieser – am Trainer festgehalten. Marinko Jurendic, ehedem ein paar Monate FCW-Spieler, ist noch im Amt, nicht mehr dagegen Sportchef Raimondo Ponte. Sandro Burki (32) wurde nach vier Runden vom einen Tag auf den andern vom Captain zum Sportchef. Seine ersten Taten werden gerühmt, die Verpflichtungen Gilles Yapis vom FCZ, Norman Peyrettis vom FC Thun und – vor allem – Gianluca Frontinos vom FCW. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen, einem 0:0 gegen Rapperswil-Jona, einem 2:0 gegen Neuchâtel Xamax und zuletzt dem 3:1 in Wil, hat Aarau schon mal ein kleines Zwischenhoch erreicht und sich auf Platz 6 verbessert.

Mit einem Heimsieg gegen den FCW würde schon ein 4. Platzdaraus. Optisch mag das nicht schlecht sein. Aber nach einem Drittel der Meisterschaft schon 15 Punkte Rückstand auf den Leader, nur die Hälfte von dessen Guthaben – das wäre längst nicht, was sie sich zu Saisonbeginn auf dem Brügglifeld vorgestellt hatten. Vorne mitspielen, unter die ersten drei kommen – das waren damals die Vorgaben. Jetzt müssen sie froh sein, sich mal möglichst schnell und möglichst weit vom Tabellenende zu entfernen. Beim FCW wollen sie das auch – aber sind sogar noch einige Punkte und Ränge weiter davon entfernt.

Erstellt: 22.10.2017, 22:28 Uhr

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