FCW

«Es geht um die Zukunft»

«Kurz und bündig», sagt Oliver Kaiser, der Leiter Sport, habe sich Livio Bordoli als Trainer des FCW vorgestellt. Ein knapp zweistündiges Training im strömenden Regen folgte.

Unter den Augen des neuen Trainers Livio Bordoli (rechts) und des Assistenten Dario Zuffi bestritten die FCW-Spieler ihre erste Einheit des Jahres.

Unter den Augen des neuen Trainers Livio Bordoli (rechts) und des Assistenten Dario Zuffi bestritten die FCW-Spieler ihre erste Einheit des Jahres. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nicht wegzudiskutieren ist, dass sich einiges getan hat zwischen der Einigung Bordolis mit dem FCW am Dienstag und der ersten Trainingseinheit am Donnerstag: Aus einem Verein tief im Abstiegskampf wurde nach der Ankündigung des Rückzugs des FC Wohlen einer, der ein halbes Jahr lang Zeit hat, die nächste Saison in der Challenge League vorzu­bereiten. Aber klar ist auch, dass weder Kaiser noch Bordoli diesem Umstand Bedeutung geben wollen, wenn es um die Formulierung der Ziele geht. Also stellt Kaiser nochmals – pflichtschuldig – in den Vordergrund, «dass für mich nichts klar ist, solange die Frist nicht abgelaufen ist, die Wohlen hat, die Lizenz doch noch einzureichen». Die läuft Anfang März ab.

«Etwas zurückgeben»

Bordoli sagt: «Mir ist das egal, denn es geht um die Zukunft.» Um jene der Spieler, die auchum neue Verträge und Angebote spielen. Aber auch um die seine, denn für ihn ist es nach zweieinviertel Jahren abseits des Profifussballs seit der Entlassung in Aarau die Chance, sich im Geschäft zurückzumelden. Das ist kein geringer Leistungsansporn. Klar wird vom Duo Kaiser/Bor­doli aber auch formuliert: «Nach der schlechten Vorrunde sind wir verpflichtet, den Zuschauern etwas zurückzugeben.» 3000 Besucher im Schnitt, aber nur ein Sieg in neun Heimspielen der Vor­runde – das ist doch ein beacht­liches Missverhältnis.

17 Feldspieler und 3 Torhüter standen gestern Nachmittag auf dem Kunstrasen der Schützi. Es fehlten – wie angekündigt – noch Kreso Ljubicic und Julian Roth nach ihren Kreuzbandverlet­zungen, Silvio (leicht verlängerter Urlaub) und Nicolas Stettler (Militär). Einziger Neuer fürs «Eins»-Kader war der Ivorer Ousmane Doumbia (26), der als Verstärkung des zentralen Mittelfelds einen Vertrag bis Ende Saison mit Option auf ein wei­teres Jahr unterschrieben hat. Er ist in der Liga bekannt aus seinen vier Jahren, von 2013 bis 2017, bei Servette.

Ein Neuling war auch der 19-jährige Torhüter Bojan Milosavljevic, der als Nummer 3 (und damit vor allem auch Kandidat für die U21) den Platz einnimmt, den nach der Vorrunde – und einem völlig verpatzten Erstliga-Auftritt gegen Red Star – Joel Zimmerli freigab. Milosavljevic gehörte im vergangenen Herbst Ludovic Magnins U21-Kader beim FCZ an und erhielt in der Promotion League sechs Einsätze.

Verstärkungen erwünscht

Natürlich haben Kaiser und Bordoli schon darüber gesprochen, ob das Kader noch weiterer Verstärkungen bedarf – ungeachtet des Ausfalls des Abstiegskampfes. Schliesslich kann damit auch unterstrichen werden, dass die Rückrunde für Verein und Trainer schon ihre Bedeutung hat. «Ja, ich habe noch Wünsche», sagt Bordoli dazu; ein oder zwei weitere Neue nach Doumbia entsprachen den ursprünglichen Planungen. Man darf davon ausgehen, dass es auch bei den Zielvorstellungen geblieben ist und am ehesten zusätzliches Personal für die Achse gesucht wird.

Das Spielsystem, sagt Bordoli weiter, werde natürlich auch durchs vorhandene Personal ­bestimmt. So habe er, mit meh­reren starken Innenverteidigern im Kader, in der Erfolgssaison 2012/13 mit dem FC Chiasso auch mit einer Dreierabwehr spielen lassen. Aber «normal»sei doch, dass er sein Team in einem 4-2-3-1 anordne. Und «normal» wäre auch, bliebe es beim bisherigen Captain, bei ­Luca Radice also.

Leicht modifiziert, vielmehr entschlackt, wurde das Vorbereitungsprogramm. Das ursprünglich als zweites Testspiel geplante Treffen mit Jürgen Seebergers FC Kosova entfällt wie eine Woche später die Doppelveranstaltung gegen Villingen 08 und 03 Radolfzell.

Dafür soll es in der Woche vor dem Rückrundenstart der Challenge League gegen den FC Rapperswil-Jona am 4. Februar auf der Schützenwiese ein zusätzliches Spiel geben. Zum ersten Mal zu sehen ist der FCW à la Bordoli am übernächsten Samstag, am13. Januar, auf der Schützi gegen den FC Thalwil.

Das modifizierte FCW-Programm. 13. Januar, 14.00: FCW – FC Thalwil. – Dienstag,16. Januar, 15.00: FCW – Grasshoppers U21. – Mittwoch, 24. Januar: FC Basel – FCW. – Sonntag, 28. Januar: FCW – YF/Juventus. (Der Landbote)

Erstellt: 04.01.2018, 22:51 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare