FCW

Die Wende lässt auf sich warten

Das aktuelle Problem des FCW ist nicht eine Niederlage wie das 2:5 am Freitagabend gegen Servette. Es ist die Tendenz – mit nun fünf Spielen ohne Sieg, zuletzt gar drei Niederlagen.

Die Verletzung von FCW-Captain Davide Callà wird am Dienstag genauer untersucht.

Die Verletzung von FCW-Captain Davide Callà wird am Dienstag genauer untersucht. Bild: Madeleine Schoder

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14 Punkte im ersten, gar 17 Punkte im zweiten Quartal, Platz 2 nach der ersten Hälfte der Meisterschaft. Das hob zu Weihnachten den Optimismus um die Schützenwiese in eine seit mehreren Jahren nicht mehr gekannte Höhe. Das Wort Aufstieg wurde zwar weder von Verein noch Trainer genannt, aber man wusste ja, was im Klartext hiess, wenn einer sagte: Wir wollen im Frühjahr die Vorrunde bestätigen. Den 2. Platz also … Anfangs gelang das auch, trotz dem Fehltritt in Kriens mit überzeugenden Heimsiegen gegen Vaduz und Rapperswil-Jona und zwei 1:1 in Chiasso und gegen Lausanne, allerdings in Spielen, die gemäss Leistung hätten gewonnen werden müssen. Seither aber legt der FCW die zumal nach Resultaten schwächste Phase unter Ralf Loose hin. Das grösste Ärgernis war die Niederlage in Überzahl gegen schwache Wiler. Aber auch die Leistung Aaraus hätte nicht für einen Sieg auf der Schützenwiese genügen dürfen. Schon an jenem Tag liess die Wende auf sich warten. Dass dieses Warten nach dem Auftritt in Genf weitergeht, erstaunt keinen mehr.

Nur Siebter im dritten Viertel

Dort verlor der FCW schliesslich klar, obwohl er in der ersten Halbzeit, ja eine ganze Stunde lang «sehr gut und mutig spielte, wie Trainer Loose auch nach eingehenderer Analyse sagt. Es seien dann, fügt er bei, «aber taktische Fehler und Ballverluste eingetreten, die den Gegner seine Tore schiessen liessen.» Sie hätten dies in einer «eingehenden Videoanalyse diskutiert und analysiert. Und wir müssen das schnell abstellen.» Die individuellen Unzulänglichkeiten begingen: Granit Lekaj mit einem Stellungsfehler vor dem 1:1; Sead Hajrovic mit einem Aussetzer vor dem 2:1 und einem Fehlpass vor dem 3:1; Karim Gazzetta mit einem dämlichen Ballverlust vor dem 4:1.

Die drei letzten Tore fielen nach Davide Callàs Ausfall und schliesslich auch noch nach Wechseln, die nach dem 3:1 mit Rücksicht aufs Derby morgen Dienstag in Schaffhausen vorgenommen wurden. Weil Servette sehr stark spielte, der FCW seinen Beitrag zu einem für diese Liga weit überdurchschnittlichen Spiel leistete, ist diese Niederlage nicht das Problem. Vielmehr ist das die Tendenz. Es sind Entwicklungen wie diese, die eine Runde vor dessen Ende die Rangliste des dritten Viertels so schreiben: Aus diesen acht Spielen 2019 holten Servette und Aarau je 17 Punkte, Kriens 16, Lausanne 14 und selbst Chiasso (12) und Vaduz (11) mehr als der FCW mit seinen acht. Nur Wil und Rapperswil (je 6) und Schaffhausen (gar nur 2) holten weniger. Der FCW ist nicht mehr Zweiter, sondern noch Vierter. Aber Platz 2 ist weiterhin erst fünf Punkte entfernt.

Wils Trainerwechsel

Dazu sei angemerkt: Das schwächste Trio der letzten Wochen hat den Trainer gewechselt. Nach Schaffhausen (Ende Februar zu Jürgen Seeberger), Rapperswil-Jona (vor zehn Tagen zu Stefan Flühmann) tat es gestern auch der FC Wil. Nach dem Heim-0:1 gegen Kriens entliessen die Wiler ihren deutschen Trainer Konrad Fünfstück. Ihn hatten sie nach der Winterpause im Amt gehalten, obwohl sie schon da sein Abgang Ende Saison beschlossen war. Jetzt handelten sie doch – wenig überraschend – noch anders. Der Grund: Fünfstück hat von den elf Spielen seit Ende November nur eines gewonnen, mit zehn Mann gegen elf Winterthurer 1:0 … Also hat nun die Hälfte der Klubs nicht mehr denselben Coach wie Anfang Saison.

Zur Entwicklung des FCW sind noch diese Anmerkungen zu machen:

«Wieder ekliger werden.» Loose gibt sich wie gewohnt zurückhaltend, wenn er sagt: «Wir haben zuletzt auch gegen die vier Besten der Tabelle gespielt – und es waren mit einer Ausnahme knappe Spiele.» Aber er fordert auch: «Wir müssen zurück zu den Basics.» Man kann auch sagen: Der FCW muss wieder «ekliger» werden, unangenehmer zu bekämpfen. Es darf nicht so einfach bleiben, gegen ihn zu punkten wie zuletzt.¨

Die Wintertransfers. Der Match in Genf bestätigte aber auch, wie knapp das Kader bald einmal erscheint. Wenn der gesperrte Taulant Seferi fehlt, dazu der verletzte Tobias Schättin und dann noch Davide Callà durch Rijiad Saliji ersetzt werden muss, ist die Decke gefährlich dünn. Es sind bisher eben auch jene keine Hilfe, die im Winter geholt wurden – als Ergänzungen, die günstigenfalls zu Gewinnen werden. Bisher ist zu sagen: Patrick Sutter spielt in der U21. Liridon Mulaj hat noch nichts geboten, sein Heber allein vor Servettes Tor kurz vor Schluss am Freitag war ein schlechtes Zeichen. Eris Abedini, der höchstkotierte der Neuen, fand seine Rolle überhaupt noch nicht. Und der estnische Jung-Stürmer Mark Lepik kränkelt von einer Blessur zur nächsten; 20 Minuten im Test gegen Austria Lustenau sind bisher alles von ihm. Er ist das grösste Fragezeichen.

Das Ziel: eine Wende. Ganz klar ist, der FCW muss auch mit Blick auf die Zukunftsplanung vermeiden, mit einem schlechten Frühjahr den so guten Eindruck des Herbsts zu zerstören. Er muss zu einer Wende fähig sein. Erste Termine dafür sind: morgen in Schaffhausen, am Freitag daheim gegen Kriens. In Schaffhausen kann Seferi wieder spielen, dafür ist Lekaj gesperrt. Und Captain Callà? Sein Einsatz erscheint unmöglich, auch wenn er zuversichtlich ist, seine Knöchelverletzung sei nicht gravierend. Die Untersuchung ist auf heute angesetzt.

Erstellt: 31.03.2019, 21:08 Uhr

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