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FCL entlässt Babbel – Seoane übernimmt

Der FC Luzern hat seinen Trainer Markus Babbel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Mit Gerardo Seoane springt ein Ur-Luzerner vorübergehend ein.

Marcel Kälin, CEO des FC Luzern, äussert sich an der Medienkonferenz zu den jüngsten Ereignissen.
Marcel Kälin, CEO des FC Luzern, äussert sich an der Medienkonferenz zu den jüngsten Ereignissen.
Keystone
FCL-Sportchef Remo Meyer: «Seoane ist auf jeden Fall auch eine Option für eine langfristige Lösung.»
FCL-Sportchef Remo Meyer: «Seoane ist auf jeden Fall auch eine Option für eine langfristige Lösung.»
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Luzern läuft es sportlich nicht rund. Der FCL steht nach einer schwachen ersten Saisonhälfte unter Druck.
Luzern läuft es sportlich nicht rund. Der FCL steht nach einer schwachen ersten Saisonhälfte unter Druck.
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Der FC Luzern trennt sich per sofort von Trainer Markus Babbel. Der 45-jährige Deutsche war seit Oktober 2014 für den FCL tätig. Auch Assistent Patrick Rahmen muss gehen. Dies bestätigte der Club offiziell an einer ausserordentlichen Pressekonferenz am Freitagnachmittag.

Nach den Ereignissen der letzten Tage war Babbels Absetzung für den Vorstand unter Präsident Philipp Studhalter wohl unausweichlich. Kurz vor Weihnachten hatte die Clubführung beschlossen, mindestens bis Ende Saison weiter mit Babbel zu arbeiten, dessen Vertrag im Juni 2018 ausgelaufen wäre. Vor zwei Tagen sagte dann Babbel in einem Gespräch mit der Luzerner Zeitung, dass er sein Engagement in der Innerschweiz nach dieser Saison beenden werde.

Schwieriger Herbst

Zugleich nahm der Deutsche kein Blatt vor den Mund, als er die Clubführung und allen voran den umstrittenen Geschäftsführer Marcel Kälin kritisierte. Babbel sagte sinngemäss, es sei sehr schwierig, in diesem Umfeld zu arbeiten. «Für mich passt die Zusammenarbeit so nicht mehr, ich kann mich nicht verbiegen», sagte der frühere deutsche Internationale, der als Trainer zuvor für den VfB Stuttgart, Hertha Berlin und Hoffenheim gearbeitet hatte.

Mit dem FC Luzern hat Babbel einen guten 3. Rang sowie zwei ordentliche 5. Plätze erreicht. Doch nach dem Abgang diverser Routiniers im letzten Sommer erlebten die Innerschweizer einen schwierigen Herbst. Nach der ersten Saisonhälfte ist der FCL in der Super League an zweitletzter Stelle klassiert, nur drei Punkte vor dem FC Sion.

Alpstaeg goss Öl ins Feuer

Die Missstände im FCL sind offenkundig. Babbel brach mit seiner öffentlichen Kritik das Gebot, das besagt, dass ein Trainer nicht nur zu den Spielern und der Mannschaft loyal sein muss, sondern auch zum Club – jedenfalls solange das Arbeitsverhältnis gilt.

Unter den jetzigen Voraussetzungen wäre eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit kaum möglich gewesen. Bernhard Alpstaeg, der einflussreiche und generell undiplomatische Geldgeber des FCL, goss in den letzten Stunden Öl ins Feuer. In einem Interview mit 20 Minuten liess er kein gutes Haar an Babbel.

Seoane übernimmt

Nun wird die Mannschaft des FCL in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte von Gerardo Seoane als Interimstrainer betreut. Ein längerfristiges Engagement des früheren FCL-Profis ist denkbar. Der 39-jährige schweizerisch-spanische Doppelbürger ist als Rothenburger ein Ur-Luzerner. Nach dem Ende seiner Karriere als Spieler 2010 war er im Nachwuchs des Clubs tätig, zuletzt als Trainer der U21-Mannschaft in der 1. Liga. Seoane spielte von 1990 bis 1997 und von 2007 bis 2010 in Luzerns Fanionteam. Dazwischen war er unter anderem bei Sion, Aarau und GC unter Vertrag.

An der Pressekonferenz liess Sportchef Remo Meyer mehrere Szenarien offen. «Wir wurden von der Situation überrascht. Eine definitive Lösung haben wir nicht bereit.» Es sei das Ziel bis zum Trainingslager eine Lösung zu finden. «Seoane ist auf jeden Fall auch eine Option für eine langfristige Lösung», so Meyer.

(SDA)

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