Die «grösste Herausforderung» des Uli Forte

Die Grasshoppers wollen im Derby gegen den FCW nachweisen, in der Tat ein Aufstiegskandidat zu sein.

Punkte gegen den FCW wären für Uli Forte «big poins».

Punkte gegen den FCW wären für Uli Forte «big poins». Bild: Keystone

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2:1 gegen Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy, 1:0 in Wil, 2:1 in Aarau und dann 0:1 daheim gegen Schaffhausen: Danach sind die Grasshoppers Zweiter, zwei Punkte hinter Lausanne, dem Aufstiegsfavoriten Nummer 1. Uli Forte, der Trainer der Zürcher, nennt das einen «grundsätzlich positiven Start. So ein Rumpelmoment wie gegen Schaffhausen musste halt mal kommen.»

Fakt ist; die Grasshoppers gewannen dreimal nach einer frühen Führung und spielentscheidend guten Leistungen des Torhüters Mirko Salvi. Es verloren aber, als sie mal in Rückstand gerieten. Danach war GC zu keiner nennenswerten Reaktion fähig. Stabilität liess seine Achse mit Salvi und dem prominenten Trio Marko Basic/Vero Salatic/Nassim Ben Khalifa nur erkennen, wenn die Mannschaft in Führung lag. «Grundsätzlich positiv» darf man den Start mit Blick auf die Ergebnisse, zuletzt auch noch das 9:1 im Cup gegen Seefeld, sehr wohl nennen. Die Leistungen allerdings waren weniger überzeugend. Spielerisch ist das noch keineswegs zwingend ein Aufstiegskandidat. Etwa mit beschränkten Aussenverteidigern.

Schwieriger als mit dem FCZ

So oder so steht Forte, landesweit der Fachmann Nummer 1 für derlei Aufgaben, die schwierigere Prüfung bevor als vor drei Jahren mit dem FCZ und vor elf Jahren mit dem FC St. Gallen, die er ebenfalls als «Grosse» unverzüglich in die Super League zurückführen sollte. Er schaffte es problemlos, auch wenn er mit dem FCSG trotz eines Starts mit sechs Siegen und einer Vorrunde mit nur einem Punktverlust, einer Niederlage in Thun, einen Punkt hinter Lugano überwinterte. Im Frühjahr hielten die Tessiner dann nicht mehr mit. Vor drei Jahren mit dem FCZ legte Forte eine Vorrunde ohne Niederlage hin. Neuchâtel Xamax lag im Winter schon acht Punkte zurück.

So locker dürfte Fortes Weg in die Super League mit den Grasshoppers nicht fallen. «Es wird ein heisser Tanz bis zum Schluss», formuliert er zum Thema. GC hat nach dem in jeder Beziehung katastrophalen Abstiegsjahr ja auch klargemacht, der direkte Aufstieg sei nicht zwingend vorgegeben. «Aber wir haben vor der Saison schon gehofft, vorne mitzuspielen – und jetzt spielen wir vorne mit», sagt Forte, womit er seine grundsätzliche Zufriedenheit begründet. Aber eben: Vor allem den Anlauf vor drei Jahren mit dem FCZ nahm Forte mit einer Super-League-Mannschaft, der, wie er sich erinnert, «Präsident Canepa auch klar sagte, dass er gleich wieder nach oben will.» Den Anlauf mit GC nimmt Forte jetzt aber mit einer Challenge-League-Mannschaft. Die kann womöglich aufsteigen, aber das einfach so aus dem Ärmel schütteln kann sie nicht. Es sei schon so, gibt auch der Trainer zu, «dass ich hier man mit einer weniger gut besetzten Mannschaft durch muss. Aber das ist meine Challenge, ja die wohl grösste Herausforderung.»

Vor dem ersten Treffen mit dem FCW, gegen den er 2016/17 mit dem FCZ drei Siege und ein Unentschieden holte, spricht Forte nun von «big points». Allein, wie die Grasshoppers, bei aller rhetorischen Zurückhaltung die Dinge wirklich sehen, lässt sich allein an diesem Fakt erkennen: Es gibt für die Spieler wohl Aufstiegs-, aber keine Punkteprämien.

Eine gute Nachricht war für die Grasshoppers dieser Tage, dass ihre Fankurve den Boykott gegen den Kauf von Saisonkarten für die Kurve beendet hat – nach zufriedenstellenden Gesprächen mit der neuen Klubführung. Stürmer Albion Avdijaj (25), zuletzt nach Ungarn ausgeliehen, spielte in den vergangenen Tagen beim drittklassigen englischen Verein Doncaster Rovers vor. Was daraus wird, war gestern noch nicht bekannt. Abwehrchef Basic, gegen Schaffhausen vom Platz gestellt und gegen Seefeld gesperrt, kann heute spielen, obwohl der Einzelrichter der Disziplinarkommission die Einsprache gegen die zweite Sperre abgewiesen hat. Fünf Tage hat GC nun Zeit, dagegen Rekurs einzureichen – mindestens so lange ist Basic spielberechtigt. Auch um die «big points» gegen den FCW.

Erstellt: 22.08.2019, 21:47 Uhr

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