FCW-Frauen

Ein Frauenteam auf einer Mission

Die Frauen des FC Winterthur sind im Hoch: Zwei Wochen, nachdem sie den Aufstieg in die 1. Liga klar gemacht haben, siegten sie auch im Final des Zürcher Regionalcups in Kloten. Wie in der Meisterschaft war Wädenswil die geschlagene Mannschaft, diesmal gewann der FCW 3:1.

Noch ein Erfolg für die FCW-Frauen: Zwei Wochen nach dem Aufstieg in die 1. Liga gewannen sie den Zürcher Regionalcup.

Noch ein Erfolg für die FCW-Frauen: Zwei Wochen nach dem Aufstieg in die 1. Liga gewannen sie den Zürcher Regionalcup. Bild: Urs Kindhauser

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Eine schöne Geste bildete den Schlusspunkt: Lea Fuchs, FCW-Captain des Tages, überliess es der erst für die zweite Halbzeit eingewechselten «Stammkapitänin» Sarah Akanji, den Cupsiegerpokal entgegen zu nehmen – und dann wurde so richtig gefeiert von den Winterthurerinnen, wie sie es schon vor zwei Wochen getan hatten. Damals hatten sie mit einem 3:2-Sieg gegen Wädenswil den Aufstieg in die 1. Liga sichergestellt. Am Samstag war wieder Wädenswil der Gegner, wieder war er fast ebenbürtig und wieder setzte sich der FCW durch, diesmal mit 3:1 nach einem 0:1-Pausenrückstand.Über diesen Rückstand konnte sich das Team von Trainerin Adrienne Krysl nicht beklagen. Denn Wädenswil war vor 460 Zuschauern in Kloten in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, spielte den gepflegteren Fussball und war gefährlicher. Die Winterthurerinnen hatten es ihrer Torhüterin Melanie Reutimann zu verdanken, dass sie nicht schon früher in Rückstand gerieten als in der 38. Minute. Doch dann sah auch Reutimann nicht gut aus, und die eben eingewechselte Xenia Hefti machte das 1:0.

Überlegene Physis ausgespielt

Doch der FCW zeigte in der zweiten Halbzeit eine Reaktion, setzte seine physische Überlegenheit durch und verfügte am Ende über mehr Stehvermögen. Laura Schläfli staubte in der 50. Minute zum 1:1 ab. In der 78. Minute brachte Toja Rauch ihre Mannschaft mit einem Soloeinsatz vorentscheidend 2:1 in Führung und Blerina Krasniqi besorgte in der Nachspielzeit nach einem gut vorgetragenen Konter mit dem 3:1 die Entscheidung.

«Wir sind ein einzigartiges Team, das hier beim FCW etwas erreichen will.»Sarah Akanji

Wie zwei Wochen vorher waren die Winterthurerinnen nicht zwingend die bessere Mannschaft. Aber sie haben es verstanden, in den entscheidenden Momenten zuzusetzen. In der Meisterschaft war das vor der Pause gewesen, als sie 1:2-Rückstand in den 3:2-Vorsprung verwandelt hatten. Diesmal kam der Leistungsschub in den zweiten 45 Minuten. Wädenswil hatte auch da noch gefährliche Szenen, aber immer wieder war im letzten Moment eine Winterthurerin da um zu stören. Dem Team vom Zürichsee blieb am Ende wenigstens der Trost, dass es in der kommenden Saison den Platz in der 1. Runde des Schweizer Cups von den Winterthurerinnen erbt. Denn diese haben sich dafür schon mit dem Aufstieg in die 1. Liga qualifiziert.

Akanjis Einwechslung

Dass der FCW zulegen konnte, hatte viel mit der Einwechslung Akanjis zu tun. Die Abwehrchefin konnte wegen einer schmerzhaften Wadenbeinverletzung zwei Wochen lang nicht trainieren und hatte diese Pause auch für einen Ausflug nach Kaliningrad genutzt, um am Freitag ihren Bruder Manuel im Schweizer Nationalteam gegen Serbien anzufeuern. Am Samstagmorgen erst kehrte sie zurück für den Cupfinal. Rechtzeitig für den Cupfinal, in dem sie doch noch gebraucht wurde. Mit Akanji gewann die FCW-Verteidigung an Sicherheit und es klappte auch der Spielaufbau besser.

«Vielleicht hat mein Einsatz der Mannschaft gut getan, weil ich lautstark dirigiere.» Ausserdem habe Krysl das Team in der Pause aufgerüttelt und jede einzelne aufgefordert, mehr beizutragen. Offenbar hat sie die richtigen Worte gefunden. «Und dann haben wir Gas gegeben», so Akanji. Sie sei überzeugt, dass auch dies wichtig gewesen sei: «Wir sind ein einzigartiges Team, das hier beim FCW etwas erreichen will.» Man kann es also auch so sehen: Die FCW-Frauen sind auf einer Mission. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung in der 1. Liga.

Erstellt: 23.06.2018, 23:53 Uhr

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