«Es passt», also bleibt Ralf Loose

Ein paar Tage vor dem Start zur Rückrunde der Challenge League hat der FCW den Vertrag mit seinem deutschen Trainer verlängert. Nach der guten Vorrunde ist das logisch.

Ralf Loose bleibt ein weiteres Jahr der Chef an der Seitenlinie des FC Winterthur.

Ralf Loose bleibt ein weiteres Jahr der Chef an der Seitenlinie des FC Winterthur. Bild: Heinz Diener

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Ralf Loose, mit 56 Jahren ein Routinier im Gewerbe, übernahm den FCW im vergangenen Sommer, als der eine miserable Saison auf Platz 9 beendet hatte. Entsprechend tat er das zurückhaltend, ohne grosse – wie es heutzutage heisst – «Ansagen». Er begann einfach zu arbeiten. Und dann hatte der FCW nach 13 Runden unter Loose schon so viele Siege auf dem Konto, nämlich sieben, wie in der ganzen vergangenen Saison. Er hatte zur Winterpause 31 Punkte, nur einen weniger als im Mai 2018 nach 36 Spielen. Er war also binnen eines halben Jahres vom Neunten zum Zweiten der Liga geworden.

Es war ein halbes Jahr mit solider, sauberer Arbeit, ohne grössere Tiefen, mit einem Trainer, der die Dinge im Griff hatte und der, wie er selbst immer wieder sagt, auch davon profitierte, dass «ein gutes Kader zusammengestellt wurde, worauf ich keinen grossen Einfluss hatte». Aus der Sicht des Vereins, zumal des Leiters Sport Oliver Kaiser, sah es nicht anders aus: Es wurde professionell gearbeitet, ohne rhetorischen Wirbel, unprätentiös.

Ein schneller Entscheid

Und mit dem Blick von aussen sagte man sich danach: Es gibt eigentlich keinen Grund, diese Zusammenarbeit nicht weiterzuführen. So sahen es offensichtlich auch die direkt Beteiligten, eben Kaiser und Loose. Im Trainingslager in Spanien nahmen sie das Thema ein erstes Mal gesprächsweise auf, und – so wird berichtet – es war beiden schon nach sehr kurzer Zeit klar, worauf es hinauslaufen würde: Beiden war daran gelegen, die Zusammenarbeit fortzuführen. Weder der eine noch der andere hatte im Sinn zu pokern.

So war, wieder zu Hause, höchstens noch das eine oder andere Detail zu regeln. Es waren jedenfalls keine grösseren Hindernisse zu beseitigen, auch nicht über die Vertragsdauer. Kaiser und Loose einigten sich auf einen neuen Einjahresvertrag. Und beide äusserten sich danach identisch. Von Loose tönte das so: «Die ganze Situation passt. Ich fühle mich hier wohl bei der Arbeit.» Von Kaiser ist zu hören: «Es passt einfach.»

Man hat keine Wunderdinge voneinander erwartet, sich anfangs abgetastet, dann kontinuierlich zueinandergefunden. Man vertraut sich, macht sich nichts vor. Für Loose ist das gut, nach einer Zeit ohne Job einen Verein gefunden zu haben, der jetzt die Nummer 12 im Lande ist, den die einen vor dieser Rückrunde als Kandidaten für den Aufstieg in die Super League sehen werden. Er selbst ist, wie immer, sehr zurückhaltend: «Wir wissen, wer wir sind», sagt er also. Er könnte es auch so formulieren: «Wir wissen, woher wir kommen» – aus der Nähe der Abstiegszone nämlich.

Über Kaiser darf gesagt werden, er habe nicht nur gute Sommertransfers getätigt, mit Raphael Spiegel, Davide Callà, Sead Hajrovic, Granit Lekaj, Remo Arnold und Taulant Seferi. Er habe dazu auch bei der Wahl des Trainers gut gegriffen, nach einer diesbezüglich ziemlich unruhigen Zeit: Seit dem Ende der fünf Jahre mit Boro Kuzmanovic im Sommer 2014 sassen in nur viereinhalb Jahren schon fünf Trainer auf der Bank – Jürgen Seeberger, Sven Christ, Umberto Romano und Livio Bordoli. Die letzten drei Winter brachten stets einen Trainerwechsel – mal zwei Runden vor, mal zwei nach der Winterpause.

Noch fehlt ein Stürmer

Anders als damals herrscht jetzt statt Abstiegskampf Ruhe und Zuversicht. Aber wenig bis nichts ist offiziell zu hören von Aufstieg. Loose sagt: «Unser Saisonziel haben wir schon erreicht.» Was heisst: Den Klassenerhalt sieht er als gesichert an. «Jetzt geht es einfach darum, uns auf den Start zu konzentrieren.» Sei der FCW dann, nach einem weiteren Viertel, noch immer da, wo er heute stehe, «kann man wieder reden». Auch für Kaiser ist klar, was im Vordergrund steht: «die gute Vorrunde bestätigen». Einfach mit solider, unaufgeregter Arbeit.

Was personell zeitnah noch zu erledigen bleibt: jenen Platz in der Offensive zu besetzen, der nach Jordan Geles Abgang offen ist.

Erstellt: 01.02.2019, 15:46 Uhr

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