Die Chance, eine Chance zu erhalten

Das Wetter ist besser, die eisigen Tage sind vorbei, also sind die Chancen reell, dass der FCW heute Abend die Chance erhält, seine miese Bilanz gegen Neuchâtel Xamax etwas aufzubessern. Die Neuenburger reisen als klarer Leader und Favorit auf den Aufstieg in die Super League an.

Äusserst knapp ging am 24. September das letzte Heimspiel gegen Xamax verloren. FCW-Goalie Matthias Minder, hier hält er einen Schuss von Tréand, musste sich erst in der 89. Minute von Nuzzolo bezwingen lassen.

Äusserst knapp ging am 24. September das letzte Heimspiel gegen Xamax verloren. FCW-Goalie Matthias Minder, hier hält er einen Schuss von Tréand, musste sich erst in der 89. Minute von Nuzzolo bezwingen lassen. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor einer Woche konnte gegen Vaduz auf der Schützenwiese nicht gespielt werden. Es konnte, das zeichnete sich relativ bald ab, auch am vergangenen Freitag nicht gespielt werden, dem ursprünglichen Termin für den Auftritt von Xamax. Es wurde am Samstag, allerdings auf dem Kunstrasen, auch das erste Erstligaspiel des Jahres, der U-21 gegen den USV Eschen/Mauren, abgesagt. Doch gestern Nachmittag um vier, die Sonne war mittlerweile auch über Winterthur zu sehen, konnte gesagt werden: Sieht der Platz am Montagabend um 20 Uhr so aus, dann kann gespielt werden. Das heisst: Es war zwar die Entwicklung über Nacht abzuwarten, aber die Chance, dass kein zweites FCW-Heimspiel in Folge ausfällt, ist realistisch.

Köfler letzter Torschütze

«Wir wollen ja auch spielen, nicht schon wieder eine Pause», sagte auch Trainer Livio Bordoli. Er war mit seinen Spielern zum Abschluss des Trainings zur Mittagsstunde, als noch Nebel über der Schützi lag, für ein paar Minuten auf den Hauptplatz gegangen. Die Holprigkeit des Geläufs war zwar nicht wegzudiskutieren. Aber so gefroren wie an den Tagen zuvor war es nicht mehr – und die Lage wurde, der Sonne und den steigenden Temperaturen sei Dank, stündlich besser.

Die Zahlen, das ist nun mal so, sind aus Winterthurer Sicht geradezu grausam, sie bedürften eigentlich dringendst der Korrektur. Schon in früheren Jahren, als der FCW auch noch ab und zu in der Nationalliga A spielte, waren Erfolge gegen Xamax, vor allem auswärts, Raritäten. Aber nun, da die Neuen­burger im dritten Challenge-League-Jahr auf ihrem Rückweg in die Elite sind, siehts besonders düster aus: Von zehn Spielen seit 2015 hat Xamax neun gewonnen, die letzten acht allesamt. Die beiden direkten Vorgänger Bordolis haben gegen Xamax mit Trainer Michel Decastel je viermal ver­loren, zuerst Sven Christ, dann Umberto Romano. Fünf Spiele, fünf Niederlagen, 3:13 Tore – das ist die jüngste FCW-Bilanz auswärts. Fünf Spiele, vier Nieder­lagen, ein 2:0, dann ein 0:3 und dreimal hintereinander ein 0:1 – das ist die Bilanz daheim.

Der letzte Fussballer, der für den FCW auf der Schützenwiese ein Tor gegen Xamax schoss, war der Österreicher Marco Köfler am 1. November 2015. Es war in der 88. Minute auf Pass Musa Araz’ das 2:0. Das 1:0 hatte nach knapp einer Stunde Claudio Holenstein auf Zuspiel João Paivas geschossen. Keiner dieser vier Spieler ist heute noch beim FCW. Überhaupt, aus jenem Team stehen nur noch zwei im Kader: Torhüter Matthias Minder, damals die Nummer 2, und Guillaume Katz, der heute allerdings fehlt, weil er nach seiner Verletzungspause noch etwas in Rückstand ist. Aus der Xamax-Startelf jenes Novembersonntags ist heute mehr als die Hälfte wieder als Starter zu erwarten.

