Fussball

Englischer Gast und brasilianischer Stürmer

Die «Roten Rebellen» des FC United of Manchester sind heute zum zweiten Mal Gast des FCW. Und dessen Trikot trägt erstmals Silvio, der neue brasilianische Stürmer, der aus Österreich kommt.

Erfolgreiche Vergangenheit in der Challenge League: Silvio, der neue FCW-Stürmer (2010 im Lausanne-Dress).

Erfolgreiche Vergangenheit in der Challenge League: Silvio, der neue FCW-Stürmer (2010 im Lausanne-Dress). Bild: Keystone

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Es ist wie vor gut zwei Jahren, als die Fussballer des FC United of Manchester erstmals gegen den FCW spielten: Es waren bereits am Vorabend die ersten Fans aus der englischen Fussballgrossstadt in Winterthur, rund 50 allein mit einem Billigflug nach Stuttgart geflogen und von dort mit dem Bus weitergereist. Auch die Mannschaft, die allerdings direkt nach Kloten flog, hat bereits am späteren Nachmittag hier trainiert. Insgesamt werden gegen 300 Engländer erwartet – zu diesem Romantikertreffen des FCW mit jenem Verein im Besitz seiner Mitglieder, der 2005 aus Protest gegen die Übernahme des «richtigen» Manchester United FC durch die Gruppe des US-Geschäftsmanns Malcolm Glazer gegründet wurde.

Die «Red Rebels» sind seit dem Saisonschlussspiel im Mai 2005, das sie auf der Schützi vor 2700 Zuschauern 1:4 verloren, um eine weitere Liga aufgestiegen. Sie bereiten jetzt ihr zweites Jahr in der National League North vor, der (zweigleisigen) sechsthöchsten Liga – unter der Premier League, der Championship, der Football League 1 und 2 sowie der National League. Seit einem Jahr hat der Verein auch sein eigenes Heim, der Broadhurst Park mit 4400 Plätzen. Von denen sind in der Liga im Schnitt gegen 3500 besetzt. Allerdings ist der Verein nicht frei von Problemen. Der Stadionbau verzögerte sich und war deutlich teurer als budgetiert. Es gab auch Kritiken, weil der Demokratie innerhalb des Klubs nicht gebührend nachgelebt worden sei. Generalmanager Andy Walsh ist seit Ende Juni nicht mehr im Amt, der Verkauf der Saisonkarten liegt zurzeit noch deutlich hinter dem vor einem Jahr zurück.

Immerhin, manches ist noch wie ehedem. So steht Karl Marginson (45) als Manager an der Seitenlinie – wie stets seit der Vereinsgründung vor elf Jahren. Er hat mit seiner Mannschaft vier Aufstiege mitgemacht – von der North West Counties League Division Two bis zur National League North. Er hat noch bis zum 6. August Zeit, die Meisterschaft vorzubereiten. Der FCW wird an jenem Tag bereits sein drittes Spiel bestreiten, in Chiasso.

Nochmals Pöllhuber und Radice

Für Trainer Sven Christ ist der Match heute eigentlich die Hauptprobe fürs Startspiel in zehn Tagen gegen den FCZ – auch wenn am Mittwoch noch ein letzter Test über zweimal 35 Minuten gegen Tuggen folgt. Christ hat den Absteiger vom Letzigrund gestern beobachtet, als er in Biel gegen Borussia Mönchengladbach siegte. Der Match heute ist für ihn und seine Fussballer nach den nicht immer klarlinigen Auftritten in der Vorbereitung durchaus bedeutend.

Beispielsweise in Personalfragen: Der österreichische Innenverteidiger Alexander Pöllhuber (31) wird nochmals geprüft, diesmal an der Seite eines Routiniers. Mit einer ordentlichen Leistung kann sich Pöllhuber, der immerhin gegen 180 österreichische Bundesligaspiele hinter sich hat, für eine Verpflichtung empfehlen. Er erhielt in Altach keinen Vertrag mehr, ist also ablösefrei.

Zu sehen sein wird auch Luca Radice (29), der vielseitige Mann für Aufgaben in Abwehr und Mittelfeld mit langer FCW-Vergangenheit und zuletzt zweieinhalb Jahren in Aarau. An seiner grundsätzlichen Tauglichkeit für eine Verpflichtung ist nicht zu zweifeln. Kommt hinzu, dass es im Mittelfeld diverse offene Fragen gibt: Wie lange fallen die Zentrumsspieler Kreso Ljubicic und Gianluca D’Angelo mit ihren Verletzungen aus? Womöglich dauerts Monate. Überdies zeichnet sich ab, dass Sandro Foschini (28) nach knapp zwei Saisons auf der Schützenwiese nach Wohlen wechselt.

Erstmals Stürmer Silvio

Klar ist seit gestern, wer die routinierte Verstärkung für den FCW im Sturm sein wird: Es ist, wie angekündigt, der Brasilianer Silvio (31), der zuletzt je zweieinhalb Jahre bei Union Berlin in der 2. deutschen Bundesliga und beim Wolfsberger AC in Österreichs Bundesliga spielte. Vorher aber war er fünfeinhalb Jahre in der Schweiz tätig. Lange stand er beim FCZ unter Vertrag, für den er allerdings kaum spielte. Erfolgreich war er dafür, mehrheitlich als Leihgabe, in der Challenge League, mit 26 Toren in 66 Meisterschaftsspielen für Wil, mit 15 in 28 Auftritten für Lugano und ebenfalls 15 in 27 für Lausanne.

Mit Lausanne stieg er – mit den Teamkollegen Michel Avanzini und Guillaume Katz – in die Super League auf und erreichte er sensationell die Gruppenphase der Europa League. Er schoss in Moskau im entscheidenden Spiel gegen Lokomotive das 1:1, ehe er auch im Elfmeterschiessen traf. Ein Jahr zuvor war er mit Lugano als Topskorer in die Barrage (gegen Bellinzona) gekommen. Im Spitzenspiel gegen den FCW ein paar Runden vor Schluss erzielte er im Cornaredo mit einem potenten Konter das 2:0. Einziges Fragezeichen dazu: Der Ball hatte die Torlinie nicht überschritten ...

Beim FCW hat er gestern Abend einen Vertrag für eine Saison mit Option auf eine zweite unterschrieben – und die Trikotnummer 11 von João Paiva übernommen. Eine andere (Stürmer-)Nummer beim FCW, die frei werden sollte, ist die 24. Sie trug bisher Genc Krasniqi, mit dem Trainer Christ nicht mehr plant. Krasniqi trainierte in den letzten Tagen ja mit den Stuttgarter Kickers aus der Regionalliga Südwest. Er schoss im Südtirol deren Tor bei einem 1:3 gegen den Serie-A-Klub Sassuolo. Die Kickers möchten Krasniqi verpflichten. Fraglich ist noch, ob sie die Bedingungen erfüllen. (Der Landbote)

Erstellt: 16.07.2016, 10:20 Uhr

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