FCW-Frauen

«Diese Mannschaft kann in drei Jahren in die NLB aufsteigen»

Das Frauenteam des FCW ist dieses Jahr zum ersten Mal nicht aufgestiegen. Trainerin Adrienne Krysl erklärt, warum das trotzdem kein Stillstand ist.

FCW-Trainerin Adrienne Krysl hat ihr Team weitergebracht.

FCW-Trainerin Adrienne Krysl hat ihr Team weitergebracht. Bild: Heinz Diener

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Adrienne Krysl, die FCW-Frauen sind von der 3. in die 1. Liga durchmarschiert und haben da in der abgelaufenen Rang 6 belegt. Warum ist der Marsch nach oben gestoppt worden?

Der Durchmarsch war nicht unser Ziel. Im Gegenteil. Es tat gut, mal nicht Favorit zu sein. Wir wollten in der Vorrunde nichts mit dem Abstieg zu tun haben und uns dann im Mittelfeld festsetzen. Beides ist uns gelungen.

«Es war gut, dass es mehr Widerstand gab. Das hat uns
vor Augen geführt, dass wir uns
weiter entwickeln
müssen.»
Adrienne Krysl,
Trainerin FCW-Frauen

Wie hat die Mannschaft das erste Jahr auf Stufe 1. Liga erlebt?

Erstmals mussten wir weiter reisen als bisher, das war eine neue Erfahrung. Wir haben die Reisen genutzt für die Teambildung und haben etwas von der Schweiz gesehen. Wir haben sie als Bereicherung erlebt.

Wie war es auf dem Spielfeld?

Es war gut, dass es mehr Widerstand gab als in den unteren Ligen. Die gegnerischen Verteidigerinnen sind nicht so einfach zu überspielen und die Stürmerinnen sind schnell. Einige Teams hatten auch Spielerinnen mit NLA-Erfahrung in ihren Reihen, die in der 1. Liga kürzertreten, aber viel Erfahrung mitbringen. Überhaupt waren die Gegnerinnen läuferisch, technisch und taktisch viel besser als bisher. Das hat uns vor Augen geführt, dass wir uns weiterentwickeln müssen.

In welcher Hinsicht?

Neu für uns war zum Beispiel, dass wir einmal zwei Spiele hintereinander verloren. Doch auf eine solche Situation hatten wir uns schon in der Vorbereitung eingestellt. Die Antwort war: Im Training mehr zu investieren.

«Die Tabelle sagt sicher die Wahrheit aus über die Erfahrung, die uns eben noch fehlte. Wir waren Frischlinge in der 1. Liga.» Adrienne Krysl

Die FCW-Frauen hatten 16 Punkte Rückstand auf NLB-Aufsteiger Luzern. Andererseits waren die Resultate gegen die Top 3 der Gruppe knapp, die Luzernerinnen wurden sogar einmal geschlagen. Ist der Rückstand zur Spitze demnach so gross, wie es die Tabelle aussagt oder doch kleiner?

Die Tabelle sagt sicher die Wahrheit aus über die Erfahrung, die uns eben noch fehlte. Wir waren Frischlinge in der 1. Liga. Manchmal waren wir nicht clever genug, manchmal fehlte die Effizienz oder die Konsequenz im Abschluss oder in der Abwehr. Die Resultate gegen die Topteams zeigen auf der anderen Seite, dass das Team viel Potenzial hat. Gerade die Spiele gegen die besten Mannschaften haben wir mit viel Freude bestritten, weil wir sie als Chance betrachteten, diesen Teams ein Bein zu stellen.

Wie hat sich die Mannschaft in ihrer ersten Erstliga-Saison entwickelt?

Die Spielerinnen setzen vieles sehr gut um. Das ist eine enorme Stärke. Alle haben sich weiterentwickelt.

Was sind die Ziele für die nächste Saison?

Es gibt drei Bereiche, an denen wir arbeiten. Was die technischen und taktischen Sachen betrifft, so haben wir zuletzt die Umschaltmomente trainiert. Das ziehen wir weiter. Zweitens setzen wir uns mentale Ziele. Zum Beispiel sind im Moment positive Selbstgespräche das Thema. Drittens setzen wir uns Verhaltensziele. Die Spielerinnen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das heisst: Sie sollen sich darüber Gedanken machen, was es braucht, um weiterzukommen. Ob und wie sie mehr trainieren oder auf sich Acht geben sollen.

Und welche Resultate erwarten Sie?

Wenn wir uns in den genannten Bereichen verbessern, stellen sich die Resultate von alleine ein. Viel wichtiger als die konkreten Resultate ist die Selbstverantwortung. Ich glaube, in dieser Hinsicht sind wir unseren Gegnerinnen voraus. Auf der anderen Seite gibt es in unserem Team klare Regeln. Dazu bekennen sich dann auch alle.

Sie haben das Potenzial angesprochen, dass die Mannschaft hat. Wohin kann das führen?

Ich glaube, diese Mannschaft kann bis in drei Jahren in die NLB aufsteigen.

Erstellt: 20.06.2019, 17:44 Uhr

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