Es ist allerdings auch zu sagen, mindestens zwei der dieser drei 0:1-Niederlagen in den letzten Heimspielen seien keineswegs zwingend gewesen. So sah es damals selbst Decastel. Im vergangenen Herbst fiel Raphael Nuzzolos Tor erst in der 89. Minute, und im vergangenen Mai siegte Xamax, nachdem der Schiedsrichter ein offensichtlich reguläres Ausgleichstor Zlatko Hebibs nicht anerkannt hatte. So klar wie diesmal war die Ausgangslage allerdings noch kaum einmal: Xamax ist nicht nur, sage und schreibe 38 Punkte vor dem FCW, souverän Erster in der Gesamtrangliste, sondern auch – mit 26 Punkten und nur einer Niederlage aus elf Spielen – in der Auswärtstabelle. Und der FCW ist, mit lediglich sechs Pünktchen und einem Sieg aus zehn Spielen, schwächstes Heimteam . . .

Bordolis Mannschaft stellt sich zurzeit fast selbst auf: Katz und Linksverteidiger Tobias Schättin (leichter Muskelfaserriss) fehlen in der Abwehr, also beginnt dort Leandro Di Gregorio erstmals in dieser Saison als Rechtsverteidiger und gibt Kofi Schulz den Linksverteidiger. Im Mittelfeld heisst das Trio Robin Huser/Ousmane Doumbia/Nikola Milosavl­jevic, denn Tiziano Lanza kehrt erst in den nächsten Tagen ins Teamtraining zurück und Kreso Ljbiucic ist noch mitten im Aufbau. Vorne spielen Luca Radice und Kwadwo Duah auf den Flanken, Silvio ist der Stossstürmer dazwischen. Manuel Sutter fällt als Alternative geraume Zeit aus, sein Meniskusschaden wird morgen operativ behoben.

Das 13. Spiel . . .

Decastel fehlt einzig der verletzte Innenverteidiger Mustafa Sejmenovic. Und dass seine Mannschaft fähig ist, dem Erwartungsdruck auch der zum Aufstieg finster entschlossenen Vereinsführung standzuhalten, hat sie ausreichend bewiesen. Die letzte – und auch erst zweite – Niederlage geht auf den 29. September zurück. Seit jenem 0:2 in Aarau gabs neun Siege und drei Unentschieden. Auf 13 soll diese Serie heute verlängert werden. Dass die Vorbereitung wetterabhängig nicht ideal war, gilt ja nicht nur für Xamax. Weil es in Neuenburg so viel Schnee gab, trainierte Xamax nach dem freien Donnerstag zwei Tage in der Halle. Und gestern fuhr die Mannschaft nach Biel, um auf einem Kunstrasen bei der neuen Arena wenigstens im Freien arbeiten zu können. (Der Landbote)

Erstellt: 04.03.2018, 23:12 Uhr

Tunahan Cicek trifft gegen Feldspieler

Nach vier Niederlagen in Folge kehrte der FC Schaffhausen zum Siegen zurück, in einem aus­sergewöhnlichen Spiel gegen Chiasso. Die Tessiner gingen nach 62 Minuten in Führung, obwohl sie nach – berechtigten – Platzverweisen für die Vertei­diger Moussa Soumare und ­Samuele Delli Carri nur noch zu neunt waren. Erst in der 83. Minute glich Helios Sessolo mit einem glückhaft abgelenkten Ball aus.
Sekunden später leisteten sich die Tessiner einen kapitalen Fehler, Sessolo konnte allein auf Torhüter Francesco Russo zulaufen. Der griff zur Notbremse und sah als dritter Tessiner rot. Es musste Feldspieler Eris Abadini ins Tor, und der konnte Tunahan Ciceks Freistoss aus 18 Metern nicht abwehren, obwohl der Ball schlecht geschossen war. Selbst mit drei Mann in Überzahl hatten die schwachen Schaffhauser Mühe, den Vorsprung über die rund zehnminütige Nachspielzeit zu halten.
Auf die Tribüne mussten nach Turbulenzen nach dem Penalty Chiassos Trainer Guillermo Aba­scal und Mikel Llorente. Wie der Verein später klagte, sei Abascal dort von zwei Zuschauern mit den Fäusten traktiert worden. Es sei auch Generaldirektor Nicola Bignotti tätlich angegangen und dem neuen Präsidenten Maurizio Cattaneo der Zugang zum Kabinentrakt verwehrt worden. Der FC Chiasso will sich bei der Liga beschweren. Sicher ist, dass ihm am Freitag gegen den FCW drei gesperrte Spieler fehlen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!