Fussball

Ein Verein – über die ganze Stadt verteilt

Wegen der Faustball-WM trainieren die Teams des FCW in den nächsten Wochen überall in der Stadt – nur nicht auf der Schützenwiese.

Mindestens die nächsten zwei Wochen trainiert Ralf Loose seine Leute auf dem Reitplatz.

Mindestens die nächsten zwei Wochen trainiert Ralf Loose seine Leute auf dem Reitplatz. Bild: Heinz Diener

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Natürlich wurde das «Eins» des FCW nicht von der heimischen Schützenwiese verbannt, weil es dort am Samstag gegen Lausanne-Sport 0:6 verloren hat, so hoch wie kein Spiel seit dem Mai 1990. Aber bis zum 21. September, also anderthalb Monate, ist die Mannschaft auf der Schützi nicht mehr zu sehen. Der Grund: Zuerst wird das Stadion wegen der Faustball-WM beansprucht, danach muss der Rasen saniert werden. Je nach Witterungsverhältnissen dauert das mehr oder weniger lang. Schliesslich wird das Geläuf stark beansprucht, werden doch Zuschaueraufbauten auf den Rasen gestellt.

Seit Anfang Woche arbeiten die Faustballer also selbst mit schwerem Gerät an der Vorbereitung ihres Anlasses. Die Challenge-League-Fussballer trainierten am Dienstag nochmals auf dem Naturrasenplatz hinter der Haupttribüne, gestern Morgen arbeiteten sie in der Halle im Tribünenkeller, und nachmittags zogen sie auf den Reitplatz in Töss um. Dort sind sie nun mindestens die nächsten zwei Wochen, womöglich aber noch länger daheim. Eine Kabine haben sie für sich, die medizinischen Gerätschaften wurden ebenfalls gezügelt.

«Platz ist in Ordnung»

Für manchen der Spieler und auch Trainer Ralf Loose ist der Reitplatz Neuland. Nach der 90-minütigen Session urteilte er, der Platz sei durchaus in Ordnung gewesen. Mit den Ausmassen von 100 auf 64 Metern ist er zwar nicht – wie der Schützi-Hauptplatz mit seinen 105 auf 68 Metern – Football-League-tauglich. Aber Spiele bis zur 1. Liga können dort stattfinden. Und da der Platz 2 auf der Schützi, der eigentliche Trainingsplatz, noch etwas kleiner ist, kann man auch beruhigt sein, was die Effizienz der millimetergenau erwünschten Übungen von Standardsituationen betrifft. Die Mannschaft ist kleinere Dimensionen gewohnt.

Für den Verein ist das Ganze jedoch schon eine organisatorische Belastung, denn seine Mannschaften trainieren nun über die ganze Stadt verteilt – in Töss eben, aber auch in Deutweg, Talgut, Steinacker und Flüeli. Und die ganz Kleinen trainieren in dieser Zeit nicht auf einem Fussballplatz. Sie werden, wie es heisst, «polysportiv» bewegt.

Natürlich ist nicht ideal, dass mindestens vier Pflichtspiele in Folge in der Fremde auszutragen sind: Am kommenden Sonntag in Vaduz, am 17. August im Juchhof in Zürich-Altstetten im Cup gegen YF Juventus, am 23. August im Letzigrund gegen die Grass­hoppers und am 31. August in Kriens. Es folgt eine Länderspielpause, und aufs Wochenende des 14./15. September sind die Cup-Sechzehntelfinals angesetzt. Das Los wird entscheiden, ob dem FCW ein weiteres Auswärtsspiel bevorsteht oder ein Match daheim gegen einen Verein aus der Super League. Mal davon abgesehen, dass ein Sieg gegen YF Juventus erste Bedingung ist.

150000 Franken Ausfall?

Andreas Mösli, der Geschäftsführer, weist aber auch darauf hin, dass der FCW kein Heimspiel hat im Monat August, der witterungstechnisch in der Regel besonders zuschauerfreundlich ist. «Und wir können auch nicht, was wir bei andern Gelegenheiten machten, die Länderspielpause zu einem internationalen Freundschaftsspiel nutzen», sagt Mösli weiter. «Wir gehen also von einem Einnahmeverlust von rund 150000 Franken aus.»

Im Moment allerdings hat – auf dem Reitplatz eben – Priorität, die Reaktion aufs 0:6 gegen Lausanne vorzubereiten. Das Spiel beim FC Vaduz, den heute wiederum ganz andere Gedanken beschäftigen – das grosse Europa-League-Duell mit Eintracht Frankfurt. Am einfachsten hat es da FCW-Trainer Loose: Er wohnt seit über zwei Jahrzehnten in Vaduz, das Spiel findet praktisch vor seiner Haustüre statt.

Erstellt: 07.08.2019, 22:53 Uhr

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